Wer schreibt, der bleibt…

Fast jeder Computer-User ist von Zeit zu Zeit auf ein Textverarbeitungsprogramm angewiesen. Briefe, Rechnungen, Anträge, Bewerbungen oder ähnliches werden wohl nur noch von Nostalgikern auf einer Schreibmaschine getippt. In den beiden großen Betriebssystemen Windows und Macintosh sind jeweils einfache Texteditoren integriert, die man zum Schreiben nutzen kann. Der Komfort für umfangreiche Formatierungen lässt bei beiden jedoch zu wünschen übrig. Komfortablere – und dabei kostenlose – Alternativen gibt es im Netz. Wir stellen Euch heute vier ganz unterschiedliche Programme vor, die zu unseren Favoriten zählen.

Sicherheit

Vorweg sei warnend darauf hingewiesen, dass der Download aus dem Internet besonders für Windows-Nutzer ein gewisses Risiko darstellt. Hin und wider entpuppt sich das Schnäppchen als teures Software-Abo, das man gar nicht haben wollte oder man wird mit dem Hinweis „kostenlos“ in eine Malware-Falle gelotst.

Wer ein Freeware-Programm downloaden möchte, sollte dies deshalb über ein bekanntes und vertrauenswürdiges Portal tun. Verschiedene Computerzeitschriften nutzen zum Beispiel auf ihren Internet-Seiten die Verlinkung zu kostenloser Software, um den Traffic auf ihren Seiten zu erhöhen. Dabei werden die verknüpften Ziele von ihnen vorher gewissenhaft auf Viren geprüft. Wenn Du also „kostenlose Textverarbeitung“ googlest, achte darauf, wohin der Link Dich führt.

Vier Lösungen

Mit allen vier hier vorgestellten Software-Angeboten bist Du in der Lage, Texte zu schreiben und mit verschiedenen Formatierungs-Funktionen zu layouten. Trotzdem hat jede Lösung bestimmte Vorteile, die ihr den Vorzug vor den anderen dreien gibt.

AbiWord

Dieses Programm von der Abi Software Community erfüllt die grundlegendsten Ansprüche, die man an ein Textverarbeitungsprogramm stellt. Man kann Schriften in Größe und Format verändern, Inhalte wie Bilder oder Tabellen einfügen und sogar Serienbriefe damit erstellen. Somit ist es in seinen Funktionen deutlich umfangreicher als ein Texteditor.

Screenshot: AbiWord

Die Toolbar des Programms ist mit dem Nötigsten gefüllt. Wer bei der Textverarbeitung nur einfache Formatierungen benötigt und es gerne schlicht und übersichtlich mag, wird bei AbiWord von unnötigem Schnickschnack verschont. Andererseits führt die spartanische Ausstattung manchmal dazu, dass man bestimmte Funktionen länger in den Drop-Down-Menüs suchen muss.

Ein Nachteil für Apple-User ist, dass es von diesem Programm keine Variante für Intel-Macs zu finden gibt. Ausschlaggebendes Download-Argument für AbiWord könnte jedoch die Größe sein. Mit 25MB nimmt es nicht viel Platz auf der Festplatte ein.

OpenOffice

Hier lässt der Name schon erahnen, dass man mehr geboten bekommt als bloße Textverarbeitung. OpenOffice von Apache beinhaltet ein komplettes Programmpaket mit den Büro-Features, wie sie auch im Microsofts Office enthalten sind – und noch mehr. Tabellenkalkulation, Präsentation, Erstellung von Mathematischen Formeln und ein Zeichenprogramm sind in dieser Software vereint und können in die Textverarbeitung integriert werden. Download-Möglichkeiten findet Ihr unter anderem hier und hier.

Der Leistungsumfang ist größer und auch das Handling ist schon deutlich komfortabler als bei AbiWord. Man kann zum Beispiel die Darstellungsgröße der Dokumentseite bequem stufenlos regeln, das Dokument per Knopfdruck als Mail versenden und sogar in ein PDF umwandeln.

OpenOffice läuft sowohl auf dem Windows-PC (330MB) und auf dem Mac (400MB).

Screenshot: OpenOffice

LibreOffice

LibreOffice ist dem OpenOffice im Leistungsumfang und Design sehr ähnlich. Es nimmt 550MB (PC) bzw. 650MB (Mac) Speicher in Anspruch und deckt alle bisher erwähnten Features ab. Es handelt sich auch hierbei um ein anspruchsvolles Softwarepaket, das sicher mehr zu bieten hat, als von den meisten Anwendern benötigt wird. Programmiert wird es von der Document Foundation in Berlin und steht unter anderem auf deren Seite zum Download bereit.

Auch hier wieder ein Nachteil für Apple-User. Sie müssen zum Hauptprogramm Zusatz-Software herunterladen, um LibreOffice in deutscher Sprache nutzen zu können. Die Installation ist somit ein wenig umständlicher als bei den anderen beiden Programmen.

Scrennshot: LibreOffice

Alle drei Varianten werden als Opensource-Software programmiert. Das heißt, dass der Code offen zugänglich ist und jeden einlädt, an dem Programm mitzuarbeiten. Die Benutzerfreundlichkeit wird hierbei wichtiger genommen als Versionsbarrieren und Abgrenzungen zu Konkurrenzprodukten. Das fördert wiederum die Kompatibilität. So können alle drei Textverarbeitungsprogramme Dokumente in den gängigen Datei-Formaten öffnen. LibreOffice ist sogar in der Lage, die Texte als Word-docx zu speichern.

Google-Text

Eine weitere Lösung ist das internetbasierte Google-Text-Programm. Auch bei dieser Variante hast Du Zugriff auf ein Office-Paket mit Software für Präsentationen, Tabellenkalkulation, Zeichnungen, Formeln und Textverarbeitung. Der Unterschied ist, dass sie nicht auf Deinem Rechner, sondern im Internet liegt. Die Dokumente, die Du auf diese Weise erstellst, sind ebenfalls nicht auf dem Computer gespeichert. Sie befinden sich auf dem sogenannten Google-Drive, also auf dem Server des Internet-Konzerns. Um Software und Speicher nutzen zu können, brauchst Du zunächst einen Google Account und musst Dich dann bei Google Drive gesondert anmelden.

Danach kann es sofort losgehen. Google-Text steht im Leistungs-Umfang den anderen vorgestellten Varianten in nichts nach. Dadurch, dass die Dokumente und die Software über das Internet zugänglich sind, kannst Du Deine Texte überall bearbeiten, wo Du auch einen Netzzugang hast. Du kannst den Zugriff auch auf andere User erweitern und so mit ihnen weltweit an einem gemeinsamen Dokument arbeiten. Google-Text erlaubt es Dir auch, die Dokumente in verschiedenen Dateiformaten auf Deinen Rechner zu laden.

Sollte jedoch mal kein Internet erreichbar sein, kannst Du die Texte, die auf dem Google-Drive liegen, nicht bearbeiten.

Screenshot Google-Drive

Fazit

Im Überblick ist wohl für jeden etwas dabei. Für den Puristen mit kleinem Speicherplatz ebenso wie für den Business-Anwender, der auch gleich noch Tabellenkalkulation und Präsentationssoftware benötigt oder den international tätigen Projekt-Arbeiter, der seine Dokumente mit anderen unkompliziert teilen möchte.

Da sie alle kostenlos sind, besteht kein finanzielles Risiko, wenn man mehrere Programme ausprobiert und sich dann für die individuell passende Variante entscheidet. Falsch machen kann man nichts.

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