Geeignete Bilder für Deinen Blog finden

Würdet Ihr eine Zeitschrift kaufen, in der die Fotos überwiegend briefmarkenklein, unscharf oder viel zu dunkel sind? Vermutlich eher nicht. Mit Euren Webseiten, Blogs, Galerien oder Shops bietet Ihr Euren Lesern zwar kostenlosen Content an – trotzdem geht auch hier ohne Bilder nicht viel. Gute Fotos bringen über die sozialen Netzwerke neue Nutzer auf Eure Seiten. Sie können zu einem besseren Ranking beitragen und Eure Seite für potenzielle Kooperationspartner interessanter machen. Aber was sind eigentlich die Kriterien für gute Bilder? Und was mache ich, wenn ich keine Profi-Ausrüstung oder ein Riesenbudget zur Verfügung habe? Hier bekommt Ihr die wichtigsten Informationen rund um die Bildersuche und die Bildauswahl.

Welche Bilder sind optimal?

Zum Start geht es um die Kriterien, die gute und weniger gute Bilder voneinander unterscheiden. Eins vorweg: Natürlich sind Bilder immer auch Geschmackssache. Was der eine wunderbar minimalistisch findet, bewertet der andere vielleicht als langweilig. Letztendlich müssen Fotos oder Illustrationen einfach zu Euch passen und Eurem Blog oder Shop, Eurer Webseite oder Eurer Galerie stehen.

Da das Fotografieren aufwendig ist und das Bilder-Shopping eine ziemlich kostspielige Angelegenheit, solltet Ihr mit ordentlich Zeit und Geduld an die Auswahl herangehen. Immer gut ist, Eure Favoriten im Netz einmal daraufhin abzuscannen, auf welche Bildsprache sie setzen. Was spricht Euch dabei an? Was würdet Ihr auf Eurer eigenen Seite anders machen?

Suboptimal sind alle Motive, die jeder schon gefühlte acht Millionen Mal gesehen hat – die klassischen Symbolbilder also. Spontan fallen mir da zum Beispiel die geschüttelten Hände als Zeichen für hohe Vertrauenswürdigkeit ein… Inzwischen dürften sie vor allem für Langeweile stehen. Dann lieber um die Ecke denken und Deine User geistig mit ungewöhnlichen Lösungen herausfordern.

Als Shopbetreiber musst Du daran denken, Deine Produkte von allen Seiten gut in Szene zu setzen. Anfassen ist virtuell ja schlecht möglich – also solltest Du Deinen potenziellen Kunden so gut wie möglich über Bilder zeigen, was Deine Produkte besonders macht. Nicht vergessen: Ein „Eyecatcher“ sollte dabei sein.

Wichtig: Die Fotoauswahl nicht alleine für Dich treffen, sondern verschiedene Testpersonen in die Entscheidung miteinbeziehen. Denn wer zu sehr in einem Thema drinsteckt, sieht oft ‚das Bild‘ vor lauter Bildern nicht mehr…

Mit Statistik zur richtigen Strategie: Wie Studien bei der Bildauswahl helfen

Fotos machen Blogbeiträge im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar. Es gibt eine ganze Reihe von Studien, die zeigen, dass Blogbeiträge mit Bild wesentlich mehr Aufmerksamkeit bekommen, als Artikel ohne Foto. Nur: Längst nicht jedes Motiv sorgt dafür, dass der Traffic in die Höhe geht. Damit das gelingt, muss ein Bild bestimmte Kriterien erfüllen – sagen zumindest die Statistiken verschiedener Netzforscher. Zwar sollte man nicht jeder Statistik blind trauen – für Blogger kann es sich aber durchaus lohnen, die statistisch gewonnenen Erkenntnisse zum Thema Bilder einmal auszuprobieren.

Laut dem Blogger und Social Media-Strategen Jeff Bullas sorgen Bilder dafür, dass die Zahl der Views für Artikel um 94 Prozent steigt. Außerdem bewirken Fotos, dass Nutzer sich leichter an eine Webseite erinnern können und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Interaktion. Allerdings ist es nicht allein damit getan, möglichst viele Bilder in den Artikel einzustreuen. Damit sich ein positiver Effekt einstellt, müssen eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigt werden – von interessanten Motiven über die richtige Platzierung bis hin zur Bildqualität. Statt auf Zufallstreffer zu hoffen, solltet Ihr bei der Bildauswahl deshalb besser auf eine passende Strategie setzen.

Richtige Menschen statt Models

Einer Usability-Studie von Jakob Nielsen zufolge sind es nicht die Fotos von perfekten Modeltypen, die viele User-Blicke auf sich ziehen, sondern Bilder von ganz normalen Menschen. Fotos dürften grundsätzlich nie nur reine Dekoration sein, sondern sollten echt sein und eine Aussage haben:

  • das Foto hebt einen bestimmten Punkt im Text hervor;
  • es hilft, ein vorgestelltes Konzept zu erklären;
  • es zeigt Persönlichkeit.

Das erstbeste Stockphoto erfüllt diese Kriterien in der Regel nicht – weshalb sie von Usern wenn überhaupt nur als Füller auf einer Webseite oder einem Blog wahrgenommen werden. Bewusst ausgewählte, aussagekräftige Bilder dagegen erhöhen die Glaubwürdigkeit Eures Blogs – denn dafür spielt die Optik immer noch die wichtigste Rolle, wie eine Studie des Stanford Persuasive Technology Lab ergab.

Qualität statt Quantität – aber schnell

Authentisch sollen die Motive sein, den Inhalt des Beitrags passend optisch unterstützen und dabei qualitativ hochwertig. Eines sollen sie aber bitte nicht sein: Zu groß. Denn zu große Bilder sind eine der Hauptursachen für lange Ladezeiten eines Blogs. Und das können weder User noch Suchmaschinen ab.

Mehr als ein paar Sekunden warten? Wer nicht Stammleser ist, ist schon bei solchen, eigentlich ja noch überschaubaren Zeiten, weg und klickt sich zum nächsten Angebot. Außerdem zeigt eine Studie der Nielsen Norman Group: Je länger die Ladezeit, desto kürzer die Zeitspanne, in der die User ein aufgerufenes Bild betrachten. Plus: Wenn Nutzer mehr als zehn Sekunden warten müssen, beginnen sie an andere Dinge zu denken – gut möglich, dass Euer Blogbeitrag, den sie eigentlich lesen wollten, dann doch nicht mehr so wichtig ist.

Das passende Bild am passenden Platz

Bilder sind gerade in längeren Artikeln auch Orientierungpunkte. Sie können dabei helfen, den Text zu gliedern, dem Auge einen zusätzlichen Anreiz bieten und das Lesen einfacher zu machen. Für einen leichteren Einstieg sollte zum Beispiel immer gleich im ersten Absatz links oder rechts ein Bild stehen.

Mehr Bild, weniger Text: Mit einem strategisch richtig positionierten Bild macht Ihr Euren Blog-Lesern den Einstieg in einen Beitrag attraktiver und leichter. Screenshot: bufferapp.com
Mehr Bild, weniger Text: Mit einem strategisch richtig positionierten Bild macht Ihr Euren Blog-Lesern den Einstieg in einen Beitrag attraktiver und leichter. Screenshot: bufferapp.com

Diese Positionierung hat zwei Vorteile: Erstens wird der Blick so zunächst auf das Foto und dann auf den dazugehörigen Text gelenkt. Zweitens verkürzt das Einfügen eines Bildes die Zeilen und steigert somit die Chancen, dass Leute sich dafür entscheiden, den Text zu lesen. Denn kurze Zeilen, Sätze und Abschnitte vermitteln eher den Eindruck, dass ein Beitrag schnell, leicht und gut verständlich zu lesen ist.

Bild trifft Wort

Manchen Bloggern folgt man wegen ihrer klugen Texte, anderen wegen ihrer tollen Bilder. Ideal ist es, wenn Wort und Bild zusammenkommen. Denn passende Bilder sorgen dafür, dass sich User Eure Beiträge beziehungsweise deren Inhalte wesentlich besser merken können, weil sie auch emotional angesprochen werden. Zudem sind wir alle in der Wahrnehmung visuell gepolt. Im Fachbegriff nennt sich das „picture superiority effect“. Was es damit auf sich hat, erklärt kurz und schnell dieses Video:

Eure Beiträge und Euer Blog bleiben bei einer sinnvollen Wort-Bild-Verbindung also viel stärker im Gedächtnis Eurer User, als wenn Ihr allein auf Worte setzen würdet – ein weiteres wichtiges Argument dafür, in die Bildauswahl ausreichend Zeit und Sorgfalt zu investieren.

Darüber hinaus zeigen Studien, dass Bilder vom Gehirn wesentlich schneller verarbeitet werden als Texte, die zunächst „dechiffriert“ werden müssen. Besonders bei komplexen Inhalten empfiehlt es sich daher, viel mit Bildern zu arbeiten, also mehr zu zeigen als zu erklären. Bei Tutorials zum Beispiel ist das das A&O – Bilder sind meistens unmissverständlich, während Worte einen Interpretationsspielraum lassen.

Tipp: Wenn Ihr Lust darauf habt, Euch mit diesem Themengebiet zu beschäftigen, sind Infografiken die optimale Form, Geschichten visuell zu erzählen. Zum Üben finden sich auf der Webseite hubspot einige kostenlose Infografik-Templates.

Die Freude am eigenen Bild

Wir leben in einer Ära, in der die Kamera eigentlich immer dabei ist, dem Smartphone sei dank. Und dank immer besserer Technik lassen sich damit inzwischen auch durchaus hochwertig anmutende Fotos machen. Natürlich sind Smartphone-Fotos nicht zu vergleichen mit Bildern, die mit einer Profi-Ausrüstung gemacht werden. Aber für authentische, individuell Blogfotos sollte es reichen. Der springende Punkt ist dabei, sich eine gewissen Routine anzugewöhnen und im Alltag Fotos auf Verdacht beziehungsweise Vorrat zu machen, mit denen sich Blogbeiträge illustrieren lassen.

Was zum Schluss aber auch noch mal ganz deutlich gesagt werden muss: Niemand ist perfekt. Und ohne Symbol- oder Stockphotos funktioniert es manchmal im Leben einfach nicht, dass wissen wir bei checkdomain aus eigener Erfahrung gut. Es ist aber auf jeden Fall eine gute Sache, diese Studienergebnisse zum Thema Bilder im Hinterkopf zu behalten und immer wieder über gute Alternativ-Ideen zu den Standardmotiven nachzudenken. Und falls Ihr Euch mal wieder über langweilige Stockfotos ärgert, empfehle ich Euch als kleinen Rausschmeißer noch die Tumblr-Blogs Weird Stock Photos  und Awkward Stock Photos. Viel Spaß beim Anschauen dieser Perlen!

Sehhilfe für die Suchmaschine: SEO-Tipps für Blogfotos

Ob ein Blogtext in den Suchergebnissen bei Google vorne landet, hängt mittlerweile auch von der Qualität des Beitrags ab. Bei Bildern ist die Suchmaschine noch nicht ganz so weit. Oder besser gesagt: Google kann nur Text lesen. Bei Bildern ist es blind. Deshalb müsst Ihr der Suchmaschine eine Sehhilfe liefern. Im Klartext: Ihr solltet Eure Bilder suchmaschinengerecht optimieren. Je geschickter Ihr Euch dabei anstellt, desto größer die Chance, bei der Bildersuche eine gute Position zu erreichen und auf diesem Weg zusätzlichen Traffic für Euren Blog zu gewinnen.

Bilder im Hinblick auf Suchmaschinen zu optimieren bedeutet, sie „lesbar“ zu machen. Die Bilder müssen zusätzlich mit Textinformationen versehen werden, die die Suchmaschinen auswerten und zur korrekten Indexierung verwenden können. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um fünf Elemente:

  • der Dateiname des Bildes
  • der alt-Tag
  • die Bildgröße
  • die Bildunterschrift
  • der das Bild umgebende Text

erdbeerkuchen.jpg statt img_09115: Der Dateiname

title-Tag bestimmen
Das title-Tag spielt für die Einordnung des Bildes ebenfalls eine wichtige Rolle. Screenshot: S. Cantzler

Ganz oben auf der Liste steht der Datei- beziehungsweise Bildname. Dieser sollte sich an den Keywords des Contents orientieren. Bebildert Ihr zum Beispiel ein Rezept für Erdbeerkuchen, sollte das auch in den Bildnamen deutlich werden – etwa mit Titeln wie erdbeerkuchen.jpg oder erdbeerkuchen-backen.jpg. Die Suchmaschinen können so erkennen, dass Seitencontent und Bildcontent inhaltlich zusammenpassen. Bei einem Bild, das img_09115 heißt, ist das nur schwerlich möglich. Denn: Je besser der Bildname ein Bild beschreibt, umso besser wird es in den Suchergebnissen ranken.

Tipp: Verwendet für den Dateinamen am besten ausschließlich Kleinbuchstaben und verzichtet auf Sonderzeichen – viele Browser haben Probleme damit und ändern sie automatisiert ab, wodurch unter Umständen Fehlermeldungen entstehen können.

Ganz nebenbei: Eine korrekte, kluge Verschlagwortung Eurer Bilder macht Euch das Bloggerleben grundsätzlich einfacher. Mit einem passenden Namen versehene Bilder findest Du auf Deiner Festplatte oder in Deiner WordPress-Mediathek wesentlich schneller, als wenn Du Dich durch gefühlte Trillionen unbenannter Werke wühlen musst.

Im Zuge des Uploads solltet Ihr dem Bild zusätzlich einen title-Tag verleihen, also auch ins Titelfeld einen Namen eintragen. Manche Systeme generieren den Titel automatisch, bei WordPress müsst Ihr aber zum Beispiel selber aktiv werden.

Retter in der Not: Der alt-Tag

Es kann – aus welchen Gründen auch immer – vorkommen, dass ein Bild nicht im Browser angezeigt wird. In diesem Fall hilft das alt-Attribut weiter, es springt sozusagen ein. Beim Upload eines Bildes sollte deshalb immer das Feld „Alternate Text“ beziehungsweise „alternativer Text“ ausgefüllt werden.

alt-Tag richtig nutzen
Der Alternativtext hilft Euch dann weiter, wenn der Brwoser das Bild nicht anzeigen kann – deshalb solltet Ihr das entsprechende Feld immer ausfüllen. Screenshot: S. Cantzler

Ihr könnt bei Alternativtext den gleichen Text wie beim Bildnamen eintragen. Oder Ihr bringt hier noch weitere Keywords und eine kurze Beschreibung des Bildes unter. Solltet Ihr noch weitere Tipps speziell zur Nutzung des alt-Tags suchen, hilft Euch Matt Cutts von Google per Video weiter.

Aussagekräftig: Die Bildunterschrift

Bildunterschriften haben eine Doppelfunktion. Sofern sie gut formuliert sind, informieren sie auf der einen Seite den Nutzer im Schnelldurchgang über die wesentlichen Punkte des Beitrags. Auf der anderen Seite schaffen sie mehr Relevanz für Google. Die Bildunterschrift sollte daher Informationen zum Bildinhalt sowie zum Copyright enthalten und möglichst einen Zusammenhang zum Text herstellen. Auch hier sollte also möglichst wieder ein Keyword auftauchen.

Das Umfeld zählt: Bild und Content müssen passen

Euer Bildmaterial sollte immer so gewählt sein, dass es optimal zu den Textinhalten passt. Gibt es keine Übereinstimmung speziell hinsichtlich der Keywords, zeigen sich die Suchmaschinen irritiert. Das Ergebnis ist ein schlechtes Ranking, was in diesem Fall ja auch aus Nutzersicht Sinn ergibt: Als Nutzer geht man schließlich davon aus, dass sich auf einer Seite mit Bildern zu Erdbeerkuchen-Rezepten auch die entsprechenden Anleitungen finden.

Aus Expertensicht kann es außerdem sinnvoll sein, vor dem Bild eine Überschrift mit passendem Keyword zu platzieren – damit gebt Ihr Google und Co. ein weiteres hilfreiches Signal.

Size matters: Die richtige Bildgröße wählen

Und dann wären da noch die technischen Details, auf die es bei der Bildbearbeitung aus SEO-technischer Sicht ankommt. Unter anderem sollte Ihr auf die Größe und die Auflösung Eurer Bilder achten. Bei einer zu geringen oder zu hohen Pixeldichte wird das Bild in der Ergebnisliste unscharf und körnig angezeigt. Als Richtwert für Webbilder gelten 72 bis 150 ppi.

Alternativ hilft Euch die Kantenlänge der Bilder weiter: Eine Seite sollte um die 300 Pixel lang sein, die Länge der zweiten Seite kann variieren. Als optimal für die Darstellung in den Suchergebnissen gilt ein Querformat im Verhältnis 4 zu 3. Eine offzielle Maximal-Größe gibt es von Seiten Googles nicht, es kann aber vorkommen, dass zu große Bilder beschnitten werden und dann nur Teile davon zu sehen sind.

Achtet außerdem auf eine nicht zu große Dateigröße. Zirka 150 KB sind hier das Maß der Dinge. Ansonsten drohen lange Ladezeiten und gelegentlich auch das Zerschießen Eures Bloglayouts. Bilder, die Ihr direkt von der Kamera oder auch dem Smartphone herunterladet, sind meistens wesentlich größer – wichtig ist dann das Komprimieren der Bilder, bevor Ihr sie in den Blog hochladet.

Am Ende zählt die Aktualität

Wie sonst beim Bloggen gilt letztendlich auch beim Thema Bilder: Ohne Fleiß kein Preis. Die Suchmaschinen belohnen Fleiß, Disziplin und Durchhaltevermögen. Für Euch bedeutet das, immer schön weiter zu posten und Texte und Bilder in schöner Regelmäßigkeit zu aktualisieren. Kommt länger nichts neues, wertet Google Eure Seite im Vergleich zu anderen, besser gepflegten Seiten ab. Umgekehrt könnt Ihr natürlich auch schon gut abgehangenen Content mit frischem, ansprechenden Bildmaterial aufwerten.

Möchtet Ihr Euch noch tiefer in das Thema Bilder und Suchmaschinenoptimierung einarbeiten? Nicht mehr ganz neu, aber trotzdem lesenswert ist der Beitrag Website-Bilder optimieren auf dem tagseoblog. Eine kompakte Zusammenfassung mit interessanten Aspekten findet Ihr auf trustagents.de. Ebenfalls sehr interessant ist der Artikel zur Traffic-Generierung über Bilder auf konzeptionist.at.

Leute, hier gibt’s was zu sehen: Fotodatenbanken (Teil 1) – die Klassiker

Was schauen die denn da alle so neugierig? Lasst mich auch mal! Ach, das gibt es doch gar nicht… Keine Frage: Menschen gucken einfach gerne hin, wenn es etwas Schönes, Witziges oder Interessantes zu sehen gibt. Nur: Wo kriege ich als Webseitenbetreiber oder Blogger tolle und passende Bilder her, wenn ich nicht selber passionierter Fotograf mit einer Super-Ausrüstung bin? Fotodatenbank sind in solchen Fällen eine gute Lösung, auch wenn ihr Ruf nicht immer der allerbeste ist. Wir zeigen Euch, auf was Ihr bei der Verwendung von Stockphotos achten müsst und woher Ihr gute Bilder bekommt – sowohl für den klassischen wie für den etwas unkonventionelleren Geschmack.

Kostenpflichtig: photocase.com

Fotodatenbanken haben zwar damit zu kämpfen, dass die dort erhältlichen Fotos oft steril und wenig individuell wirken. Tatsächlich arbeiten aber auch immer renommierte Fotografen mit entsprechenden Bilderdiensten zusammen. Entsprechend hoch ist die Qualität vieler Motive. Wie viel Du dafür investieren musst, hängt von der Datenbank ab – im Webformat gibt es Bilder meist schon für wenige Cents. Einige Fotodatenbanken bieten Bilder sogar umsonst an. Allerdings schwankt hier die Qualität von professionell bis unterirdisch.

Einige Beispiele für kostenpflichtige Angebote:

iStockphoto

fotolia

photocase

aboutpixel

Bevor Ihr Credits kauft oder ein Abo abschließt (wer weiß, dass er häufiger Bilder braucht, kann so einiges sparen), solltet Ihr Euch gründlich durch die verschiedenen Bilderdienste klicken. Unterschiede gibt es nicht nur in der Nutzung, beim Service und bei den Preisen, sondern auch in der Ausrichtung. fotolia etwa ist eher die klassische Stock-Agentur, photocase nimmt dagegen für sich in Anspruch, lebensnahe Fotos zu liefern.

Riesig ist die Auswahl an Gratis-Bilderdiensten. Wir können Euch hier nur eine kleine Auswahl auflisten, freuen uns aber natürlich über Tipps von Euch, wenn Ihr einen Lieblingsdienst habt.

Gratis-Bilderdienste nutzen

pixelio

PhotoRack

Stock.xchng

Bildburg

Minibild

Wichtig: Speziell die Gratis-Bilderdienste haben die Nutzung der Fotos in der Regel an Bedingungen gekoppelt. Manche Bilder dürfen nur redaktionell verwendet werden, andere auch kommerziell. Ein Muss ist eigentlich immer die Nennung des Fotografennamens plus des Dienstes. Online muss in der Regel ein Link auf pixelio und Co. gesetzt werden.

Aber auch bei den Kaufdiensten solltet Ihr Euch die Lizenzbestimmungen ganz genau durchlesen, um keinen Abmahnärger und die dafür anfallenden Kosten zu riskieren.

Fotodatenbanken (Teil 2): Neue Plattformen für tolle Blogbilder

Die lächelnde Support-Mitarbeiterin mit dem Headset auf, das fröhliche Büroteam mit dem Daumen nach oben: Diese Motive sind die absoluten Klassiker aus der Reihe „Stockfotos, die wir alle schon 100 mal gesehen haben“. Doch Motive aus Bilddatenbanken müssen weder steril noch langweilig noch teuer sein –  es geht auch anders. Denn in letzter Zeit sind eine ganze Reihe von Angeboten im Netz aufgetaucht, die mit professionellem Anspruch und zum Nulltarif den klassischen Stockphotos Konkurrenz machen wollen. Hier kommen unsere Favoriten:

Fotodatenbanken für lau gibt es natürlich schon länger. Doch jeder, der schon mal nach einem bestimmten Motiv gesucht hat, hat mit Sicherheit über die Berge an Amateuraufnahmen und absolut altbackenen Inszenierungen geschimpft. Bei den Anbietern, die wir in unsere Auflistung gesammelt haben, handelt es sich in der Regel um Fotografen und Designer, die ihre Werke umsonst zur Verfügung stellen. Die Auswahl ist natürlich wesentlich kleiner als in den herkömmlichen Datenbanken, dafür haben die Motive eine klare, moderne Bildsprache, die zu einem zeitgemäßen Blogdesign passen.

Gegen die Stockphoto-Langeweile: Death to the stockphoto

Neue Perspektiven und schöne Alltagsaugenblicke: death to the stock photo liefert Abonennten jeden Monat zehn kostenlose Fotos rund um ein bestimmtes Thema. Foto: death to the stock photo
Neue Perspektiven und schöne Alltagsaugenblicke: death to the stock photo liefert Abonennten jeden Monat zehn kostenlose Fotos rund um ein bestimmtes Thema. Foto: death to the stock photo

Die beiden Köpfe hinter diesem Projekt sind die Designer Allie und David. Ihr Ziel: Das Internet muss schöner werden, die immer gleichen Standard-Stockphotos sollen verschwinden. Deshalb bieten sie mit death to the stockphoto jeden Monat ein kostenloses Bildpaket rund um ein bestimmtes Thema – etwa Arbeit oder Strandleben.

Ab ans Meer: Viele Fotos entstehen auf den Reisen der beiden Macher von death to the stock photo. Foto: death to the stock photo
Ab ans Meer: Viele Fotos entstehen auf den Reisen der beiden Macher von death to the stock photo. Foto: death to the stock photo

Die Fotos bekommt, wer sich auf der Webseite mit seiner E-Mail-Adresse eingetragen hat. Jeweils am Monatsanfang wird dann eine Mail mit einem Download-Link verschickt. Die Fotos dürfen kostenlos sowohl privat wie auch für den kommerziellen Zweck verwendet werden – das ist wichtig, wenn Ihr auf Eurem Blog beispielsweise Werbeanzeigen habt.

Jumbo-Auswahl: picjumbo

Vom Flugzeug am Himmel bis zum Löffel mit Müsli: Auf picjumbo.com findet sich ein täglich wachsendes Archiv hochwertiger Aufnahmen, die einfach heruntergeladen werden können. Foto: Viktor Hanacek/picjumbo.com
Vom Flugzeug am Himmel bis zum Löffel mit Müsli: Auf picjumbo.com findet sich ein täglich wachsendes Archiv hochwertiger Aufnahmen, die einfach heruntergeladen werden können. Foto: Viktor Hanacek/picjumbo.com

Eine große Auswahl, eine erstaunliche Qualität und eine absolut unkomplizierte Nutzung: Seit November 2013 bietet der tschechische Webdesigner Viktor Hanacek auf seiner Plattform picjumbo täglich ein neues Bild zum kostenlosen Download an. Das Themenspektrum umfasst mittlerweile Motive aus Bereichen von A wie animals bis w wie weddings. Hier findet sich ein Müsli-Closeup ebenso wie schaukelnde Kinder, Home-Office-Szenen oder idyllische Blicke in den Wald.

Nicht so steif, nicht so unnatürlich: Die alternativen Fotodatenbanken wie picjumbo bieten Material, das mehr nach Alltag aussieht als die klassischen Stockfoto-Motive. Foto: Viktor Hanacek/picjumbo.com
Nicht so steif, nicht so unnatürlich: Die alternativen Fotodatenbanken wie picjumbo bieten Material, das mehr nach Alltag aussieht als die klassischen Stockfoto-Motive. Foto: Viktor Hanacek/picjumbo.com

Laut Hanaceks Nutzungsbedingungen können die Fotos für die unterschiedlichsten Zwecke – auch kommerziell – genutzt werden. Wer mehr Material benötigt, kann für einen kleinen monatlichen Betrag den Premium-Service abonnieren. Ansonsten ist die Nutzung wie bereits erwähnt kostenlos, es besteht aber die Möglichkeit, für die Downloads eine Spende zu überweisen.

Der Name ist Programm: gratisography

Der Blick für die besonderen Momente des Lebens - täglich neu und in leuchtenden Farben auf gratisography.com. Foto: gratisography.com/Ryan McGuire/Bells Design
Der Blick für die besonderen Momente des Lebens – täglich neu und in leuchtenden Farben auf gratisography.com. Foto: gratisography.com/Ryan McGuire/Bells Design

Nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert die Plattform gratisography, die der US-Amerikaner Ryan McGuire betreibt: Täglich stellt er ein neues Bild zum kostenlosen Download auf seiner Webseite bereit. Wer möchte, kann ihm eine Spende schicken. Bei der Nutzung der Fotos ist man völlig frei.

Hinter der Plattform gratisography steckt der US-amerikanische Künstler Ryan McGuire. Foto: gratisography.com/Ryan McGuire/Bells design
Hinter der Plattform gratisography steckt der US-amerikanische Künstler Ryan McGuire. Foto: gratisography.com/Ryan McGuire/Bells design

Im Gegensatz zu den überwiegend natürlich-normalen Szenen auf picjumbo geht es auf gratisography eher in die künstlerische Richtung – in oft kräftigen Farben und mit einem feinen Sinn für ungewöhnliche Details. Zu diesem künstlerischen Konzept passt, dass McGuires Seite keine Suchfunktion bietet. Man muss sich durch das gesamte Repertoire scrollen. Unter Zeitdruck ein Minuspunkt, ansonsten angesichts der großartigen Bilder ein wirkliches Vergnügen.

Große Fotokunst per Zip-Datei: Little Visuals

Ungewöhnliche Blicke auf den Alltag: Die Plattform Little Visuals liefert alle sieben Tage neues Fotomaterial per Mail. Foto: littlevisuals.co
Ungewöhnliche Blicke auf den Alltag: Die Plattform Little Visuals liefert alle sieben Tage neues Fotomaterial per Mail. Foto: littlevisuals.co

Sieben Tage, sieben Bilder: Auf diese Formel lässt sich das Prinzip von Little Visuals bringen. Um den Dienst nutzen zu können, muss man ihn per E-Mail abonnieren. Anschließend erhält man jede Woche genau sieben Fotos, die thematisch miteinander verwandt sind. Wer seine Mailadresse nicht angeben möchte, kann alternativ auf der Seite auch ältere Pakete beziehungsweise Einzelbilder herunterladen.

Der Schwerpunkt liegt bei Little Visuals auf dem Bereich Naturfotografie. Foto: littlevisuals.co
Der Schwerpunkt liegt bei Little Visuals auf dem Bereich Naturfotografie. Foto: littlevisuals.co

Optisch liegt der Schwerpunkt bei Little Visuals auf künstlerisch angehauchten Naturmotiven. Zwischendurch gibt es aber auch mal technische Geräte und ähnliches im Closeup. Alle Bilder können von jedem Nutzer für sämtliche Zwecke genutzt werden, so die Betreiber aus Großbritannien.

Großes Gemeinschaftswerk: Die Plattform unsplash

Gemeinschaftswerk: Die Fotos auf unsplash.com kommen aus einer großen Community. Foto: unsplash.com/Jake Hills
Gemeinschaftswerk: Die Fotos auf unsplash.com kommen aus einer großen Community. Foto: unsplash.com/Jake Hills

Das Angebot von unsplash funktioniert genauso wie bei Little Visuals: Abonnieren und dann kostenlos ein regelmäßiges Fotopaket in das Postfach bekommen. Bei unsplash sind es alle zehn Tage zehn Motive. Alternativ können die Bilder auch einzeln auf der Webseite heruntergeladen werden.

Kostenlos herunterladen oder sich per Mail schicken lassen: unsplash.com bietet Fotos aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Foto: unsplash.com/Brooklyn Morgan
Kostenlos herunterladen oder sich per Mail schicken lassen: unsplash.com bietet Fotos aus den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Foto: unsplash.com/Brooklyn Morgan

Die Nutzungsrechte sind auch hier für jeden und für alle Zwecke freigegeben. Die von einem Team in Kanada betriebene Plattform wird von einer größeren Community mit Fotos bestückt. Die Fotografen sind auch jeweils genannt. Die Angabe ist kein Muss, bei einer Nutzung aber definitiv eine nette Geste. Bei den Motiven geht es auf unsplash quer durch alle Bereiche. Gemeinsamer Nenner der Fotos ist die durchgehend hohe Qualität.

Macht Euch selbst ein Bild

Die fünf hier vorgestellten Projekte sind persönliche Favoriten. Wenn Ihr Euch im Netz umseht, werdet Ihr noch auf eine ganze Reihe weiterer, ähnlich funktionierender Plattformen stoßen. Als Beispiele seien hier nur freepixels, everystockphoto oder openphoto genannt. Dazu kommen Dienste, mit denen Ihr Plattformen wie flickr systematisch durchsuchen könnt. Und natürlich Plugins für WordPress-Blogs wie foter, mit denen gesuchte Motive gleich in den Blog geladen werden.

Welche Dienste für Euch am bestens geeignet sind, müsst Ihr selbst austesten – da spielen der persönliche Geschmack und der Stil Eures Blogs die entscheidende Rolle. Auf jeden Fall finden sich auf den vorgestellten Plattformen jede Menge Fotos, mit denen Eure Blogartikel gut aussehen, auch wenn Ihr mal keine Zeit oder Lust habt auf eigene Fotoproduktionen.

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