Nicht leicht zu finden: Der optimale Blogname

Werdende Eltern diskutieren häufig monatelang über den Namen ihres Kindes. Die Meinung von der lieben Verwandtschaft gibt es meistens noch ungefragt dazu. Bei der Namenssuche für Blogs scheint dagegen weit weniger Geduld und Diskussionsbereitschaft vorhanden zu sein. Da wird oft der erste Einfall direkt in die Tat umgesetzt, sofern die gewünschte Adresse noch frei ist. Im Nachhinein erweist sich das oft als großer Fehler. Denn ein unpassender oder schwer zu merkender Name wirkt schnell unprofessionell und kann Leser kosten. Deshalb kommen hier unsere Tipps für die Suche nach dem optimalen Blognamen – inklusive Informationen zu den neuen Domainendungen.

Herausforderung Domainsuche

Im Prinzip ist die Sache mit der Namenssuche ganz einfach. Denn es gibt klare Kriterien für eine gute Blog- (und natürlich auch Webseiten- oder Shop-) Adresse:

  • kurz
  • aussagekräftig
  • leicht zu merken

Weitere Faktoren sind zum Beispiel, dass der Name Eurer Zielgruppe entsprechen sollte, eventuell global verständlich ist und natürlich, dass Ihr damit keine Rechte anderer Menschen oder von Unternehmen verletzt.

Diese Anforderungen müssen unter einen Hut gebracht werden – und dann muss natürlich noch eine entsprechende Domain frei sein. Das ist im Moment tatsächlich eine große Hürde, vor allem wenn Ihr Euch auf beliebte Endungen wie .de oder .com festlegt. Da sind einfach schon viele eingängige, prägnante Kombinationen besetzt.

Neue Endungen als Alternative?

Die neuen Endungen sind eine Möglichkeit, um sich von der Blogger-Konkurrenz abzusetzen.
Die neuen Endungen eröffnen Blogger unendliche kreative Möglichkeiten – aber welche TLDs kommen für Blogger überhaupt in Frage?

Für neue Freiräume sollen die neuen Top Level Domains (nTLD) sorgen, von denen in diesen Tagen tatsächlich die ersten in die allgemeine Registrierungsphase starten. In den kommenden Jahren werden Monat für Monat etliche neue Endungen ins Netz eingeführt – am Ende werden es mehr als 1000 sein. Davon sind natürlich längst nicht alle für Blogger interessant und viele sind ohnehin einem limitierten Nutzerkreis vorbehalten. Dennoch lohnt sich die Beschäftigung mit den neuen Endungen.

Kurze Hintergrundinformation: Derzeit gibt es neben den länderspezifischen TLDs wie .de oder .at insgesamt 22 generische TLDs (gTLDs), beispielsweise .com, .info und .net. Künftig wird diese Palette durch Endungen wie .app, .kitchen und .bike ergänzt. Dazu kommen geografische Endungen wie .berlin, .ruhr oder .paris.

Die von vielen Bloggern favorisierte Endung .blog wird es zumindest vorerst aber leider nicht geben. .blog ist eine von 25 Endungen, die die ICANN bei der Zulassung auf Warteposition gesetzt hat. Befürchtet wird eine „Kollisionsgefahr“: Die Endungen könnte für technische Probleme sorgen und die Stabilität des Netzes gefährden. Es kann gut sein, dass .blog noch kommt, momentan kann nur keiner sagen, wann es soweit sein wird.

Welche nTLDs sind für Blogger sinnvoll?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Es fehlen einfach noch die Erfahrungswerte. Grundsätzlich lässt sich sagen: Die etablierten Endungen wie .de, at oder .com werden erstmal auch weiterhin die Nase vorn haben. Schlicht und einfach, weil sie allen Nutzern bekannt sind und ein hohes Vertrauen genießen. Und auch bei Suchmaschinen haben die klassischen Endungen – zumindest noch – das bessere Ranking.

Die Newcomer müssen sich dagegen erst noch ihren Platz erobern. Die Nutzer müssen sich an sie gewöhnen. Und wie bei den „alten“ TLDs wird es auch hier Endungen geben, die besonders beliebt sind und andere, die da nicht mithalten können.

Der Vorteil der neuen TLDs ist, dass sie ausgesprochen kurze und knackige Blognamen ermöglichen und bereits allein durch die Endung einen ersten Hinweis darauf geben, in welchen Bereich ein Blog einzuordnen ist. Die kreativen Möglichkeiten wachsen erheblich und laden dazu ein, mit dem Namen und den Endungen zu spielen.

Ihr könnt Euch so eine originelle TLD passend zu Eurem Thema oder Eurer Zielgruppe auswählen. Für einen Blog rund um die Familie oder die Kindererziehung zum Beispiel .baby oder familiy. Wer sich mit neuen Apps beschäftigt, könnte .app wählen. Für einen Wohnblog könnte .design passen. Ist Euer Standort für Euch wichtig, könnt Ihr natürlich auch eine City-TLD wie .berlin wählen und die mit Eurem Thema kombinieren.

Fazit: Wie meistens im Leben gibt es sowohl gute Argumente für die neuen Endungen wie auch dagegen. Letztendlich hängt diese Entscheidung im Moment sicherlich von Eurem Mut zum Experiment ab. Auf jeden Fall könnt Ihr Euch damit aber von der Bloggerkonkurrenz absetzen und mit einer guten Kombination aus Namen und neuer Endung ein Alleinstellungsmerkmal schaffen.

Professionelle Ziele – professionelle Suche

Von den neuen Endungen und ihren Möglichkeiten zurück zu unserer Ausgangsfrage: Wie finde ich den optimalen Namen für meinen Blog? Geht es lediglich darum, dass Ihr Eure Gedanken/Ideen/Kunstwerke mit einem kleinen Kreis von Freunden teilen wollt, müsst Ihr Euch über die Namensfindung natürlich nicht wirklich Gedanken machen.

Viele Blogger gehen inzwischen aber mit professionellen Ansprüchen an Ihr Projekt heran: Mit ihrem Blog möchten sie sich (potenziellen) Auftraggebern präsentieren, ein Produkt oder ein Unternehmen promoten, über Anzeigen und Sponsoren Geld verdienen… Wer sich solche Ziele setzt, muss von Anfang gezielt und strukturiert vorgehen.

Erster Schritt ist der Marktcheck: Welche Domainnamen gibt es im jeweiligen Bereich bereits? Welche empfindest Du als aussagekräftig, welche als nichtssagend und warum? Mach Dir Notizen dazu und diskutiere Deine Beobachtungen mit Leuten in Deinem Umfeld.

Die Konkurrenzbeobachtung kann Dir erste Aufschlüsse darüber geben, wohin es für Dich selbst gehen soll. Auf dieser Basis geht es dann an die konkrete Ideenfindung. Dir fällt aber leider nichts wirklich Gutes ein? Kreativitätstechniken wie Brainstorming und Mindmapping sind „Dünger“ für neue Ideen. Wie das genau funktioniert, erfährst Du in diesem und in diesem Beitrag.

Auf jeden Fall sinnvoll ist auch eine Keyword-Suche: Über welche Begriffe wollt Ihr gefunden werden? Für was steht Ihr? Auch in diesem Fall könnt Ihr Euch von Google assistieren lassen, ähnlich wie bei der Suche nach einem guten Blogthema. Unter Umständen ist auch ganz schlicht und einfach Euer Name ein guter Name für den Blog, etwa wenn Ihr als Freiberufler den Blog als Ersatz für eine klassische Webseite nutzen möchtet.

Hilfe aus dem Netz: Online-Tools für die Domainsuche

Welche anderen Begriffe gibt es rund um ein Wort noch? visuwords zeigt sie Dir.
visuwords ist ein Online-Tool, das Dir bei der Namenssuche Inspiration per Klick liefern kann.

Im Netz gibt es mittlerweile auch eine ganze Reihe guter Online-Tools, die bei der Namenssuche eine zusätzliche Unterstützung sind. Interessant ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Seite Visuwords. Wie der Name bereits andeutet, werden bei diesem Online-Wörterbuch Keywords und verwandte Worte visuell dargestellt. Es entsteht dabei eine Art automatischer MindMap.

Alles Zucker? Von wegen - da lässt sich noch viel mehr rausholen.
Alles, was zuckersüß ist: Das Visual Dictionary erklärt die Welt in Bildern und liefert so neue Anregungen.

Bei der Seite Visual Dictionary handelt es sich um ein Online-Lexikon, das ganz auf die Macht der Bilder setzt und unterschiedlichste Begriffe mit Hilfe von Grafiken und Illustrationen erklärt. Das Lexikon liefert vielleicht nicht den ultimativen Domainnamen, kann aber zumindest eine gute Inspirationsquelle sein, um auf neue, ungewöhnliche Ideen zu kommen.

Lieber früh als zu spät: Der Domaincheck

Du hast mehrere gute Ideen für einen Domainnamen gesammelt? Bestens – dann ist es Zeit für den Domaincheck. Dabei gilt: Je früher Du die Verfügbarkeit einer Adresse prüfst, desto besser. Das beugt Enttäuschungen und unnötiger Arbeit vor.

Der Domaincheck ist Pflicht und sollte immer möglichst schnell gemacht werden.
Ein Domaincheck dauert nur wenige Sekunden und kann Dir jede Menge unnötige Arbeit ersparen.

Für das Überprüfen einer Domain solltest Du immer einen professionellen Domaincheck nutzen, der von vielen Domain- und Webhostingunternehmen kostenlos angeboten wird (natürlich auch von checkdomain). Innerhalb weniger Sekunden kannst Du so sehen, ob eine Adresse noch frei oder schon registriert ist.

Zusätzlich sind hier sogenannte whois-Abfragen möglich: Damit lässt sich schnell und einfach ermitteln, wem eine bereits vergebene Domain gehört. Denn dass ein Domainname schon registriert ist, muss nicht zwangsläufig das Aus bedeuten. Eine Nachfrage kostet nichts und zahlt sich vielleicht aus.

Grundsätzlich noch der Tipp: Zieh Dich mit Deinen Namensideen nicht zu sehr ins stille Kämmerlein zurück. Wenn Du die Chance hast, diskutiere sie mit Freunden und Kollegen. Nimm Kritik dabei als etwas Positives – sie gibt Dir die Möglichkeit, Deine Ideen weiterzuentwickeln und etwas noch Besseres daraus zu machen.

Ich hoffe, Dir helfen diese Tipps bei der schwierigen Suche nach dem optimalen Namen weiter. Im nächsten Text rund ums Bloggen gibt’s noch einen Überblick über beliebte Bloggersoftware – und dann bist Du schon startklar für die ersten Beiträge!

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