Endspurt 2015: Die Domainnews im Dezember

Endspurt. Der letzte Monat des Jahres hat begonnen und Weihnachten ist auch nicht mehr weit. Für die einen ein Grund, nochmal richtig aufs Tempo zu gehen. Und für die anderen der richtige Zeitpunkt, um schon mal ein bisschen abzubremsen. Genau das passiert diesen Dezember in der Domainwelt, zumindest was die neuen Domainendungen angeht, die einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Viel zu berichten gibt es dennoch – kompakt zusammengefasst in unserem monatlichen Überblick.

Ein Dezember ohne Überraschungen

Bis zu zwei Dutzende neue Top Level Domains (nTLD) sind 2015 in jedem Monat neu ins Netz gestartet. Im Dezember gibt es einen kleinen Break: Für die letzten Wochen des Jahres steht kein einziger Neustart auf dem Programm. Das liegt nicht an der Wintermüdigkeit der Domainszene, sondern an der Strategie der verschiedenen Vergabestellen: Offenbar versprechen sich viele von einem Start im neuen Jahr mehr Potenzial – zumindest stehen für den Januar auffallend viele interessante Kandidaten in den Startlöchern, unter anderem die .auto-Domain und die .game-Domain.

Jede Menge Autos: Die Sunrise-Starts im Dezember

Dem allgemeinen Start ins Netz vorgeschaltet ist die sogenannte Sunrise-Phase, die zwischen vier und acht Wochen früher beginnt. In der Sunrise-Phase können lediglich im Trademark Clearinghouse eingetragene Unternehmen und Marken für sie wesentliche Domains registrieren – die Internetverwaltung ICANN möchte damit Domain-Grabbern das Leben schwerer machen.

Für den Dezember stehen aktuell diese Sunrise-Kandidaten fest:

Einen vollständigen Überblick über alle bestätigten Sunrise-Starts bietet das TMCH in seinem Launch-Kalender.

Wunsch-Domains jetzt sichern

nTLDs, die sich noch in der Sunrise-Phase befinden, sind zwar nicht für die allgemeine Registrierung freigegeben – zumindest könnt Ihr Domains mit entsprechenden Endungen aber reservieren. checkdomain bietet Euch dafür die kostenlose und unverbindliche Vorbestellung (die natürlich auch für alle Top Level Domains gilt, die noch auf die Sunrise-Phase warten).

Die Vorbestellung funktioniert ganz einfach und genau so, wie Ihr das von der normalen Registrierung à la checkdomain gewohnt seid:

  • Erster Schritt ist der Domaincheck: Gebt in unsere Suchfunktion Eure gewünschte Domain ein – innerhalb weniger Sekunden teilt Euch der Domaincheck mit, ob die Domain noch verfügbar ist.
  • Zweiter Schritt: Ist die Domain noch frei? Dann tragt bitte die benötigten Informationen ein. Anschließend tritt unser Support in Aktion und kümmert sich um alles weitere, damit Ihr so schnell wie möglich mit Eurem Projekt loslegen könnt.

Der Vorteil einer Vorbestellung für Euch: Eine Vorbestellung ist leider noch keine Garantie dafür, dass Ihr Eure Wunsch-Domain am Ende tatsächlich bekommt. Denn natürlich können andere Nutzer bei anderen Unternehmen sich die Domain ebenfalls reservieren. Zumindest seid Ihr aber mit drin im großen Topf und Ihr habt die Sicherheit, keine wichtigten Neuigkeiten zu verpassen. Ihr werdet von uns automatisch auf dem Laufenden gehalten und der checkdomain-Support nimmt umgehend Kontakt zu Euch auf, sobald wir von der jeweiligen Vergabestelle Details zu den Registrierungsbedingungen, den Preisen und den Startterminen geliefert bekommen.

Erst wenn das alles feststeht, müsst Ihr Euch entscheiden, ob Ihr Eure Reservierung in eine verbindliche Bestellung umwandeln möchtet – und wir setzen dann alles daran, die Domain für Euch zu sichern.

Unendliche Geschichte 2015: Dotgay und die nTLD .gay

Dranbleiben zahlt sich im Leben oft aus: Nach diesem Motto scheint Dotgay LLC im Bewerberrennen um die neue .gay-Domain zu handeln. Bereits zweimal haben die New Yorker probiert, ihre Bewerbung als sogenannte Community Endung bei der Internetverwaltung ICANN einzureichen – und sind damit zweimal gescheitert. Nichts desto trotz folgt jetzt Versuch Nummer drei: Dotgay LLC hat vor kurzem erneut einen „request für resconsideration“ bei der ICANN abgegeben.

Ziel ist es auch dieses Mal wieder, dass die Bewerbung als Community-Bewerbung eingestuft und damit ein Vorrecht gegenüber kommerziellen Konkurrenten erreicht wird. Statt der „Economist Intelligence Unit“ der ICANN soll eine unabhängige dritte Partei darüber entscheiden, ob die Bewerbung die entsprechenden Kriterien erfüllt. Wir sind gespannt, ob Dotgay mit dieser Strategie tatsächlich eine Wiederholungsprüfung erreicht und ob diese dann vielleicht den gewünschten Erfolg bringt.

Schrille Töne: Streit um die .radio-Domain

Und noch eine Community Bewerbung, bei der es Ärger gibt: In der Auseinandersetzung um die nTLD .radio ist jetzt die ICANN verklagt worden. Kläger ist der Bewerber BRS Media, der gleichzeitig Vermarkter der beiden Domainendungen .am und .fm ist. Dabei handelt es sich eigentlich um die länderspezifischen Top Level Domains (ccTLD) von Armenien und Mikronesien, die jedoch vor allem „zweckentfremdet“ von Radiostationen genutzt werden.

Die Vorgeschichte: Die ICANN hatte entschieden, dass die Bewerbung der European Broadcasting Union (EBU) die Mindestkriterien für eine Community-Bewerbung erfüllen würde. Für die EBU heißt das: Sie kann den Zuschlag für die .radio-Domain ohne millionenteure Auktion bekommen und die Konkurrenten wären raus aus dem Rennen. BRS Media bezweifelt, dass die mehr als 70 Rundfunkanstalten, für die die EBU steht, eine Community darstellen. Zudem wird der ICANN durch die Blume eine parteiliche Entscheidung unterstellt. Wie es weitergeht, ist derzeit völlig unklar – die .radio-Domain wird auf alle Fälle erst einmal nicht auf Sendung gehen.

Zum Ersten, zum Zweiten…: Neue Runde für nTLD-Auktionen

Je erfolgsversprechender eine neue Domainendung ist, desto größer ist der Kreis der Interessenten, die bei der ICANN ihre Bewerbung eingereicht haben. Am Ende kann aber nur einer Vergabestelle werden – weshalb die Konkurrenten, die die Prüfung durch die ICANN bestanden haben, zunächst in Verhandlungen versuchen, eine Lösung zu finden. Hilft das nicht, steht am Ende die sogenannte auction of last resort. Von diesen offiziellen, von der ICANN selbst angesetzten Auktionen hat es bisher 13 Runden gegeben, die der Internetverwaltung mehr als 60 Millionen US-Dollar in die Kasse gespült haben. Und noch ist der Geldregen nicht vorbei, denn die nächsten Auktionen stehen an: Unter den Hammer kommen die .shop-Domain, die .shopping-Domain, die .cam-Domain und die .phone-Domain.

Gut möglich, dass bei der Versteigerung der Endung .shop neue Dimensionen erreicht werden: Neun Bewerber möchten die nTLD haben, viele davon finanzielle Schwergewichte – wie etwa Google, das Online-Versandhaus Amazon oder der nTLD-Spezialist Donuts. Als Termin für die Versteigerung wurde der 27. Januar 2016 angesetzt, ebenso wie die Auktion für .shopping. Die .cam-Domain und die .phone-Domain kommen bereits eine Woche früher – am 20. Januar – unter den Hammer.

Die .com-Domain läuft und läuft und läuft

Da können die neuen Domainendungen locken wie sie wollen und Domain-Experten noch etliche Male versichern, dass es mittlerweile quasi unmöglich ist, eine wirklich gute, noch nicht vergebene .com-Domain zu finden: Die Registrierungszahlen für den Domain-Dino bewegen sich trotzdem weiterhin in enormer Höhe. Nach den aktuellsten Zahlen gab es laut der zuständigen Vergabestelle VeriSign allein im Oktober 2015 einen Zuwachs um knapp eine Million neuer .com-Adressen auf jetzt knapp 121 Millionen .com-Domains. Von Juli bis September seien es 9,2 Millionen Neuregistrierungen gewesen.

Positive Entwicklung bei nTLD-Registrierungen

Bei VeriSign geht man davon aus, dass man für .com und Co. in Zukunft nicht mehr mit derartig hohen Zahlen rechnen kann, weil die nTLD-Konkurrenz merklich an Marktmacht gewinnen wird. Noch sind die neuen Domainendungen im Vergleich zu etablierten Domains wie .com oder .de Zwerge. Doch die Tendenz geht tatsächlich deutlich nach oben. Bald werden 800 nTLDs in die allgemeine Registrierung gestartet sein.

Aktuell sind mehr als 9,4 Millionen Adressen mit einer neuen Domainendung registriert. Die erfolgreichste nTLD ist dabei nach wie vor .xyz mit etwa 1,5 Millionen Domains. Dahinter folgt mit großem Abstand .top mit zirka 750 000 Domains und auf Platz 3 liegt .wang (chinesisch für Website) mit mehr als 500 000 Domains. Wobei man für alle Top3-Endungen einräumen muss, dass die hohen Zahlen zumindest teilweise nicht ganz sauberen Vermarktungsaktionen entspringen.

Bei .xyz hat der Registrar Network Solutions zum Beispiel jedem Kunden, der bei dem Unternehmen eine .com-Domain registriert hat, automatisch die entsprechende .xyz-Domain für ein Jahr „geschenkt“. Allein das brachte 100 000 Registrierungen direkt zum Start. Misstrauisch könnte man auch angesichts der Tatsache werden, dass mehrere 100 000 .xyz-Domains nicht aufrufbar sind.

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