Neue Chancen vs. neue Risiken: Wie Unternehmen über die neuen TLDs wissen sollten

Bei checkdomain beschäftigt uns das Thema neue Top Level Domains berufsbedingt schon ziemlich lange. Wir warten hier seid Monaten darauf, dass es endlich losgeht mit der neuen Vielfalt im Netz und sind natürlich auch ziemlich gespannt, ob wirklich alles klappt – schließlich gibt es bisher kein vergleichbares Ereignis. Um die 1400 neue Domainendungen werden in den kommenden Jahren eingeführt. Das Internet wird sich dadurch komplett verändern. Und langsam kommt die gewaltige Bedeutung der nTLDs auch in der Öffentlichkeit an. Speziell für Unternehmen und Markeninhaber wird es jetzt – wenige Wochen vor dem Start der ersten nTLDs – allerdings auch höchste Zeit, sich mit der Materie zu beschäftigen, um ihre Rechte zu sichern und sich effektiv vor Missbrauch zu schützen.

Während sich der „normale Nutzer“ darauf freut, bei Domainendungen endlich aus dem Vollen schöpfen zu können, bedeuten die nTLDs für Unternehmen und Markeninhaber zwar auch neue Chancen, zuerst einmal aber vor allem eine ganze Menge Arbeit und zusätzliche Kosten. Denn auf der einen Seite kann es marketingtechnisch sinnvoll sein, sich eine ganze Reihe passender Domains zu sichern. Auf der anderen Seite müssen die Verantwortlichen immer einen Blick darauf haben, dass der gute Name ihrer Marke nicht von Dritten ausgenutzt wird.

Unverzichtbar: Der Eintrag ins Trademark Clearinghouse

Entstanden aus den Erfahrungen bei den bisherigen Einführungen: Das Trademark Clearinghouse. Screenshot: icann.org

Die Internetverwaltung ICANN hat aus den Erfahrungen bei der Einführung anderer TLDs gelernt und unterstützt Markeninhaber durch diverse Einrichtungen und Mechanismen, allen voran durch das sogenannte Trademark Clearinghouse (TMCH).

Mit dem TCMH haben Markeninhaber die Möglichkeit, zentral ihre Markenrechte bei der Einführung der neuen Domain-Endungen zu wahren beziehungsweise leichter durchzusetzen:

  • Registrierte Markeninhaber werden im Zuge des sogenannten Trademark Claims über alle Domainregistrierungen informiert, die mit der eigenen Marke identisch sind.
  • Interessenten werden über die bestehenden Markenrechte informiert, wenn sie versuchen, eine identische Domain zu registrieren. Sie bekommen eine Warnmeldung, dass für die gewünschte Domain eine Registrierung im TMCH vorliegt und unter Umständen Schutzrechte verletzt werden.

Zudem haben nur im TMCH eingetragene Marken die Möglichkeit, an der sogenannten Sunrise-Phase teilzunehmen, die für die Einführung jeder neuen Domain vorgesehen ist.

Der Eintrag einer Marke ins Trademark Clearinghouse ist eine relativ aufwendige Sache – aber keine Angst, wir von checkdomain unterstützen Euch dabei und nehmen Euch fast die ganze Arbeit ab. Ihr müsst einfach nur auf der checkdomain-Seite dieses Formular herunterladen und ausfüllen. Sobald wir den Markennamen und die Registernummer haben, ergänzen unsere Experten alle weiteren Daten.

Wer gut informiert ist, hat es leichter

Genau 643 Unternehmen und Marken haben bei der ICANN eine Bewerbung um eine eigene nTLD eingereicht – wie zum Beispiel .audi, .airbus oder .adac. Die Brand-Applications machen damit 34 Prozent der insgesamt 1930 eingereichten Bewerbungen aus. Die meisten dieser Marken-TLDs werden voraussichtlich als geschlossene Endungen betrieben werden, das heißt, sie stehen nur intern zur Verfügung.

Daneben gibt es eine große Anzahl generischer Endungen wie .film, .shop oder .hotel und geografische TLDs. In Deutschland wird es künftig unter anderem eigene Städteendungen für .berlin, .hamburg und .koeln geben. Für Unternehmen bedeutet diese große Vielfalt, sich intensiv mit allen neuen Endungen auseinandersetzen und analysieren zu müssen, welche Endungen für Ihr Geschäft von Bedeutung sind. Das können generische, zum Angebot des Unternehmens passende Begriffe ebenso sein wie geografische Endungen, mit denen eine lokale Verankerung demonstriert werden kann.

Dabei müssen leider nicht nur die positiven Effekte bedacht werden, die die nTLDs mit sich bringen, sondern auch die negativen Seiten. Welche Endungen könnten, in Kombination mit dem Markennamen, attraktiv sein für Cybersquatter? Natürlich kann angesichts der Vielzahl neuer Endungen nicht jedes Risiko abgedeckt werden, trotzdem empfiehlt sich ein strategisches Vorgehen.

Domain-Portfolio sichten und entrümpeln

Die Markenschutz-Experten von Markmonitor raten dazu, die Vorbereitung auf die neuen Top Level Domains zugleich für eine Entrümpelung des Domain-Portfolios zu nutzen. Nach Erkenntnissen der Markenschützer bestehen durchschnittlich 80 Prozent des Domain-Portfolios von Marken aus sogenannten defensiven Registrierungen, um der Gefahr des Cybersquattings zu entgehen. Dieser Bestand sollte kritische überprüft werden: Welche Domains werden wirklich noch benötigt? Von welchen kann man sich gefahrlos trennen? Welche Adressen wurden nie wirklich genutzt? Welche Adressen sind eher zweitklassig, wenig prägnant oder sehr kostspielig?

Mit dieser Aufräumaktion werden Freiräume für die kommenden neuen Domains geschaffen – auch finanziell. Denn angesichts von 30, 40 oder 50 neuen TLDs, die in den nächsten drei Jahren monatlich neu eingeführt werden sollen, ist klar, dass hier einiges an zusätzlichen Kosten auf Unternehmen zukommt.

nTLD-Registrierung mit Köpfchen und Plan

Das Domain-Management wird mit den neuen TLDs zu einer noch anspruchsvolleren Aufgabe – entsprechend klar sollten alle Zuständigkeiten geregelt sein. Foto: panthermedia.net/Galina Peshkova

Schon bisher war es nicht einfach im Blick zu behalten, was sich rund um eine Marke oder ein Unternehmen alles im Netz tut und welche Domains registriert werden sollten, um keine Trends zu verpassen. In Zukunft wird das noch wesentlich schwieriger werden. Um so effizient wie möglich zu arbeiten, sollten Unternehmen deshalb klare Richtlinien für ihr Domain-Management aufstellen, raten etwa die MarkMonitor-Fachleute.

  • Wer ist alles berechtigt, neue Domains zu registrieren?
  • Wann sollen Domains registriert werden (etwa direkt zum Start einer neuen TLD, bei der Einführung eines neuen Produkts oder passend zu einer Werbekampagne)?
  • Welche Variationen von Domainnamen müssen beachtet werden? Hierzu gehören zum Beispiel Vertipper-Varianten oder Begriffskombinationen.
  • Sollen die neu registrierten Seiten für sich stehen oder zur Hauptseite weiterleiten? Gibt es lokale oder regionale Varianten?

Mit Blick in die Zukunft aktiv werden

Die ersten neuen TLDs werden in den kommenden Wochen an den Start gehen. Dabei handelt es sich um sogenannte internationalisierte Domainendungen, die aus europäischer Sicht keine allzu große Bedeutung haben. Doch danach geht es voraussichtlich im schnellen Tempo weiter.

Noch fehlen zu allen neuen TLDs konkrete Angaben zu den Registrierungsbedingungen und den Gebühren. Bei einigen Endungen stehen auch Einsprüche von öffentlicher Seite oder von Konkurrenten im Weg. Trotz dieser Unwägbarkeiten ist für Unternehmen jetzt der beste Zeitpunkt, um sich die optimalen Startchancen für das neue Zeitalter im Netz zu sichern. Deshalb bietet checkdomain auch allen Interessenten die Möglichkeit einer kostenlosen und unverbindlichen Vorbestellung von in Frage kommenden Domains. Nutzt diese Chance und sichert Euch jetzt die TLDs, die wichtig für Euch werden könnten – damit Ihr nicht am Ende das Nachsehen habt!

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