Trendreport: Die Domainwelt in Zahlen

Jeden Tag werden bei uns über 200.000 Domains gecheckt. Wir müssen damit zwar nicht ganz so viele Fragen beantworten wie Google (3.500.000.000 am Tag), aber genug um ein paar allgemeine Erkenntnisse abzuleiten, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Fangen wir erst einmal mit zwei allgemeinen Trends an. So ist es interessant, dass aktuell nur noch 9,7% unserer Domainsuchen ein „www.“ vorangestellt wird. Vor etwa einem Jahr lag dieser Wert noch bei über 20%. Immer mehr Nutzer lassen das www. bei der Eingabe einer Domain also weg, ein Trend, der sich sicherlich auch im Browser bei der Domaineingabe fortsetzt. Eine eindrückliche Empfehlung also von uns: Sorgt auf jeden Fall dafür, dass Eure Webseite sowohl mit, als auch ohne www. aufrufbar ist. Auf welche der beiden Versionen ihr dann am Ende weiterleitet bleibt dabei Geschmackssache. Ein anderer Trend ist der Anteil der Direktsuchen, also der Suchen, bei der unsere Kunden direkt eine Domainendung mit angeben (meine-domain.de, statt nur meine-domain). Dieser Anteil ist im letzten Jahr von fast 50% auf um die 40% gefallen. Die Leute haben also nicht mehr so eine konkrete Vorstellung welche Endung sie haben wollen bzw. werden offener für neues. Diese neue Offenheit ist aber wohl auch eine Folge der neuen Domainendungen.

Top-Level-Domain Trends

Trotz eines leichten Rückgangs ist die .de-Domain mit 37% aller Direktsuchen weiterhin die mit Abstand beliebteste Domain. Auf Platz zwei folgt, mit 15%, die .com-Domain und den dritten Platz sichert sich mit 3% aller Direktsuchen die .ch-Domain. Sie ist gleichzeitig der größte Gewinner des letzten Jahres mit einem Anstieg von 78% im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem die .bayern-Domain sich mit 4,68% aller Domainchecks im September letzten Jahres kurzzeitig auf den dritten Platz vorgekämpft hatte, hält sie heute mit 1,43% immer noch solide den siebten Platz der Rangliste und ist damit die beliebteste nTLD. Natürlich lassen sich aus den Domainsuchen auch weiter gehende Präferenzen unserer Kunden ableiten: So sehen sich offensichtlich deutlich mehr unserer Kunden als .democrat, denn als .republican.

Die beliebtesten GEO-TLDs

Ein Trabbi vor der Berliner Mauer
Der strahlende Sieger: Die .berlin-Domain. Bildquelle: http://www.istockphoto.com/mdurinik
  1. .berlin
  2. .hamburg
  3. .koeln
  4. .wien
  5. .london
  6. .paris
  7. .nyc
  8. .istanbul
  9. .zuerich
  10. .vegas

Abgeschlagen am Ende der digitalen Beliebtheitsskala finden sich .boston, .helsinki und .abudhabi. Schaut man auf die Beliebtheit der Länder, also der eher etablierten Domainendungen, sieht man zunächst einmal keine Überraschungen. Deutschland führt solide vor der Schweiz und Österreich. Italien schafft es überraschend auf Platz 4. Dann aber wird es richtig interessant. Den fünften Platz sichert sich der Inselstaat Tuvalu (.tv), gefolgt vom Britischen Territorium im Indischen Ozean (.io). Platz 6 ist mit Montenegro (.me) nicht weniger überraschend besetzt. Erst danach folgen weitere internationale Größen wie Spanien, Russland und Frankreich.
Aber umso beliebter die Domainendung, desto schwieriger wird es natürlich oft eine freie Domain zu finden. So enden zum Beispiel 69% aller Checks einer .com-Domain in der unschönen Nachricht „Domain ist belegt„. Auch Suchen nach .net- und .me-Domains enden in deutlich über 60% der Fälle in einer Sackgasse. Zum einen liegt das wohl an der internationalen Beliebtheit dieser TLDs, zum anderen daran, dass viele Leute bei diesen Endungen dieselben Ideen verfolgen (nachname.me). Deutlich höhere Erfolgsaussichten hat man bei Suchen nach .fr-, .to- oder .li-Domains. Hier nehmen jeweils weniger als 40% der Suchen ein tränenreiches Ende. Ein Insidertipp an dieser Stelle: 84% aller gesuchten .uk-Domains sind noch frei. Die .uk-Domain hat sich erst vor kurzem von .co getrennt und kann jetzt als Single registriert werden. Da geht also noch was!

Die beliebtesten Domainnamen

Kommen wir von den Domainendungen jezt zu den Domains. Man schätzt, dass etwa 30% des weltweiten Internettraffics für pornographische Inhalte anfällt und etwa 4% aller Webseiten aus dem roten Milieu kommen. Dieser Trend geht natürlich auch an uns nicht vorbei und so finden sich in den Top 10 unserer Checks Klassiker wie porn, xxx oder sex.

Neben den Rocco Siffredis stellen die Glücksritter einen weiteren großen Anteil der Domainchecker. Somit finden sich in unseren Top 10 auch Domainnamen wie google, facebook, apple oder amazon. Ich habe gerade mal geschaut und siehe da: Die Domain apple.watch wäre aktuell tatsächlich noch zu haben. Vielleicht der nächste Millionen-Deal? Ach, wäre das nicht das Trademark Clearinghouse

Weiter unten in der Hitliste der meist gesuchten Domains lassen sich dann aber interessante Dinge feststellen. So gibt es mehr Schmidts als Muellers, mehr Schwule als Lesben, mehr BWM als Audi und mehr Immobilienmakler als Reisebüros. Zumindest in der Welt der Domains.
Interessant ist auch: Im Durchschnitt ist die Länge einer gesuchten Domain 6,7 Zeichen lang (Median 5 Zeichen). Bei den wirklich registrierten Domains ist der Schnitt mit 12,7 Zeichen dann deutlich höher. Der Grund ist klar – umso kürzer eine Domain, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese schon vergeben ist. Bei den einstelligen Domains sind es gar 100% (siehe dazu das Domain ABC Teil 1 und Teil 2).

Habt ihr vielleicht noch weitere Fragen zu unserer Domainsuche? Unser Statistik-Team (ähem, ich) freut sich auf eure Fragen!

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