Erfolgreiches Affiliate-Marketing: Wie tickt meine Seite?

Partnerprogramme zahlen sich für Euch umso mehr aus, je besser Ihr Eure eigene Seite kennt und je genauer Ihr wisst, wie Eure Zielgruppe tickt: Weshalb lesen Menschen Euren Blog? Was suchen sie auf Eurer Seite? Habt Ihr mehr männliche oder mehr weibliche Nutzer? Ist Euer Publikum jung oder etwas älter? Aus all diesen Informationen könnt Ihr ablesen, welche Affiliate Programme für Euch am besten funktionieren können. In diesem Beitrag zeigen wir Euch, welche Methoden Ihr nutzen könnt, um ein umfassendes Bild Eurer Nutzer zu bekommen und das Potenzial Eures Blogs oder Eurer Webseite auszuloten.

Wer sind meine Nutzer?

Affiliate Programme werden nur dann zu einem einträglichen Geschäft für Euch, wenn Ihr Werbung auf Eure Seite packt, die für Eure Zielgruppe interessant ist. Denn Eure Provision bekommt Ihr ja lediglich, wenn auch auf die Empfehlungen geklickt beziehungsweise etwas gekauft wird – und da macht der Baumarkt-Link auf der Kosmetikseite wenig Sinn, auch wenn es vom Baumarkt eine besonders hohe Provision gibt.

Diese Daten solltet Ihr ermitteln:

  • Demografische Daten: Alter, Geschlecht, Bildung, finanzielle Verhältnisse
  • Geografische Daten: Wo wohnen Eure Nutzer?
  • Was bewegt Eure Leser?
  • Was macht Eure Konkurrenz?

Demografische und geografische Daten ermitteln

Woher kommen meine Nutzer eigentlich, wie alt sind sie und welchen Bildungsgrad haben sie? Darauf liefert Alexa sekundenschnell Antworten. Screenshot: alexa.com
Woher kommen meine Nutzer eigentlich, wie alt sind sie und welchen Bildungsgrad haben sie? Darauf liefert Alexa sekundenschnell Antworten. Screenshot: alexa.com

Das hört sich aufwendig an, ist dank einiger (kostenloser) Tools aber vergleichsweise einfach. Eines dieser Tools ist Alexa. Ursprünglich nur für den sogenannten Alexa-Rank bekannt, bietet die Seite inzwischen auch eine ganze Reihe von Zusatzinformationen, etwa zum Alter, zum Geschlecht, zum Bildungsstand oder zur geografischen Herkunft Eurer Nutzer. In der kostenlosen Variante liefert Alexa nur eingeschränkte Einblicke. Wer zahlt, bekommt sehr detaillierte Informationen.

Noch bekannter dürfte Google Analytics sein. Das umfangreiche Analyse-Tool der Suchmaschine liefert Euch zahlreiche Details zu Euren Nutzern, weit über Alter und Geschlecht hinaus. Um diesen Dienst nutzen zu können, müsst Ihr Euch anmelden und einen Tracking-Code in Eure Seite einfügen.

Diese Daten benötigt Ihr, um die Auswahl möglicher Affiliate-Programme eingrenzen zu können und die für Euch lukrativsten Möglichkeiten herauszufiltern. Wird Eure Seite zu 70 Prozent von Männern genutzt, bieten Affiliate-Links zu Kosmetik- oder Kindermode-Anbietern geringe Konversions-Chancen. Umgekehrt dürften es auf eher frauen-affinen Seiten typische Männerprodukte schwer haben. Die geografische Herkunft Eurer Nutzer ist vor allem dann interessant, wenn Ihr Affiliate-Programme nutzen möchtet, die sich auf eine bestimmte Region beschränken.

Was bewegt Eure Leser?

Die beiden gerade genannten Tools – vor allem Google Analytics – liefern Euch auch Einblicke in die Interessen Eurer Nutzer. Dazu gibt es natürlich immer die Möglichkeit der Keyword-Analyse: Über welche Suchbegriffe kommen die meisten Leute auf Eure Seite? Diese Keywords sagen bereits eine Menge darüber aus, was Eure Nutzer wollen.

Weitere Informationen liefert ein Blick in Eure Seitenstatistiken:

  • Welche Artikel werden besonders häufig angeklickt?
  • Wo gibt es die meisten Kommentare?
  • Wertet außerdem aus, welche Fragen Eure Leser stellen oder welche Wünsche sie in Kommentaren und Mails äußern.

Wer schon länger bloggt, besitzt meistens ein ganz gutes Gefühl für Themen, die den Nerv der Nutzer treffen. Speziell wenn es um das Thema Geldverdienen geht, ist ein systematisches Auswerten trotzdem gut. Je besser Ihr die Interessen und Bedürfnisse Eurer Nutzer kennt, desto exakter könnt Ihr passende Partnerprogramme auswählen.

Damit erreicht Ihr, dass sich die Nutzer nicht von irgendeiner beliebigen Werbung auf Eurer Seite genervt fühlen, sondern tatsächlich auf die Links klicken, weil sie das Angebot interessiert. Gleichzeitig bewahrt Ihr Eure Glaubwürdigkeit, weil Ihr Euch auf bei der Werbung thematisch auf dem Terrain bewegt, auf dem Ihr Experten seid.

Was macht die Konkurrenz?

Wie sieht es eigentlich bei den Blogs um Euch herum aus, die in gleichen oder ähnlichen Themengebieten unterwegs sind? Auch hier solltet Ihr im Zuge Eurer Recherche genauer hinsehen: Gibt es Beiträge mit besonderes vielen Kommentaren oder Shares? Was steht in den Kommentaren genau drin? Auf diese Weise bekommt Ihr Input über den eigenen Blog hinaus. Das lohnt sich übrigens nicht nur, wenn es ums Affiliate Marketing geht…

Ihr könnt natürlich auch schauen, ob und wenn ja welche Partnerprogramme von Eurer Konkurrenz genutzt werden. Wenn bestimmte Programme häufiger auftauchen, spricht das für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Die Frage ist dann nur, ob es funktioniert, selber ebenfalls auf diesen Zug aufzuspringen.

Lead oder Sale: Welches Provisionsmodell passt besser?

Welche Provisionsvariante sich für Euch besonders lohnt, hängt unter anderem vom Alter Eurer Nutzer ab. Grundsätzlich gilt: Bei jüngeren Nutzern ist das Budget meistens begrenzt, bei älteren ist die Kaufkraft größer. Foto: panthermedia.net / Andriy Popov
Welche Provisionsvariante sich für Euch besonders lohnt, hängt unter anderem vom Alter Eurer Nutzer ab. Grundsätzlich gilt: Bei jüngeren Nutzern ist das Budget meistens begrenzt, bei älteren ist die Kaufkraft größer. Foto: panthermedia.net /
Andriy Popov

Der Blick in die Statistiken kann Euch auch dabei helfen, die Entscheidung für ein Provisionsmodell zu treffen. Sale und Lead sind die beiden wichtigsten Varianten. Während es beim Modell Sale nur Geld gibt, wenn der von Euch weitergeleitete Nutzer einen Kauf tätigt, geht es beim Lead nicht in erster Linie um den Umsatz, sondern darum,  dass der Nutzer eine bestimmte Sache tut – etwa seine Daten hinterlässt.

Welche Variante für Euch lohnenswerter ist, hängt wesentlich von Eurer Nutzergruppe ab. Bei Lifestyle- oder Designblogs zum Beispiel ist es für die Leser ein ganz wesentliches Element zu erfahren, wo sie die in Beiträgen gezeigten Produkte bekommen. Hier sind also eindeutig Leute am Start, die Geld ausgeben wollen. Entsprechend sollten auch Sale-Modelle gut funktionieren.

Tipp: Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf das Alter Eurer Nutzer. Wenn Ihr zum Beispiel sehr viele sehr junge Leser habt, ist deren Shoppinglust zwar groß, das Budget dagegen meistens klein und es werden überwiegend günstige Produkte gekauft, die nur eine kleine Provision bringen. Bei großem Traffic kann es sich natürlich trotzdem lohnen auf die Sale-Variante zu setzen – bei geringerem Traffic kommen dagegen vermutlich nur Cent-Beträge rein.

Zusätzlich solltet Ihr auch bei dieser Entscheidung auf die Keywords schauen, über die Eure Seite gefunden wurde. Taucht in den Anfragen häufig der Begriff „kaufen“ auf (kombiniert mit einem Produkt), weist das klar daraufhin, dass Eure Nutzer Kaufabsichten haben. Begriffe wie „Informationen zu Produkt XY“ oder „Infos über Produkt XY“ zeigen dagegen, dass ein Besucher erst in der Suchphase ist.

Leider gibt es kein Patentrezept dafür, welches Modell auf welcher Seite am besten funktioniert. Dazu kommt, dass natürlich auch Varianten angeboten werden, bei denen Sale und Lead kombiniert sind. Letztendlich hilft also nur das Ausprobieren – wobei eine gründliche Analyse im Vorfeld auf jeden Fall dabei hilft, nicht auf’s völlig verkehrte Affiliate-Pferd zu setzen.

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