Onpage-Optimierung für Einsteiger

Jeder von Euch, der sich ein Geschäft im Onlinebereich aufgebaut hat, wird eher früher als später mit dem Begriff Suchmaschinenoptimierung (SEO) konfrontiert. Gerade wenn nicht allzu viel Budget zur Verfügung steht, sollte man sich selbst etwas mit dem Bereich SEO beschäftigen. Denn wenn man in einem Nischenmarkt oder lokal tätig ist, kann hier vielleicht schnell einige Hebel umlegen und die Besucherzahlen über Google steigern. Wir erklären Euch die wichtigsten Maßnahmen zur Onpage-Optimierung.

Wie fängt man an mit der Optimierung?

Zu erst solltet Ihr prüfen, ob Google Eure Interseite überhaupt bekannt ist. Wie das funktioniert, hatte ich bereits in einem anderen Artikel erklärt. Solltet Ihr diese Schritte dort alle geprüft haben und findet Euch auch selbst im Google-Index, dann können wir einen Schritt weitergehen.

In der Suchmaschinenoptimierung unterscheidet man grob zwischen 2 Arten der Optimierung:

  1. Die Onpage-Optimierung: Hier fällt alles rein, was Ihr, Euer Webmaster oder Euer Programmierer direkt auf der Webseite ändern könnt.
  2. Die Offpage-Optimierung: Dies sind alle Einflüsse, dir Ihr nicht auf Eurer Seite anpassen könnt. Hier dreht es sich um das Aufbauen von Links (oder besser Vertrauen und Autorität).

Dieser Artikel dient der Einführung in das Thema und behandelt nicht jede Kleinigkeit – so viel dazu im Vorwege :)

Die Onpage-Optimierung

Fangen wir an! Die Onpage-Optimierung kann man grob in 5 Unterpunkte untergliedern:

  • Keyword-Recherche
  • Meta-Angaben der Seite
  • URL der Seite
  • interne Verlinkung
  • Grafiken
  • Content
Tipps zur Keywordrecherche
Die Wahl des richtigen Keywords, kann neue Besucher auf Eure Seiten bringen (© panthermedia.net / Sergey Khakimullin)

Die Keyword-Recherche

Einen Sonderstellung in der OnPage-Optimierung nimmt die Keyword-Recherche ein. Denn hier geht es darum zu sondieren, für welches Keyword die eigene Homepage bei den Suchmaschinen „ranken“, also gefunden werden soll. Ein Keyword ist der Suchbegriff, den potenzielle Kunden bei Google oder in einer anderen Suchmaschine eingeben, um Informationen zu erhalten, Preise zu vergleichen oder um direkt etwas kaufen zu wollen.

Für die Suchmaschinenoptimierung ist eine Recherche der Suchbegriffe der elementare Faktor. Denn man sollte ja schließlich wissen, in welche „Richtung“ man optimieren will. Hier sollte man sich auch genug Zeit nehmen, um seine Keywords zu sammeln. Das Keyword-Tool von Google wird Euch dabei behilflich sein.

Um das richtige Keyword zu finden, können Euch folgende Fragen helfen:

  • Mit welchen Suchbegriffen könnten meine potenziellen Kunden meine Seite über eine Suchmaschine finden?
  • Wird das Keyword häufig verwendet oder gibt es andere Wortkombinationen oder Synonyme, die ein höheres Suchvolumen aufweisen?
  • Wird es erfolgreicher sein, ein Keyword mit einem hohen Suchvolumen auf Platz 10 zu haben als eines mit niedrigem Suchvolumen auf Platz 1?

Daher kann man sagen, dass eine vernünftige Keyword-Recherche das Fundament einer guten Suchmaschinenoptimierung ist. Die anderen Punkte drehen sich dann um das Einsetzen der recherchierten Keywords in Eure Webseite.

"Domain Check" in den SERPs
Unser Suchergebnis bei google

Suchergebnis bei Google

Das SERPs (Search Engine Result Page) bei Google zeigt schon einige OnPage-Faktoren. Hier ein Beispiel von checkdomain.de, wenn man nach dem Keyword „Domain Check“ sucht – wie Ihr seht, wird der Suchbegriff fett dargestellt.

Die Meta-Angaben der Seite

Es gibt eine Menge Meta-Tags. Eine komplette Übersicht findet sich bei SEO-United. Ich will für Euch hier allerdings nur auf die relevantesten eingehen. Daher konzentriere ich mich hier auf:

    • Title (bzw. <title>): Der Title ist zwar kein Meta-Tag, aber dennoch der wichtigste Faktor der OnPage Optimierung (neben dem Inhalt der Seite, versteht sich). Dieser sollte eine maximale Länge von 65 bis 70 Zeichen haben. Sonst wird er (wie bei uns oben :)) ausgepunktet. Der Title sollte so gut wie möglich den Inhalt der Seite beschreiben und das Keyword der Seite beinhalten – bestenfalls am Anfang. Achtet aber darauf, dass Ihr im Title nicht einfach nur Keywords aneinanderreiht! Google erkennt das und wertet es in der Regel nicht positiv. Soll der Namen Eurer Firma (Brand) genannt werden, dann macht das am Ende des Titles. Abschließend sei noch erwähnt, dass Ihr auf Superlativen (besten, großartigsten, etc.) verzichten und Füll- und Stoppwörter auf ein Mindestmaß reduzieren solltet.
    • Description (bzw. <meta name=“description“>): Das Meta-Tag Description soll eine Beschreibung des Seiteninhalts wiedergeben. Diese sollte den Suchenden zum Klicken auf Euren Eintrag animieren. Dieser Meta-Tag hat keinen Einfluss auf die Position bei Google im Gegensatz zum Title. Allerdings lässt sich mit einer sauberen Description eine gute Klickrate erzielen. Daher solltet Ihr hier – in bis zu 160 Zeichen – ein bis zwei Sätze schreiben, die Eure Seite bestmöglich beschreiben. Und das Ganze noch so, dass die Leser animiert werden, auf genau Euer Ergebnis zu klicken. Und auch hier: bitte nicht einfach nur Suchbegriffe aneinanderreihen. Aber nennt ruhig das Hauptkeyword der Seite, denn es wird in den Suchergebnissen von Google fett dargestellt (siehe oben!).
    • Robots (bzw. <meta name=„robots“>)Über das Meta-Tag Robots lässt sich steuern, ob Google und anderen Suchmaschinen Eure Seite überhaupt in deren Index aufnehmen dürfen und auch, ob der Suchmaschinen-Robot den Links der Seite folgen darf. Für diese Metatag gibt es folgende Attribute:
      1. index: sagt den Suchmaschinen, das die Seite indiziert werden soll
      2. noindex: sagt den Suchmaschinen, dass die Seite NICHT indiziert werden soll
      3. follow: sagt den Suchmaschinen, dass Sie den Links auf der Seite folgen soll
      4. nofollow: den Links auf der Seite soll NICHT gefolgt werden
      5. noodp: sollte z.B. Euch Description nicht vorhanden sein, dann wird aus dem DMOZ bzw. ODP eine Description für Euch gezogen.
      6. noydir: wie bei Punkt 5, nur das hier keine Daten aus dem Yahoo Directory gezogen wird
    • Keywords (bzw. <meta name=„keywords“>): Hier werden eigentlich die Begriffe eingetragen, die im Text oder auf der Seite vorkommen. Nun, im Jahr 2012 (und auch die Jahre davor) ist das Meta-Tag „Keywords“ total unwichtig. Das ist auch der Grund, warum ich es überhaupt erwähne ;) hier muss nichts mehr ausgefüllt werden. Google erkennt auch ohne dieses Meta-Tag, um was sich Eure Internetseite handelt.
    • news_keyword (bzw. <meta name=„news_keywords“>): Dieses Meta-Tag wurde diese Woche erst von Google vorgestellt und soll Seiten dienen, die aktuelle Nachrichten bringen. Inwiefern das funktioniert, bleibt abzuwarten.

URL der Seite

In eurer URL sollte auf alle Fälle das gewünschtes Keyword mit genannt werden. Sucht Ihr nämlich wie im Beispiel unten nach „Webhosting“ wird dieser Begriff mit in der Suchergebnissen bei Google fett dargestellt. Ihr solltet ebenfalls darauf achten, dass Ihr „sprechende“ URLs verwendet. Also keine dynamischen URLs, in denen sich Parameter befinden wie z.B.

http://www.beispiel.de/index.php?id=77&cat=55&sid=ggfh2739ijhkhjkjc789109

Durch einen mod_rewrite lässt sich allerdings die dynamische URL in eine „sprechende umwandeln“. Aus dieser unleserlichen URL wird dann so etwas wie

http://www.beispiel.de/kategorie/produktbezeichnung

Solltet Ihr Euch damit nicht auskennen, wendet Euch an Euren Programmierer oder Webmaster.

Einen anderen Punkt, den Ihr auf alle Fälle beachten solltet: Eure Zielseite sollte immer nur eine „richtige“ URL haben. Ein kleines Beispiel erklärt das sicherlich besser:

http://www.beispiel.de/index.php

http://www.beispiel.de/

http://www.beispiel.de

und

http://beispiel.de

sehen alle gleich aus, wenn man sie aufruft,  sind für Google aber vier unterschiedliche Seiten und somit Duplikate. Das verwirrt die Suchmaschine, weil Sie so gar nicht weiß, welche denn nun wirklich relevant ist. Legt Euch hier also auf eine Adresse fest. (bestenfalls sollte es http://www.beispiel.de/ sein) und leitet alle anderen Seiten darauf per 301 Redirect weiter. Die Umleitung weist der Suchmaschine dann den Weg zum Original.

Interne Verlinkung bei der OnPage Optimierung
Meistens unterschätzt: Die interne Verlinkung (© panthermedia.net / iqoncept)

Die interne Verlinkung

Eine gute interne Verlinkung sorgt dafür, das die Suchmaschine alle (relevanten) Seiten findet und indizieren kann. Der Textlink sollte ruhig das Keyword der Zielseite im Text haben, das erhöht die Wertigkeit. Zudem verwendet intern nicht mehr als 3-5 unterschieldiche Linktexte zu einer Seite. Auch Bilder lassen sich für eine interne Verlinkung heranziehen, wenn ein Textlink nicht möglich ist. Hier sollte dann das Alt-Attribut das Keyword der Zielseite beinhalten. Achtet außerdem darauf, dass Ihr immer auf die gleiche Seite verlinkt, wenn wir das o.g. Beispiel weiterführen, solltet Ihr immer auf http://www.beispiel.de/ verlinken und nicht auf die Seiten, die weitergeleitet werden.Wichtig: Verlinkt intern nicht auf Seiten, die einen 404 Fehlercode zurückgeben (die also gar nicht existieren), die per 301 Redirect weitergeleitet werden oder die ein Canonical-Tag enthalten (das nicht auf sie selbst zeigt).Hier findet Ihr noch eine sehr gute Infografik zu der internen Verlinkung: Die zehn Gebote der internen Verlinkung von Astrid Staats.

Bilder auf der Internetseite

Gestaltet Eure Seiten nicht zu grafiklastig. Die Suchmaschinen können Bilder noch nicht richtig auslesen, das heißt Sie wissen nicht, was das Bild darstellt. Selbst wenn Text in die Grafik eingebaut wird, kann das nicht erfasst werden. Daher müsst Ihr ein Bild mit dem alt-Attribut versehen. Dort schreibt Ihr dann den Alternativ-Text (daher alt) rein. Ergänzen solltet Ihr das Ganze dann noch um das Title-Attribut, dass angezeigt wird, wenn man sich mit der Mouse über dem Bild befindet. Alt- und Title-Attribut können hingegen von den Suchmaschinen ausgelesen werden – deshalb enthalten beide auch das entsprechenden Keyword!

Zusätzlich könnt Ihr dem Bild einen vernünftigen Namen geben. Als Gebrauchtwagenhändler z.B. gebrauchtwagen-vw-polo.jpg anstelle von foto123.jpg. Der Grund sollte klar sein ;)

Content – der Inhalt Eurer Seite

Content is king! Google und die anderen Suchmaschine lieben einizgartigen Content. Wenn die Suchmaschinen Eure Seiten auslesen, dann achten Sie natürlich auf Eure Inhalte. Durch das recherchierte Hauptkeyword und das Verwenden von Synonymen im Text, zeigt Ihr Google und Co. ganz klar, um was es auf Eurer Seite geht. Einige Dinge, auf die Ihr achten solltet sind:

  1. Überschriften: Benutzt für Euren Text eine Überschrift <h1>, die ebenfalls das Keyword beinhaltet und wenn es der Text hergibt, eine Gliederung mit <h2> und <h3>-Überschriften.
  2. Textformatierung: Wenn Ihr auf der Seite das Keyword oder ein Synonym verwendet, stellt den Text fett, unterstrichen oder kursiv dar. Dies ist für den Leser, aber auch für die Suchmaschinen ein Zeichen, um was in diesem Text wirklich wichtig ist. Übertreibt es aber damit nicht ;) es soll vernünftig aussehen und Eure User nicht abschrecken. Je nach Länge des Textes sollte es 3-5 Mal verwendet werden.
  3. Listen und Aufzählung: Fasst zum Abschluss noch einmal die wichtigsten Punkte in einer Liste <ul> und <li> zusammen.
  4. Keywordnähe: Wenn Euer Suchbegriff nicht nur aus einem Keyword besteht, dann sollten diese auch so nah wie möglich im Text zusammen stehen (z.B. „ein Auto zu kaufen“ oder „Der Kauf eines Autos“, etc.)
  5. Text-Einzigartigkeit:Die Suchmaschinen mögen einzigartigen Text (unique content). Also kommt nicht auf die Idee, Texte einfach nur von anderen Seiten zu kopieren, sondern recherchiert und schreibt die Texte selbst. Auch wenn Euch ein Zulieferer Texte für Euren Onlineshop gibt, schreibt diese selbst neu. Denn wenn Ihr den Text bekommen habt, dann sicherlich auch andere Anbieter ;) Abschließend noch ein Link auf eine Grafik, die die ideale Gestaltung für eine OnPage-Optimierung wiedergibt. Denn manchmal sagt ein Bild mehr als jeder Text.

Die Weiten der Onpage-Optimierung

So, ich komme zum Schluss. Das Thema OnPage-Optimierung in der SEO ist verdammt umfangreich, wie Ihr schon selbst seht. Für jeden Unterpunkt müsste man eigentlich einen eigenen Artikel verfassen und das werde ich im Laufe der Zeit auch tun. Versprochen!

Dennoch hoffe ich, dass den Neulingen unter Euch diese Tipps helfen. Wenn Ihr Fragen oder Anregungen habt, freue ich mich selbstverständlich auf Eure Kommentare!

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7 Gedanken zu „Onpage-Optimierung für Einsteiger

  1. Hi,
    ein sehr cooler Artikel!

    OnPage Optimierung ist echt viel Arbeit und wie du schon sagtest ein sehr umfangreiches Thema, welches man leider nicht innerhalb von wenigen Minuten erklären kann. Es gibt so viele verschiedene Faktoren, die man beachten muss.

    Ich habe auch mal einen Artikel zur OnPage Optimierung geschrieben mit 30+ Profi-Tipps. Dies soll als Checkliste dienen:
    http://online-marketing-site.de/onpage-optimierung/

    Da gehe ich auf jeden Tipp genau ein und erläutere diesen ein wenig. Benutze diese Tipps selber um meine Artikel zu optimieren und bin sehr zufrieden. Ein Artikel ist bereits auf der ersten Seite. :)

    LG
    Der Brian

  2. Guter Artikel, allerdings würde ich bei der Optimierung der Seite in OnPage- & OnSite-Optimierung unterscheiden. Während man sich OnPage, wortwörtlich, um alles innerhalb des Dokumentes kümmert (Content, Content-Struktur, interne Verlinkung & Co.), gilt bei der OnSite-Optimierung der Fokus den allgemeinen Aufgaben für die Domain. Hier liegt der Fokus bei Snippet-Optimierung & dem URL-Design.

  3. Hallo Zusammen,

    alle OnPage Faktoren von Hand zu ermitteln dauert mitunter ziemlich lange. Der SEOfant liefert euch wichtige Eckpunkte auf einen Blick. Wir sind noch sehr jung, erweitern das tool aber mit Hochdruck. Reinschauen lohnt sich auch aus einem weiteren Grund: Der SEOfant ist kostenlos: http://www.seofant.com

  4. Gut strukturierter Artikel und sehr informativ.
    Ich selbst habe eine Website über Marketing Stratiegien und SEO spielt eine wichtige Rolle dabei.
    Ein Blick lohnt sich:

    http://www.markohuemer.com/online-marketing/suchmaschinen-optimierung/entry/google-platz-1-so-gehts-suchmaschinenoptimierung-seo.html

  5. Hallo Elena,

    nein, du brauchst keine Programmierkenntnisse. Du solltest aber wissen, wo Du in Deinem Content Management System (WordPress, o.ä.) den Title, Description und URL ändern kannst. Lediglich für den Mod_rewrite sollte man ein wenig Verständnis mitbringen. Da findet man aber gute Anleitung im Internet. Solltest Du auf Herausforderungen stoßen, melde Dich einfach hier wieder :)

    Gruß
    André

  6. Braucht man denn für die Optimierung unbedingt Programmierkenntnisse?

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