Geschickt verschickt – File-Streaming für große Daten

Stress pur! Morgen soll der Unternehmensbericht in den Druck gehen und dem Grafiker fehlen noch ein paar Bilder für das finale Layout. Wie kannst Du ihm jetzt dieses fast 140MB große Datenpaket möglichst unkompliziert zu kommen lassen? Für eine CD ist es zu spät, für Mails schlicht und einfach zu viel – selbst wenn Du bei checkdomain Kunde bist…  Natürlich kannst Du Dir einen FTP-Server einrichten. Ist auf die Schnelle aber nicht immer praktikabel. Und klar, es gibt verschiedene Cloud-Lösungen, mit denen Dateien im Internet deponiert und von anderen heruntergeladen werden können, allen voran die Dropbox. Aber die bekommen von Experten nicht unbedingt Bestnoten und arbeiten meiner Erfahrung nach nicht immer zuverlässig.

Deshalb habeich mich  auf die Suche nach einfachen Alternativen gemacht, mit denen sich ohne viel Aufwand Daten-Pakete verschicken lassen. Wichtig war mir dabei, dass der Anbieter auf eine spontane Anforderung reagieren kann. Es sollte also keine umständlichen Anmeldeverfahren, komplizierte Downloads oder kostspielige Abonnements geben. Sprich: Ich habe einen Überblick mit Lösungen zusammengestellt, die in diesen blöden Situationen weiterhelfen, wenn mal wieder alles schief läuft!

Minus

Der erste Kandidat ist Minus. Die Plattform kommt aus den USA und versteht sich neben dem Transfer-Angebot auch als soziale Plattform. Man kann sich einen Account kreieren und Bild- oder Filmdateien im Netzwerk für andere zur Ansicht und zum Download hochladen.

Für den Datentransfer benötigst Du jedoch keine Anmeldung. Über den Upload-Link kannst Du deine Festplatte durchsuchen und die gewünschte Datei anklicken. Die Dateien sollten jedoch nicht gezippt sein, denn das Datenlimit liegt zwar bei 2GB, eine einzelne Datei darf jedoch nicht größer als 15MB sein. Somit musst Du die Bilder unkomprimiert hochladen. Du kannst sie aber zu einem Stream zusammenfassen. Beim Upload erstellst Du eine Galerie, der Du einen Namen gibst.

Praktisch für den Grafiker, er kann sich die Dateien im Netz anschauen und muss nicht alle Dateien auf seinen Rechner holen. Er erhält von Dir einen Link zur Galerie und kann bereits im Netz eine Auswahl treffen.

Das ganze Prozedere des Uploads dauerte bei meinem Beispielpaket (140MB) ca. 35 Minuten.

WeTransfer

Eine zweite Variante ist WeTransfer und kommt aus den Niederlanden. Hier stehen Dir ebenfalls 2GB Transferdienstleistung kostenlos zur Verfügung. Der erste Vorteil, der mir ins Auge fiel, war, dass ich in Deutsch lesen konnte, worum es hier geht und ein Hilfe-Button mir die Funktionen der Seite in meiner Sprache erklärt. Du hast die Möglichkeit, Deine Datei (diesmal auch gezippt) auszuwählen und an bis zu 20 Mailadressen zu leiten. Alternativ kannst Du auch einen Downloadlink anfordern, den Du selber an die jeweiligen Empfänger weiter leitest.

Nachdem Du die Daten ins Netz geschickt hast, dauert es ungefähr noch einmal so lange, bis die Bestätigungsmail beim Empfänger angekommen ist. Bei 140MB kann das schon insgesamt eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Von daher ist es wohl einfacher, einen Link zu verschicken. Die Dateien liegen dann 2 Wochen zum Download bereit.
Über WeTransfer Plus kann der Upload für 10 Euro im Monat auf bis zu 5GB erweitert werden.

WeTransfer.com
WeTransfer ist absolut simpel in der Handhabung und in deutscher Sprache erklärt, falls doch Fragen auftauchen. Screenshot: wetransfer.com

Ge.tt

Ge.tt ist ein Anbieter aus Skandinavien. Der dänische Transfer-Dienstleister funktioniert  ganz einfach. Die gewünschten Bilddateien werdern lediglich aus dem Ordner auf die Startseite gezogen. Automatisch beginnt das File-Streaming. Es wird eine Thumbnail-Voransicht des Albums erstellt und parallel läuft der Upload. Du erhältst sofort einen Link und kannst diesen direkt weiterleiten. Der Empfänger sieht dann ebenfalls den Upload-Status für jede einzelne Datei, kann aber schon mit einer Auswahl beginnen. Außerdem ist es möglich, die Bilder einzeln aus der Ansicht zu löschen und zu sehen, wie groß sie sind und wie oft sie heruntergeladen wurden. Dateien wie Text-Dokumente werden gesondert angezeigt. Der gesamte Upload für die 140MB hat bei meinem Test weniger als eine halbe Stunde gedauert.

Ge.tt
Ge.tt eigent sich vor allem für den komfortablen Upload von Bilddateien. Der Empfänger kann bequem wählen und holt sich nur, was er auch wirklich braucht. Screenshot: www.ge.tt

Bei dieser einfachen Variante stehen die Dateien 30 Tage im Netz zur Verfügung. Wer eine dauerhafte Speicherung mit bis zu 2GB benötigt, muss sich anmelden. Das ist jedoch wirklich kein großer Aufwand. Es reichen Name, Mail-Adresse und ein Passwort und schon kann es losgehen. Es gibt auch hier ein Limit für einzelne Dateien, das bei 50MB liegt. Wer größere Daten hochladen möchte, der muss eine bezahlte Mitgliedschaft erwerben. Das geht dann preislich bei 5 Euro pro Monat los.

Streamfile

Streamfile.com
Streamfile kommt aus Schweden und vollzieht den Datentransfer in drei einfachen Schritten. Screenshot: www.streamfile.com

Aus Schweden stammt das Daten-Sharing von Streamfile. Auch bei diesem Anbieter muss man sich anmelden, jedoch benötigt man hier nur die Mailadresse und ein Passwort, das hinterlegt wird. Da wird es allerdings schon ein wenig unpraktisch, weil Du zunächst auf eine Registrierungsmail warten musst. Bei mir hat das ca. eine Viertelstunde gedauert. Über den Mail-Link schaltest Du Deinen Account frei und meldest Dich dann unter www.streamfile.com an.

Der Stream erfolgt in drei Schritten. Zuerst gibst Du die Mailadresse des Empfängers ein, dann wählst Du die zu versendenden Dateien aus, kannst alle Angaben noch einmal überprüfen und die Bilder an den Empfänger abschicken. Es ist allerdings empfehlenswert, den Download-Link, den Du am Ende des Transfers erhältst, an den jeweiligen Empfänger zu schicken, denn auf die Mail von Streamfile wartet er für mein Gefühl zu lange.

Beschränkungen:

  • Die einzelne Datei darf maximal 300MB groß sein und der Download steht nur 24 Stunden zur Verfügung.
  • In der kostenfreien Basic-Version des Dienstes liegt das monatliche Upload-Limit bei 1GB. Für spontane Übertragungen ist das komplett ausreichend und kann schon für 49 Dollar im Jahr auf 2TB erhöht werden.
  • Die Geschwindigkeit ist auch akzeptabel. Die 140MB waren in 25 Minuten übertragen.

Über Streamfile besteht auch die Möglichkeit, die Daten verschlüsselt zu versenden, was allerdings zusätzliche Kosten verursacht.

Zeta Uploader

Der letzte Anbieter, den ich Dir vorstellen möchte, ist Zeta Uploader. Eine äußerlich unspektakuläre Plattform, von der aus Daten ohne Größenbeschränkung an einen oder mehrere Mailempfänger versendet werden können.

Der Dienstleister Zeta Software GmbH kommt aus Deutschland und dementsprechend ist die Ansprache auch in Deutsch gehalten, was für ein Angebot, das man noch nicht kennt, sehr von Vorteil ist. Aber Zeta Uploader geht noch einen Schritt weiter und ist über ein Pulldown Menü in 33 weiteren Sprachen zu bedienen.

zeta-uploader.com
Der Zeta Uploader ist ein deutscher Filestream mit ein paar zusätzlichen aber nützlichen Features. Screenshot: www.zeta-uploader.com

Neben dem üblichen Prozedere bietet Zeta Uploader noch ein paar Gimmics, die im einen oder anderen Fall auch nützlich sein können. Zum einen kannst Du bestimmen, wie lange die Daten zur Verfügung stehen. Die Grenze liegt da bei 15 Tagen. Außerdem ist es möglich die Anzahl der Downloads zu limitieren.

Besonders komfortabel ist das Angebot, die Daten über ein Passwort zu schützen. Somit ist der Stream bei Bedarf vor fremden Zugriffen gesichert. Zusätzlich leitet Zeta Uploader Deine Dateien auch gleichzeitig in Deine Dropbox. Besonders benutzerfreundlich ist jedoch die Option, die Sprache des Empfängers auszuwählen. Somit ist auch der Datentransfer ins Ausland sprachbarrierefrei möglich. Und auch die Geschwindigkeit des Streams überzeugt. Nach 20 Minuten sind die 140MB hochgeladen und die Benachrichtigungs -Mail für den Empfänger trifft auch prompt danach ein.

Fazit

Welcher ist nun der beste Stream? Ich habe vorsorglich die Anbieter mit einer mehrtägigen Anmeldefrist, hohen Gebühren oder viel zu kleinen Transfer-Limits im Vorfeld ausgefiltert. Für das Beispiel des spontanen Bildversandes an einen weiter entfernten Grafiker bieten sich vorrangig die Dienste von Minus und Ge.tt an, die dem Empfänger eine optische Übersicht über die Fotos ermöglichen und somit einen unnötigen Download vermeiden könnten.

Für den Versand eines kompletten Datenpaketes würde ich ohne weiteres WeTransfer empfehlen, da er aufs Wichtigste reduziert ist, keine Anmeldung verlangt, den Versand als Mail oder per Link ermöglicht und etwaige Fragen in deutsch beantwortet.

Wer dazu noch kleine Sicherheits-Boni benötigt, ist bei Zeta Uploader gut aufgehoben. Auch die Möglichkeit einen Empfänger im Ausland adäquat anzusprechen, kann durchaus von Vorteil sein.

Rating: 5.0/5. Von 3 Abstimmungen.
Bitte warten...