Bloggen für Einsteiger (Teil 4): Reine Übungssache – Schreiben für das Netz

Dass für Texte im Netz andere Regeln gelten als für lange, lange Artikel in der Zeit oder im Spiegel ist eigentlich altbekannt. Mit gedruckten Worten wird sich einfach nach wie vor intensiver auseinandergesetzt – zur Not liest man den komplizierten Schachtelsatz halt dreimal. Und wenn sich eine gute Geschichte über sechs Seiten erstreckt – auch kein Problem. Für Blog-Texte lautet die Devise dagegen: Am besten eher kurz und auf alle Fälle unkompliziert. Denn kurz und einfach bedeutet eine bessere Lesbarkeit. Wie geht man also vor, wenn man die passenden Themen für seinen Blog gefunden hat und sich jetzt an das Schreiben macht:

Fasse Dich kurz – und gut

Deutsch zählt zu den kompliziertesten Sprachen überhaupt. Damit hat man leider auch als Blogger zu kämpfen. Wer häufiger mal englischsprachige Blogs liest kennt vermutlich das Gefühl: Im Englischen lassen sich auch komplizierte Sachverhalte knapp, verständlich und irgendwie fluffig (wenn Ihr wisst, was ich meine) ausdrücken. Übersetzt man das Ganze dann ins Deutsche, wird es doppelt so lang und auf jeden Fall sperriger. Woraus sich der Tipp ergibt: Guckt ganz gezielt darauf, ob sich ein langes/kompliziertes Wort nicht durch ein einfaches und kurzes ersetzen lässt. Und vermeidet vor allem die Koppelung von zwei oder sogar mehr Substantiven. Das macht sehr oft mehr Arbeit und kostet mehr Zeit. Aber die Mühe zahlt sich aus, weil Du auf Dauer einfach mehr Leser haben wirst, wenn Deine Texte angenehm zu lesen sind.

Gedanken – Striche – Struktur

In diesem Text sind sie bisher erst zweimal vorgekommen. Ziemlich ungewöhnlich für mich, denn ich mag Gedankenstriche ausgesprochen gerne. Gerade bei Texten im Netz sorgen sie dafür, einen Satz besser zu gliedern und machen den Gedankengang des Autors nachvollziehbar. Sprich: Gedankenstriche bringen mehr Struktur in den Text. Und sie erlauben Dir, auch mal längere Sätze zu verfassen, ohne dass der Leser den Faden verliert.

Mach was aus Deinem Platz

Es gibt eine Sache, die macht Profi-Textern das Leben ziemlich schwer: Die Längenvorgabe. Wenn sie einen Text schreiben, müssen sie Mindestlängen und Höchstgrenzen immer im Kopf behalten. In einem Blog ist das zum Glück ganz anders. Blogger genießen den großen Luxus, die freie Platzwahl zu haben. Es gibt zu einem Thema nur wenig zu sagen? Mach was kurzes daraus. Du hast jede Menge zu erzählen? Dann schreib es auf, zur Not in mehreren Teilen.

Entscheidend für die Lesbarkeit ist in letzterem Fall, dass Du keine Textwüste ohne Punkt, Komma und Absätze schaffst, sondern auch hier wieder für Strukturen sorgst. Absätze sind eine Möglichkeit dazu – am besten mit Überschriften versehen, um Deinen Lesern eine schnelle Orientierung zu geben. Aufzählungen und Listen sind ebenfalls gut, um Abwechslung reinzubringen.

Zum Schluss

… noch ein Gedanke: Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Ich persönlich bin von Blogs abgeschreckt, die eigentlich ganz gut aussehen, bei denen die Texte aber vor Rechtschreibfehlern wimmeln. Insbesondere wenn es viele, viele Tippfehler sind bekomme ich das Gefühl, da war jemand ohne großes Nachdenken am Werk. Unsere Texte hier im Blog sind garantiert auch nicht immer fehlerfrei. Aber ein- oder zweimal Drüberlesen hilft schon enorm, die Fehlerzahl zu reduzieren. Oder wie seht Ihr das?

Und noch eine allerletzte Anmerkung: Auch die Tipps, die wir Euch in diesem Tipps geben, befolgen wir natürlich nicht immer 100-prozentig. Für unsere Tutorials zum Beispiel lassen sich die Regeln kaum anwenden. Aber vielleicht helfen Euch die Infos beim Schreiben guter Blogtexte ja ein bisschen weiter – wir freuen uns auf jeden Fall auf Euer Feedback und natürlich auch über Tipps von Eurer Seite!

 

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