Die Antwort auf die Vertrauensfrage: Deine About-Seite

Die einen nennen sie About-Seite, die anderen „Über uns“, „Wir“ oder „Was passiert hier?“. Egal wie sie heißt, das Ziel ist immer gleich: Es geht darum, Vertrauen und eine persönliche Beziehung zum Blogleser aufzubauen. Eine gutgemachte, sorgfältig erstellte About-Seite zeigt, dass kein seelenloser Textroboter und keine kommerzielle Vermarktungsagentur am Werk ist, sondern ein echter Blogger, der viel Leidenschaft, Wissen und Zeit in sein Projekt investiert. Auf welche Details Ihr dabei achten solltet, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Nicht jeder Blog besitzt eine About-Seite. Manche Blogger sind der Ansicht, dass das Impressum als Information für neugierige Leser reicht – und verschenken damit ein großes Potenzial. Denn ein Name allein sagt wenig aus über den Blogbetreiber. Erst Daten, Fakten und kleine Geschichten geben die Möglichkeit, den Autor einzuordnen, sich vielleicht mit ihm zu identifizieren, auf jeden Fall aber mehr Interesse aufzubauen.

Virtuelles Händeschütteln und langfristige Kontaktpflege

Vertrauen aufzubauen ist – wie gesagt – die wichtigste Funktion einer About-Seite. Diese Seite gibt Euch die Möglichkeit, Euch persönlich vorzustellen, sie ist also eine Art virtuelles Händeschütteln. Wie im wirklichen Leben wird hier abgecheckt, ob Ihr wirklich das seid, was Ihr in Euren Texten vorgebt: Seid Ihr seriös? Seid Ihr echte Experten? Kann ich als Leser also Euren Texten oder Angeboten vertrauen?

Blogstatistiken zeigen, dass nur sehr wenige Menschen auf das Impressum klicken, die About-Seite wird dagegen sehr häufig angesteuert:

  • Erstmalige Besucher, die zum Beispiel zufällig über eine Suchmaschine auf Eurem Blog gelandet sind, verschaffen sich hier einen schnellen Überblick, mit wem sie es zu tun haben;
  • Regelmäßige Besucher suchen hier nach weiteren Einblicken ins Leben des Bloggers;
  • Berufliche Kontakte (mögliche Auftraggeber, Werbeinteressenten, Gastautoren) informieren sich über Kooperationsmöglichkeiten.

Die About-Seite muss entsprechend flexibel gestaltet sein. Bei Erstbesuchern geht es darum, mit einem positiven Eindruck Sympathien zu werben und aus einer Zufallsbekanntschaft einen regelmäßigen Besucher zu machen. Regelmäßige Besucher müssen darüberhinaus gehende Anknüpfungspunkte geliefert bekommen: In welchen sozialen Netzwerken können sie Euch zum Beispiel noch finden? Gibt es Veranstaltungen, an denen Ihr regelmäßig teilnehmt und bei denen zum Beispiel ein Treffen möglich ist? Professionelle Kontakte schätzen eine kurze Biographie, Links zu Projekten sowie Daten zum Blog, etwa wenn es um Werbung geht.

Welche Informationen gehören auf eine About-Seite?

Die About-Seite ist eine ganz persönliche Angelegenheit. Entsprechend frei seid Ihr bei der Gestaltung der Seite. Trotzdem gibt es einige Regeln, an die Ihr Euch halten solltet. Basis für jede About-Seite sollte die Beantwortung der „W-Fragen sein“:

  • Wer schreibt hier?
  • Warum? Was treibt mich an?
  • Wo wird geschrieben (lokal geprägt, an verschiedenen Orten…)
  • Was macht diesen Blog besonders? Wieso sollte der Nutzer hier regelmäßig vorbeischauen bzw. ihn abonnieren?
  • Wieso können/sollen Nutzer Dir ihr Vertrauen schenken? Was macht Dich zu einem Experten?

Diese Basisinformationen ergänzt Ihr durch persönliche Details, mit denen Ihr eine Verbindung zum Leser schafft und für einen Wiedererkennungsfaktor sorgt. Beschäftigt sich Euer Blog beispielsweise mit dem Thema Kochen, ist es interessant, wie Ihr dieses Hobby für Euch entdeckt habt: Habt Ihr schon von kleinauf gerne in der Küche mitgeholfen oder seid Ihr bis ins Erwachsenenalter Tütensuppen-Fans gewesen, die sich dann radikal gewandelt haben? Es sind die kleinen Geschichten, die persönlichen Wendepunkte, die im Gedächtnis bleiben, Sympathien schaffen und die Möglichkeit geben, sich mit Euch zu identifizieren.

Ganz wichtig: Packt unbedingt ein Foto von Euch oder Eurem Team mit auf die Seite. Damit verleiht Ihr Eurem Blog ein Gesicht.

Nicht zuviel und nicht zu wenig

Die große Kunst dabei ist, sich nicht im Detail zu verlieren, gleichzeitig aber auch nicht wortkarg zu wirken. Hilfreich ist meiner eigenen Erfahrung nach der Tipp, sich in die Leserperspektive zu versetzen: Auf der About-Seite geht es zwar um Dich, aber eigentlich dreht sie sich um den Leser. Ihr müsst also filtern, welche Informationen für den Leser wirklich interessant sind und welche lediglich Eurem Ego schmeicheln.

Da viele Leser die About-Seite erstmal nur überfliegen werden, ist es sinnvoll, den Inhalt nach dem Prinzip der umgekehrten Pyramide zu gestalten: Ihr startet mit den wichtigsten Informationen, die den breitesten Raum einnehmen und arbeitet Euch dann vor beziehungsweise spitzt den Text zu auf Details und weniger wichtige Infos.

Der erste Teil sollte ein bis zwei Absätze lang sein und dem Besucher eindeutigen Aufschluss darüber geben, ob er auf der für ihn richtigen Seite gelandet ist oder nicht. Wer mehr möchte, bekommt dies in den darauf folgenden Absätzen. Mögliche Inhalte sind:

  • Biografien des Bloggers bzw. des Autorenteams
  • Blog-Statistiken
  • Kontaktmöglichkeiten (online und eventuell auch im echten Leben)
  • Projekte (Links zu anderen Webseiten, Verweise auf Buchveröffentlichungen oder eBooks, Auszeichnungen etc.)
  • Wie oft erscheinen neue Blogposts? Gibt es einen festen Rhythmus für Veröffentlichungen?
  • Kooperationsmöglichkeiten (Interesse an Gastautoren, Werbung, Aufträgen usw.)

Alles eine Frage des persönlichen Stils

Wie locker oder wie seriös der Ton Eurer About-Seite ausfällt, hängt von Eurem Blog ab. Entscheidend ist, dass am Ende alles wie aus einem Guss wirkt. Ihr sollt Euch gerade bei diesem persönlichen Post nicht verstellen, sondern so zeigen, wie Ihr seid. Bringt also Eure Persönlichkeit ein.

Grundsätzlich gilt die Regel: Je persönlicher der Blog, desto lockerer könnt Ihr sein – und je professioneller, desto seriöser. Auch hier kann es wieder helfen, Euch direkt Eure Leser vorzustellen: Lest Euren About-Text laut vor – hält er das, was Euer Publikum (Eurer Vorstellung nach) möchte? Wenn ja, ist alles gut. Wenn nicht, feilt weiter daran.

Wie Eure Seite am Schluss aussieht, ist eine wirklich individuelle Sache. Inspirationen für About-Seiten, die vom klassischen Schema abweichen, findet Ihr zum Beispiel in dieser Auflistung von elmastudio oder auch bei sixrevisions.

Wichtig ist, dass man der About-Seite am Schluss anmerkt, dass Ihr Euch intensiv damit beschäftigt habt. Wer einfach nur ein paar Stichpunkte auflistet oder Standardtexte von anderen Seiten kopiert, weckt beim Nutzer schnell den Eindruck, lieblos vorgegangen zu sein – und das kann negative Rückschlüsse auf den Rest des Blogs nach sich ziehen. Oder wie es Seth Godin formuliert: “Be human. Write like you talk and put your name on it. Tell a story, a true one, one that resonates“.

Checkliste: Darauf solltet Ihr bei Eurer About-Seite unbedingt achten

  • Gebt der About-Seite keine zu fantasievollen Namen – Leser orientieren sich anhand gewohnter Begriffe.
  • Versteckt die About-Seite nicht im Footer, sondern platziert sie lieber leicht auffindbar.
  • Haltet die About-Seite frei von Werbung.
  • Bietet Euren Lesern mit der About-Seite einen echten Mehrwert.
  • Seid authentisch und ehrlich.
  • Präsentiert Euch auch mit einem Foto, am besten professionell erstellt. Verzichtet auf der About-Seite lieber auf Material von Fotodatenbanken – das wirkt alles andere als authentisch.

Welche Tipps und Erfahrungen habt Ihr beim Thema About-Seite? Welche Rolle spielt Sie für Euren Blog? Wir freuen uns über Euer Feedback und hoffen, dass Euch dieser Text weitergeholfen hat.

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Ein Gedanke zu „Die Antwort auf die Vertrauensfrage: Deine About-Seite

  1. Danke für den Tipp, das man die About Page auch „anders“ nutzen kann!
    Sowas verliert man schnell aus den Augen ;)

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