Schwing den Staubwedel: Weshalb Blogpflege so wichtig ist

So, heute holen wir den Besen raus, fegen mal richtig durch und sorgen für neue Ordnung: Auch als Blogger bleibt Euch das Aufräumen nämlich nicht erspart. Regelmäßige Blogpflege sorgt dafür, dass weder Technik noch Artikel anstauben und Euer Blog attraktiv bleibt. In diesem Beitrag geben wir Euch einen Überblick darüber, welche Putz- und Aufräumaktionen Ihr wie häufig durchführen solltet, damit Euer Blog technisch auf dem neuesten Stand ist. In einem zweiten Post wird sich dann alles um die Überarbeitung von älteren Inhalten drehen.

Wieso müssen Blogs überhaupt gepflegt werden?

Bloggen ist mittlerweile viel mehr als einfach nur Artikel zu schreiben. Damit Euer Blog nicht in der riesigen Masse untergeht, müsst Ihr ihn immer auf dem aktuellen Stand halten – inhaltlich, optisch und technisch. Wer das vernachlässigt, verliert unter Umständen Leser, verschlechtert sein Ranking und riskiert technische Probleme bis hin zu Hackerangriffen.

Selbst wer seinen Blog erst vor wenigen Wochen oder Monaten gestartet hat, sollte sich bereits um dessen Pflege kümmern. Updates und Backups gehören nicht nur bei einem selbstgehosteten Blog von Anfang an zu den Bloggerpflichten. Im Lauf der Zeit wächst dann der Aufwand für die Putzroutine, denn auch einzelne Artikel müssen regelmäßig entstaubt werden, um für (neue) Leser weiterhin interessant zu sein.

Schnell geklicktes Sicherheitsplus: Updates

Screenshot: S. Cantzler
Alle vorhandenen Updates auf einen Blick: Wenn Ihr mit WordPress bloggt, findet Ihr Hinweise auf Updates unübersehbar in Eurem Administrationsbereich. Screenshot: S. Cantzler

Um technische Updates für Euren Blog solltet Ihr Euch wöchentlich beziehungsweise umgehend kümmern. Denn Updates liefern nicht nur neue Features für Euren Blog, die von Euch verwendeten Plugins oder Euer Template – vor allem schließen sie Sicherheitslücken und bewahren Euch so zum Beispiel davor, Opfer eines Hackerangriffs zu werden.

Als WordPress-Nutzer könnt Ihr mit einem Blick auf die Sidebar im Admin-Bereich erkennen, ob und welche Updates anstehen. Für die Aktualisierung müsst Ihr lediglich einmal klicken – fertig!

Wichtig ist es außerdem, auch das Template regelmäßig zu aktualisieren, um Risiken auszuschließen. Leider gibt es dafür keine automatische Anzeige. Deshalb müsst Ihr entweder auf der Seite des jeweiligen Entwicklers nach Updates suchen oder Euch – wenn möglich – per Newsletter informieren lassen.

Tipp: Wenn nach einem WordPress-Update einige Eurer Plugins streiken, kann es daran liegen, dass auch diese auf den neuesten Stand gebracht werden müssen – nach dem Update sollten wieder alle Elemente miteinander kompatibel sein.

Zusätzlich hat Simon, unser Systemadministrator noch ein paar Tipps zusammengestellt, wie Ihr die Sicherheit von WordPress erhöhen könnt!

Plugins: Braucht Ihr das noch oder kann das weg?

Apropos Plugins. Die machen Bloggern das Leben leichter. Kaum ein Blog-Problem, für das es kein passendes Plugin gibt. Die kostenlosen kleinen Helfer sind ganz einfach und in der Regel innerhalb weniger Sekunden installiert. Und genau da liegt das Problem: Weil alles so unkompliziert ist, hat man irgendwann ein ganzes Lager an Plugins – ein Großteil davon vermutlich schon lange nicht mehr in Gebrauch. Deshalb: Bitte gründlich aussortieren. Auch Plugins fressen Speicher und können Euren Blog langsam machen.

Aufräumen befreit: Verschafft Eurem Blog wieder mehr Luft und trennt Euch von nicht mehr benötigten Plugins. Screenshit: S. Cantzler
Aufräumen befreit: Verschafft Eurem Blog wieder mehr Luft und trennt Euch von nicht mehr benötigten Plugins. Screenshit: S. Cantzler

Zum Deinstallieren geht Ihr (sofern Ihr einen WordPress-Blog habt) in der linken Menüspalte im Dashboard auf den Reiter Plugins. Wählt den Punkt Installierte Plugins aus.

Die Box mit der Lösch-Option findet Ihr unterhalb Eures Plugin-Überblicks. Screenshot: S. Cantzler
Die Box mit der Lösch-Option findet Ihr unterhalb Eures Plugin-Überblicks. Screenshot: S. Cantzler

Im nächsten Schritt setzt Ihr im Überblick Häkchen bei den Plugins, die Ihr nicht mehr nutzt und klickt dann auf die Box unterhalb des Überblicks. Wählt hier „löschen“ aus.

Soziale Netzwerke: Überall dabei?

Facebook, Twitter, Instagram, Pinterest, Snapchat …: Gefühlt besteht das Bloggerleben mittlerweile mindestens zur Hälfte aus Aktivitäten auf den diversen sozialen Netzwerken. In schöner Regelmäßigkeit kommt ein neuer Dienst dazu, den man neugierig ausprobiert. Manchmal verabschiedet man sich auch aus einem Netzwerk, weil man sich da nicht mehr richtig wohlfühlt. In jedem Fall solltet Ihr im Rahmen der Aktion Frühjahrsputz einmal checken, ob die URLs zu den von Euch genutzten Diensten vollständig und auf dem aktuellen Stand sind. Außerdem müssen vielleicht die Buttons optisch erneuert werden. Arbeitet die Share-Funktion noch korrekt? Und wer es besonders gründlich machen möchte: Analysiert doch mal, über welche sozialen Netzwerke die meisten Nutzer bei Euch landen. Je nach Blog und Thema gibt es da meistens große Unterschiede.

Alles Wichtige kommt in den Speicher: Backups

Ebenso wichtig wie Updates sind regelmäßige Backups, mit denen Ihr Euren Blog vor Datenverlusten schützt. Ein Backup solltet Ihr je nach Umgang Eures Blogs wöchentlich oder sogar täglich ausführen. Sinnvoll sind Backups außerdem, bevor Ihr ein Update vornehmt.

Wenn Ihr bei checkdomain-Kunden seid, müsst Ihr Euch um das Backup im Prinzip keine Gedanken mehr machen. Unser Backup-System sorgt ganz automatisch in regelmäßigen Abständen dafür, dass keine Daten verloren gehen. Möchtet Ihr ein sofortiges Backup, könnt Ihr das ganz einfach in Eurem persönlichen Kundenbereich regeln.

Tipp: Sollte Euer Domainhoster keine automatische Backup-Funktion bieten, könnt Ihr als WordPress-Nutzer auch auf verschiedene Plugins zurückgreifen – beliebt und bewährt ist zum Beispiel das WordPress Database Backup.

Weg mit den Altlasten: Tote Links aufspüren

Links sind das Salz in der Suppe jedes Blogposts, der Lesern einen Mehrwert bieten soll. Nur blöd, wenn jemand auf einen Link in einem schon etwas älteren Beitrag klickt und anschließend im Nirwana landet. Für Nutzer sind solche toten Links ein Zeichen, dass ein Blog nicht auf dem aktuellen Stand ist – auch wenn es eine ganz natürliche Sache ist, dass Links irgendwann nicht mehr funktionieren, weil sich das Internet ständig verändert.

Um Enttäuschungen zu vermeiden, hilft das regelmäßige Checken der Bloginhalte auf tote Links. Das müsst Ihr zum Glück nicht manuell Post für Post erledigen – es gibt auch für diese Aufgabe automatische Helfer. Für WordPress-Blogs empfiehlt sich beispielsweise das Plugin Broken Link Checker. Darüberhinaus helfen die Statusberichte der Google Webmaster Tools, die entsprechende Crawling-Fehler anzeigen. Den Check solltet Ihr alle vier Wochen ausführen.

Tipp: Eine erste Einführung in das Arbeiten mit den Google Webmaster Tools bekommst Du in unserem Beitrag „Erste Einstellungen und Einblicke im Google Webmaster Tool“.

Digitales Möbelrücken: Die Seitenstruktur optimieren

Wenn bestimmte Kategorien oder Seiten in Eurem Blog hinsichtlich der Aufrufe weit hinter anderen zurückbleiben, muss das nicht unbedingt daran liegen, dass die Themen für Nutzer uninteressant sind. Manchmal liegt es auch schlicht an einer ungünstigen Position in der Navigation. Ein Blick auf Eure Analyse-Tools verschafft Euch auch hier mehr Klarheit.

Es kann sich auch lohnen, mit der Anordnung Eurer Social Media-Buttons zu experimentieren. Bei der Bloggestaltung ist es häufig wirklich wie bei der Inneneinrichtung: Minimale Veränderungen können einen großen Effekt hervorrufen. Wer Veränderungen mag, sollte etwa alle vier Wochen Elemente hin- und herschieben. Wer lieber bei gewohnten Muster bleibt, kommt aber auch mit größeren Abständen hin.

Tipp: Habt Ihr im Laufe Eurer Blogger-Karriere viel Artikel-Material gesammelt, solltet Ihr zudem über Landing-Pages für Eure wichtigsten Themen nachdenken. So könnt Ihr alle Artikel zu einem Bereich zentral zusammenfassen beziehungsweise neu verlinken – das bringt Euch interne Backlinks und ist gleichzeitig ein guter Service für alte und neue Nutzer.

Ab auf den Sperrmüll: Die Datenbank leeren

Plugins wie WP-Optimize helfen WordPress-Nutzern, ihre Datenbank automatisch von Datenmüll zu befreien. Screenshot: WP-Optimize
Plugins wie WP-Optimize helfen WordPress-Nutzern, ihre Datenbank automatisch von Datenmüll zu befreien. Screenshot: WP-Optimize

Speichern, speichern, speichern: Wer als Blogger schon mal einen sehr langen und fast fertigen Post durch einen Absturz verloren hat, wird so schnell nicht mehr vergessen, zwischendurch immer mal wieder auf den Speichern-Button zu klicken. Bei mir kommen da pro Beitrag oft fünf oder mehr Revisionen zusammen. Dazu kommen nicht benötigte Daten wie als Spam identifizierte Kommentare. Gespeichert wird das alles in der Datenbank.

Die Datenbank bietet jede Menge Platz, doch irgendwann wird es eng im Speicher. Während man im analogen Leben fluchend über das angesammelte Gerümpel stolpert, wird im digitalen Bloggerleben das Tempo zwangsgedrosselt. Überfüllte Datenbanken arbeiten langsamer und bremsen damit auch die Performance des Blogs aus.

Etwa alle zwei bis drei Monate solltet Ihr deshalb gründlich aufräumen und Euch vom Datenmüll befreien – bei sehr großen Blogs unter Umständen auch häufiger. WordPress-Bloggern helfen auch hier wieder verschiedene Plugins bei der Automatisierung. Die Datenbank lässt sich zum Beispiel über die Plugins WP DBManager sowie WP-Optimize sauber halten.

Sieht schon besser aus

… ist aber noch lange nicht fertig. Kombiniert mit einem aktuell gehaltenen Layout helfen Euch die Aufräumarbeiten dabei, Euren Blog attraktiv zu halten und gegenüber der Konkurrenz zu bestehen. Es ist natürlich eine ganze Menge zusätzliche Arbeit, die sich aber auszahlt – probiert es einfach mal aus!

Neues Leben für alte Artikel: Beiträge überarbeiten

Wer schon länger bloggt, legt im Lauf der Zeit ein stattliches Archiv an Artikeln an. Dieses Archiv ist ein echter Schatz. Denn ein Großteil der Leser kommt nicht wegen neuer Beiträge (die natürlich trotzdem wichtig sind), sondern aufgrund von älterer Posts über Suchmaschinen auf Euren Blog. Mit Sicherheit gibt es auch einige Artikel, die seit Jahren konstant viele Nutzer ansprechen. Bei diesen Traffic-Lieferanten ist es besonders wichtig, dass sie aktuell sind und keine Fehler enthalten.

Im ersten Schritt checkt Ihr über das von Euch verwendete Analyse-Programm, welche Artikel auf Eurem Blog besonders populär sind. Im zweiten Schritt überprüft Ihr diese Texte dann alle paar Monate daraufhin, ob alle Angaben noch stimmen. Bei einem Tutorial für das Anlegen einer Facebook-Seite etwa ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es regelmäßig an Änderungen bei Facebook angepasst werden müssen – etwa wenn es neue Funktionen gibt oder sich etwas am Layout ändert.

Tipp: Wenn sich sehr viel geändert hat, kann es auch sinnvoller sein, einen Beitrag nicht zu überarbeiten, sondern gleich einen neuen Artikel zu schreiben. Das ist dann oft der einfachere Weg und hat für Euch den Vorteil, dass Ihr zusätzlichen Content habt und Ihr den neuen Beitrag natürlich auch mit dem alten Beitrag verlinken könnt – ein Pluspunkt für Eure interne Verlinkung.

Zahlen, Daten, Fakten: Stimmen die Infos noch?

Jäten, graben, gießen, düngen: Genau wie ein Garten braucht auch ein Blog regelmäßige Pflege, damit der Traffic weiterhin gut gedeiht. Foto: panthermedia.net/ joingate
Jäten, graben, gießen, düngen: Genau wie ein Garten braucht auch ein Blog regelmäßige Pflege, damit der Traffic weiterhin gut gedeiht.
Foto: panthermedia.net/
joingate

Wenn Ihr in Euren Beiträgen konkrete Zahlen, Daten oder Paragrafen nennt, bietet das Euren Nutzern einen hohen Mehrwert. Für Euch bedeuten solche Serviceartikel, dass Ihr immer im Blick behalten müsst, ob sich etwas ändert. Zu den Fakten, die Ihr überprüfen solltet, gehören unter anderem:

  • Preisangaben
  • Öffnungszeiten
  • Links/Kontaktmöglichkeiten
  • Zahlen: Nutzerzahlen von sozialen Netzwerken zum Beispiel wachsen oder schrumpfen oft sehr schnell. Auch Verkaufszahlen oder Fördergelder verändern sich laufend.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen: Gesetze ändern sich, Gerichte fällen neue Urteile – wenn Ihr Euch in Eurem Blog mit solchen Problematiken beschäftigt, sind häufige Updates extrem wichtig.

Tipp: Überprüft auch Euren Titel und die Keywords, die Ihr für ältere Beiträge verwendet habt. Eine Optimierung kann Euch helfen, mehr Traffic für diese Posts zu generieren. Anregungen für eine gute Headline findest Du zum Beispiel in unserem Artikel zum professionellen Formatieren von Blog-Artikeln.

Alte Artikel wieder nach vorne bringen

Alte Beiträge vergisst man als Blogger oft sogar selbst – bedingt durch das Prinzip, dass ältere Artikel immer weiter „nach hinten“ rutschen. Gefunden werden diese Beiträge dann nur noch, wenn jemand extern über eine Suchmaschine bei Euch landet oder auf Eurer Seite die Suchfunktion nutzt. Ansonsten führen Artikel auf den hinteren Seiten leider ein ziemliches Schattendasein.

Das muss aber nicht so sein, denn Ihr könnt ältere Artikel, die Ihr nach wie vor gut und wichtig findet, auch wieder aus der Versenkung holen. Dafür gibt es eine Reihe von Möglichkeiten.

  • Verlinken: Je kleiner die Nische Eures Blogthemas ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Euch irgendwann bei den Themen wiederholt. Das macht überhaupt nichts, weil sich mit etwas Abstand garantiert neue Aspekte ergeben. Klug ist es, von dem neuen Beitrag aus dann auf einen älteren Post zum selben Thema zu verlinken. Das könnt Ihr entweder manuell tun oder Ihr nutzt dazu sogenannte Related Post Plugins, die automatisch nach themenverwandten Beiträgen in Eurem Archiv suchen – detaillierte Informationen findet Ihr in unserem Post zu hilfreichen Plugins. Umgekehrt solltet Ihr auch in einem beliebten älteren Artikel einen Link zu einem neuen, verwandten Beitrag setzen und den „Traffic-Schwung“ mitnehmen.
  • Clustern: In den meisten Blogs, die länger bestehen, findet sich eine Reihe von Texten, die zeitlos sind, gut geschrieben und sich um einen Themenbereich drehen. Diese Beiträge könnt Ihr zusammenfassen (auch clustern genannt) und auf eigenen Seiten veröffentlichen – à la „Die besten Tipps für den Fahrradkauf“ oder „Trainingstipps für Laufeinsteiger“.
  • Rückblicke: Ob die Highlights des vergangenen Monats, ein  Jahresrückblick oder ein Bloggeburtstag – es gibt jede Menge Anlässe, um als Blogger noch einmal auf ältere Beiträge zu sprechen zu kommen und diese im Rückblick oder Best-off-Listen zu verlinken. Meiner Erfahrung nach ist das auch ein Service, der den Nutzern einen gern angenommenen Mehrwert bietet. Denn angesichts der Fülle an Blogs kann man gar nicht alles lesen, was einen interessiert. Rückblicke und Zusammenfassung machen es einem aber immerhin etwas leichter…
  • Überarbeitung: Es muss nicht unbedingt die Korrektur von Fehlern sein – manchmal ist auch beim Bloggen etwas Kosmetik hilfreich. Ältere Beiträge könnt Ihr zum Beispiel mit neuen Fotos liften. Oder Ihr ergänzt Posts durch einen Podcast oder ein Video?

Achtung: Was Ihr auf keinen Fall machen solltet, ist das schlichte Wiederveröffentlichen älterer Beiträge mit einem neuen Datum. Löscht Ihr den Originalbeitrag aus Eurem Archiv, löscht Ihr damit auch alle bereits gesammelten Backlinks. Lasst Ihr den Originalbeitrag im Blog, entsteht sogenannter duplicate content, durch den Probleme mit Google entstehen können.

Das Blogarchiv als Themenquelle

Bei der Durchsicht Eurer gesammelten Werke werdet Ihr an vielen Stellen feststellen: Zu diesem Thema gibt es mittlerweile viele neue Erkenntnisse. Oder es lässt sich noch wesentlich detaillierter behandeln beziehungsweise es gibt zu einem bestimmten Aspekt noch viel mehr zu sagen. Das Überarbeiten Eurer alten Artikeln kann damit ganz nebenbei zur Inspirationsquelle für neue Posts werden.

Die Aufräumaktionen auch unter diesem Aspekt zu sehen, machen die zugegeben oft etwas mühsame und zeitaufwendige Blogpflege vielleicht etwas attraktiver. Entscheidend für den Erfolg Eurer Pflegemaßnahmen ist, dass Ihr Euch tatsächlich regelmäßig hinsetzt und Eure Aufgabenliste abarbeitet. Am besten plant Ihr dafür einen festen Termin ein.

Soviel zu unseren Tipps, wie Ihr mit einem gut gepflegten Content den Traffic-Fluß für Euren Blog beschleunigen könnt. Im dritten Teil unserer Mini-Serie geht es dann um die Überarbeitung der Optik Eures Blogs.

Alles eine Frage des guten Aussehens?

Die Technik Eures Blogs ist auf den neuesten Stand gebracht, der Content hat eine Verjüngungskur bekommen – fehlt noch das Facelift für die Optik. Dabei geht es nicht unbedingt darum, ein komplett neues Template zu installieren und den gesamten Look des Blogs zu verändern. Oft reichen schon einige kleine Korrekturen, um eine große Wirkung zu erzielen und frischen optischen Wind auf Eure Seiten zu bringen. Dieser Beitrag beschäftigt sich deshalb mit

  • dem Wechsel des Templates;
  • der Optimierung einzelner Elemente;
  • der Überarbeitung der Sidebar;
  • dem Browser-Check.

Natürlich gibt es immer noch zahlreiche – durchaus vielgenutzte – Blogs, bei denen von Layout eigentlich nicht die Rede sein kann. Für manchen Blogbetreiber ist das eine Prinzipienfrage. Im Mittelpunkt sollen die Inhalte stehen, nicht eine tolle Optik. Auf der anderen Seite ist im Zuge der Professionalisierung von Blogs ein schön gestaltetes Layout für viele Blogger eine Selbstverständlichkeit. Und wenn man sich ansieht, wie viele tolle Templates sich mittlerweile ganz einfach installieren lassen, stellt sich die Frage, weshalb man seinen Nutzern nicht sowohl anspruchsvolle Inhalte wie auch eine angenehme Optik bieten sollte.

Unbestrittener Fakt ist schließlich, dass der erste Eindruck darüber entscheidet, ob wir etwas (oder jemanden) gut finden oder nicht. Wie im analogen Leben gilt das auch in der Blogosphäre – zweite Chancen sind eher die Ausnahme denn die Regel. Und ebenso wie sonst muss von Zeit zu Zeit mal der Look nachgebessert werden, um weiterhin mit der Konkurrenz mithalten zu können oder ihr einen Schritt voraus zu sein.

Tipp: Selbst wenn man eigentlich nur an Kleinigkeiten wie farblichen Anpassungen oder minimalen Korrekturen am Logo feilen wollte, sind bei Arbeiten am Layout oft plötzlich zwei oder drei Stunden einfach so verflogen. Um Euch nicht komplett in diesen „Bastelarbeiten“ zu verlieren, setzt Euch selber einen festen Zeitrahmen und klare Aufgaben. Die Optik ist zwar wichtig, sie sollte aber nicht Euer gesamtes Zeitbudget schlucken, so dass für die Inhalte nichts mehr übrig bleibt.

Das ganz große Makeover: Ein neues Template

Zugegeben, so ein Blog-Großputz ist anstrengend und nicht immer spannend - aber wenn alles wieder perfekt aussieht, hat sich der Aufwand gelohnt. Foto: panthermedia.net/Arne Trautmann
Zugegeben, so ein Blog-Großputz ist anstrengend und nicht immer spannend – aber wenn alles wieder perfekt aussieht, hat sich der Aufwand gelohnt. Foto: panthermedia.net/Arne Trautmann

Dass die Suche nach DEM Template für das eigene Blogprojekt durchaus etwas länger dauern kann, könnt Ihr unter anderem in unserem Beitrag zum Thema Layout-Auswahl nachlesen. Die Auswahl ist riesig, meiner Erfahrung nach kommen für den eigenen Zweck dann letztendlich aber doch nur eine Handvoll Kandidaten in Frage. Sich von einem einmal gewählten Favoriten zu verabschieden ist nicht leicht. Doch genau wie der Lieblingspullover gerät auch das schönste Template irgendwann etwas aus der Mode oder passt nicht mehr richtig – Zeit für ein neues Template.

Da das Installieren eines neuen Layouts zwar schnell geht, die individuellen Anpassungen aber viel Zeit in Anspruch nehmen können (der Teufel liegt da leider oft im Detail) sind Template-Wechsel nichts, was man mal so schnell nebenher und alle paar Wochen macht – mal abgesehen davon, dass eine sich ständig stark verändernde Optik Eure Nutzer verwirren könnte. Aber es gibt natürlich gute Gründe für einen Layout-Wechsel:

  • Die Optik ist nicht mehr up-to-date.
  • Das Template entspricht nicht mehr Euren Ansprüchen/Eurem Bedarf (es gibt zum Beispiel nicht die Möglichkeit einer zweiten Seitenspalte, in der Ihr featured posts oder Werbung platzieren könnt).
  • Das Template wird von seinen Machern nicht mehr weiter gepflegt (sprich: Es gibt keine Updates mehr und damit auf Dauer Sicherheitsrisiken).

Tipp: Beim Wechsel des Templates solltet Ihr darauf achten, die Gesamtoptik nicht zu stark zu verändern, um Euren „Markenkern“ zu behalten. Sinnvoll ist es, Euren Nutzern in einem Beitrag das neue Layout vorzustellen und zu erklären, weshalb Ihr bestimmte Änderungen vorgenommen habt.

Von rechts nach links, von oben nach unten: Elemente optimieren

Es muss – wie schon gesagt – nicht immer der ganz große Tapetenwechsel sein. Meistens geht es auch ein paar Nummer kleiner, indem lediglich einzelne Elemente erneuert oder verändert werden. Etwa dann,wenn

  • einem der Abstand zwischen Header und dem ersten Post vielleicht doch zu groß erscheint;
  • man mit dem Look der Social Media-Buttons nicht mehr glücklich ist:
  • man auf anderen Blogs Dinge gesehen hat, die man auch gerne auf dem eigenen Blog hätte;
  • von Lesern das Feedback kam, dass etwas schwierig zu finden wäre oder nicht richtig funktioniert.

Nehmt Euch regelmäßig die Zeit und arbeitet an diesen vermeintlichen Kleinigkeiten. Mit diesen Änderungen werdet Ihr vielleicht nicht für rasante Steigerungen in der Nutzerstatistik sorgen. Die konstanten kleinen Korrekturen tragen aber viel zur Entwicklung Eures Blogs bei: Euer Blog bleibt interessant – für Eure Nutzer genauso wie für Euch selbst. Wenn Dinge immer in den eingefahrenen Schienen laufen, wenn sich Routine einstellt, wird es schnell langweilig. Es sind die neuen Dinge, die uns bei der Stange halten – auch als Blogger.

Schnell geändert: Die Sidebar

Die Sidebar ist eines der zentralen Elemente Eures Blogs. Unmittelbar nach dem Blogstart enthält dieser „Orientierungscocktail“ oft nur wenige Elemente. Doch je mehr Content zusammenkommt, desto mehr könnt Ihr auch in der Seitenleiste präsentieren. Mit wenigen Klicks lassen sich hier neue Widgets wie „Beliebteste Artikel“, neue Kategorien oder auch Werbeanzeigen einbauen.

Da Änderungen an der Sidebar so unkompliziert sind, lohnt es sich, häufiger neue Dinge auszutesten oder auch einfach nur die Anordnung der Elemente zu variieren und dann zu beobachten, ob es positive Veränderungen beim Traffic oder eventuell bei den Einnahmen gibt (sofern Ihr zum Beispiel Affiliate-Links in der Sidebar habt).

Tipp: Analog zur Sidebar solltet Ihr auch an der Hauptnavigation von Zeit zu Zeit Korrekturen vornehmen – etwa mit einer geänderten Anordnung der Navigationsbuttons oder auch mit neu eingerichteten Seiten.

Alles okay? Der Browser-Check

Gibt es bei der Darstellung Probleme? browsershots liefert die schnelle Antwort. Screenshot: browsershots.org
Gibt es bei der Darstellung Probleme? browsershots liefert die schnelle Antwort. Screenshot: browsershots.org

Gerade die Installation eines neuen Templates, aber auch neue Plugins und manchmal selbst ganz kleine Drehungen an optischen Stellschrauben können dazu führen, dass es Probleme bei der Darstellung des Blogs in verschiedenen Browsern gibt. Um das zu überprüfen, könnt Ihr Euch mehrere Browser installieren und die Darstellung regelmäßig checken.

Alternativ könnt Ihr Anwendungen wie browsershots nutzen: Ihr gebt die URL Eures Blogs ein und das Programm kontrolliert, ob die Darstellung in allen ausgewählten Browsern funktioniert.

Ein Putzplan gegen das Chaos

Technik, Inhalte, Optik – alles gut und schön, aber wie soll man das als Blogger so nebenher noch alles schaffen? Gute Frage. Immer wird das nicht klappen. Genau wie im Haushalt wird immer mal was liegenbleiben, weil man sich gerade nicht zum Aufräumen/Putzen/Altpapier wegbringen überwinden kann. Damit sich nicht am Ende die Aufgaben türmen, empfiehlt sich eine Art Putzplan. Notiert Euch die Dinge, die Ihr für Euren Blog regelmäßig überarbeiten solltet und verteilt diese Aufgaben dann über die Wochen und Monate.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 3.8/5 (4 votes cast)
Schwing den Staubwedel: Weshalb Blogpflege so wichtig ist, 3.8 out of 5 based on 4 ratings

4 Gedanken zu „Schwing den Staubwedel: Weshalb Blogpflege so wichtig ist

  1. Hallo Sandra,

    das sehe ich ganz genau so, vielen Dank für den Artikel. Besonders das regelmäßige Überarbeiten von alten Artikeln hat einen großen Effekt in den Suchmaschinen, obwohl der Schreibaufwand gering ist. Tote Links kann man sich in WordPress ja ganz einfach mit dem Plugin „Broken Link Checker“ anzeigen lassen. So kann da auch nichts schief gehen. Das Ich nutze es aktuell bei meinem Plastikfrei-Projekt https://www.careelite.de und es funktioniert einwandfrei.

    Liebe Grüße,
    Christoph

  2. Hallo Sandra,
    alle angesprochenen Aspekte und Punkte aus dem Blogpost kann ich gut nachvollziehen, weil ich schon seit mehreren Jahren ein aktiver Blogger bin. Alles will aufgeräumt und ordentlich gemacht werden. Ich meine ich bin kein Perfektionist, dass ich wirklich alles perfekt haben will. Es muss einfach nach meinen Wünschen und manchmal nach den Wünschen des Bloglesers sein. So habe ich zum Beispiel in den Kommentaren einen Kommentar-Editor zum besseren Formatieren und dem Zitieren der Kommentare. Das wurde so angefragt und ich setzte es dann mal um.

    Noch überlege ich es mir gerade, ob ich nicht meine Blog-Links grün-farbig aussehen lassen kann. Das ist wieder mal etwas fürs Auge und die Farbe grün kommt in den Links doch schon oft genug vor. Eigentlich ist man im Internet eher blaue Links gewohnt, aber rot und grün habe ich schon woanders.

    CMS-Plugins-Themes-Updates haben höchste Priorität bei mir im Blogger-Alltag und diesen widme ich mich auch nach und nach, wenn ich davon erfahren habe. Im Falle von WordPress geht es am schnellsten, alles plugin-technisch aktuell zu halten. Bei anderen CMS muss ich immer eilig werden und es möglichst umgehend nach dem unmittelbaren Erfahren machen.

    Die Ordnung im eigenen Blog muss schon etwas sei, denn das macht das Blog wahrlich etwas attraktiver für die Leserschaft. Auch ein mobiles Design sorgt dafür, dass schon mal die Zielgruppe mobile Nutzer bedient wird.

  3. Hallo!

    Passenderweise habt ihr in dem Absatz, wo es um tote Links geht, selbst einen eingebaut. (Siehe: Eine erste Einführung in das Arbeiten mit den Google Webmaster Tools bekommst Du in unserem Beitrag „Erste Einstellungen und Einblicke im Google Webmaster Tool“.)

    Sicher als Test, oder? ;-)
    Um genau zu sein: er ist nicht tot, es fehlt nur ein Doppelpunkt nach „https“.

    Ansonsten: Für den Anfang recht hilfreich, was ich hier gelesen habe, aber ich war eigentlich auf der Suche nach einer Art Checkliste, wie mit 404er-Crawling-Fehlern umzugehen ist. Reicht es, eine vernünftige 404-Seite zu erstellen, oder muss wirklich jeder Fitzel mittels Redirect 301 in der htaccess bearbeitet werden? Vielleicht habt ihr dazu ja einen passenden Beitrag, den ich noch nicht gesehen habe.

    Viele Grüße,
    Micha

    1. Moin Micha,
      Glückwunsch – Du hast unseren Test erfolgreich bestanden :) Nein quatsch, da hat sich natürlich der Fehlerteufel eingeschlichen. Vielen Dank für Deinen Hinweis.
      Nun zu Deiner Frage:
      Eine gute 404-Seite ist natürlich immer wichtig. Es reicht ja schon ein Buchstabendreher in der URL und Dein Nutzer landet darauf. Ein paar kreative Gestaltungsideen findest Du zum Beispiel hier.
      Was die Weiterleitung betrifft, sollte wirklich jeder „Fitzel“,sprich toter Link, vorübergehende Landingpage etc. auf eine bestehende Seite weitergeleitet werden. Das freut natürlich auch Google. Zum Thema Crawling-Fehler kannst Du dich auch gerne hier nochmal einlesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.