Du willst eine eigene Website erstellen und stehst vor der klassischen Frage: Worüber schreibe ich eigentlich? Welche Leistungen stelle ich nach vorne? Und interessiert sich überhaupt jemand für das, was ich anbiete?
Die gute Nachricht: Du musst das nicht raten. Google verrät dir kostenlos, wonach die Menschen in Deutschland suchen. Das Werkzeug dafür heißt Google Trends, und du brauchst weder ein Budget noch Vorwissen, um damit zu arbeiten. In diesem Artikel zeigen wir dir, was Google Trends kann, wo die Grenzen liegen und wie du die Daten Schritt für Schritt für deine Website nutzt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Google Trends?
- Der erste Blick: So findest du dich zurecht
- Prüfe deine Idee, bevor du die erste Seite baust
- Finde Themen für deine Unterseiten und deinen Blog
- Triff die Wortwahl deiner Kundschaft
- Plan deine Saison im Voraus
- Nutze die regionale Ansicht für lokale Angebote
- Behalte Markt und Mitbewerb im Blick
- Wo Google Trends an seine Grenzen kommt
- Häufige Fragen
- Fazit: Erst schauen, dann bauen
Was ist Google Trends?
Google Trends ist ein kostenloser Dienst von Google. Er zeigt dir, wie sich das Suchinteresse an einem Begriff im Lauf der Zeit verändert: Wann steigt es, wann fällt es, in welchen Regionen ist es besonders hoch, und welche verwandten Suchanfragen tauchen rund um dein Thema auf.
Wichtig zu verstehen, weil hier die meisten Missverständnisse entstehen: Google Trends zeigt dir keine absoluten Zahlen. Du erfährst also nicht, dass ein Begriff 4.800 Mal im Monat gesucht wurde. Stattdessen arbeitet das Tool mit einem Wert zwischen 0 und 100. Die 100 steht für den Zeitpunkt mit dem höchsten Interesse im gewählten Zeitraum, alle anderen Werte sind relativ dazu. Ein Begriff mit dem Wert 100 kann also insgesamt trotzdem winzig sein.
Was du bekommst, ist eine Richtung. Und die ist für die Planung einer Website oft wertvoller als eine exakte Zahl.
Der erste Blick: So findest du dich zurecht
Wenn du Google Trends öffnest, landest du in einem von zwei Bereichen:
Im Bereich "Entdecken" gibst du selbst einen Begriff ein und siehst den Verlauf. Das ist der Teil, den du für deine Website am meisten brauchst.
Im Bereich "Aktuelle Trends" (oft auch "Trending Now" genannt) siehst du, was gerade in den letzten Stunden und Tagen stark gesucht wird. Das ist spannend für Social Media und aktuelle Beiträge, für die Grundstruktur deiner Website aber weniger.
Stell in jedem Fall zuerst die Filter richtig ein: Land auf Deutschland, Zeitraum je nach Frage. Für saisonale Muster nimmst du fünf Jahre, für aktuelle Entwicklungen die letzten 12 Monate oder 90 Tage. Ohne diese Einstellung siehst du weltweite Daten, und die helfen dir bei einem deutschen Angebot selten weiter.
1. Prüfe deine Idee, bevor du die erste Seite baust
Bevor du Zeit in Texte, Struktur und Design steckst, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Nachfrage. Gib deinen Kernbegriff ein und stell den Zeitraum auf fünf Jahre.
Zeigt die Kurve stabil nach oben oder seitwärts? Gutes Zeichen, das Thema trägt.
Fällt die Kurve seit Jahren kontinuierlich? Dann überleg dir, ob du dein Angebot anders benennen oder anders zuschneiden solltest. Manchmal ist die Nachfrage nicht weg, sie ist nur unter einen neuen Begriff gewandert.
Ist die Kurve ein einzelner steiler Berg, der danach flach abfällt? Dann war das ein kurzer Hype und keine Grundlage für ein Geschäftsmodell.
2. Finde Themen für deine Unterseiten und deinen Blog
Scroll auf der Ergebnisseite nach unten. Dort findest du "Ähnliche Themen" und "Ähnliche Suchanfragen". Und dort steckt der eigentliche Schatz.
Du kannst zwischen zwei Ansichten umschalten: "Top" zeigt dir die Begriffe, die am häufigsten zusammen mit deinem Suchbegriff gesucht werden. "Zunehmend" zeigt dir die Begriffe, deren Suchvolumen am stärksten gewachsen ist. Steht dort statt einer Prozentzahl das Wort "Ausreißer", ist der Begriff um mehr als 5.000 Prozent gestiegen.
Für dich heißt das: Die Top-Liste zeigt dir, welche Seiten du auf jeden Fall brauchst. Die Liste der zunehmenden Suchanfragen zeigt dir Themen, für die es noch kaum Wettbewerb gibt. Genau da hast du als kleines Unternehmen die besten Chancen, weil die großen Anbieter dort noch nichts stehen haben.
Ein Beispiel: Du bist Fotografin und gibst "Fotograf Hochzeit" ein. In den ähnlichen Suchanfragen tauchen Begriffe wie "freie Trauung", "Standesamt Fotos" oder "Paarshooting" auf. Jeder davon ist eine eigene Unterseite oder ein Blogbeitrag wert.
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3. Triff die Wortwahl deiner Kundschaft
Google Trends kann bis zu fünf Begriffe direkt vergleichen. Das ist die vielleicht praktischste Funktion überhaupt, wenn du eine Website aufbaust.
Denn du beschreibst dein Angebot vermutlich so, wie du es intern nennst. Deine Kundschaft sucht aber oft anders. Heißt es bei dir "Ernährungsberatung" und bei den Suchenden "Abnehmen ohne Diät"? Sagst du "Steuerberatung für Selbstständige" und die Leute suchen nach "Steuererklärung Freiberufler"?
Trag beide Varianten in das Vergleichsfeld ein und schau, welche Kurve höher liegt. Der Begriff mit dem größeren Interesse gehört in deine Überschriften, in deine Navigation und in deine Seitentitel. Der andere darf trotzdem im Text vorkommen.
Der gleiche Vergleich hilft dir übrigens auch bei der Wahl deines Domainnamens. Wenn du dich zwischen zwei möglichen Namen oder Schreibweisen nicht entscheiden kannst, gibt dir das Suchinteresse einen Hinweis darauf, welcher Begriff bei deiner Zielgruppe wirklich angekommen ist.
4. Plan deine Saison im Voraus
Fast jedes Geschäft hat eine Saison, auch wenn du sie noch nicht kennst. Stell den Zeitraum auf fünf Jahre und schau dir an, wann dein Thema jedes Jahr nach oben geht.
Ein Gartenbaubetrieb sieht den Anstieg ab Februar. Ein Steuerberater sieht ihn im Frühjahr und noch einmal im Spätsommer. Ein Onlineshop für Geschenkartikel sieht ihn ab Oktober.
Die wichtige Erkenntnis dabei: Deine Inhalte müssen fertig sein, bevor die Kurve steigt. Google braucht Zeit, um eine neue Seite zu bewerten und einzuordnen. Wenn du deine Weihnachtsseite im Dezember veröffentlichst, bist du zu spät. Wenn du sie im September online stellst, bist du dabei.
Genau das gilt auch für Produkte. Wenn du Produkte verkaufst, siehst du in Google Trends, wann die Nachfrage anzieht, und kannst dein Sortiment und deine Startseite rechtzeitig danach ausrichten.
5. Nutze die regionale Ansicht für lokale Angebote
Unter der Verlaufskurve findest du eine Deutschlandkarte mit dem Interesse nach Bundesland und teilweise nach Stadt. Für alle, die lokal arbeiten, also Handwerk, Praxen, Gastronomie, Dienstleistungen vor Ort, ist das Gold wert.
Du erkennst, wo dein Thema besonders gefragt ist, und kannst das in deine Website übernehmen. Zum Beispiel mit eigenen Seiten für die Orte, in denen du tätig bist, oder mit Formulierungen, die die Region klar benennen.
6. Behalte Markt und Mitbewerb im Blick
Vergleich deinen eigenen Markennamen mit dem von ein oder zwei Mitbewerbern. Du siehst zwar keine absoluten Zahlen, aber du siehst das Verhältnis und die Entwicklung. Steigt dein Name nach einer Kampagne? Hat ein Mitbewerber gerade einen Sprung gemacht?
Praktisch ist auch die Abo-Funktion: Du kannst dir Benachrichtigungen per E-Mail schicken lassen, wenn sich bei einem Begriff etwas tut. So musst du nicht jede Woche selbst nachschauen.
Wo Google Trends an seine Grenzen kommt
So hilfreich das Tool ist, ein paar Dinge solltest du wissen:
Es liefert keine absoluten Suchvolumen. Für die Frage "Lohnt sich diese Seite überhaupt?" brauchst du zusätzlich ein Tool mit echten Zahlen, zum Beispiel den Google Keyword Planner.
Bei sehr kleinen Nischen wird die Kurve unruhig oder bleibt leer. Das heißt nicht, dass es keine Nachfrage gibt. Es heißt nur, dass die Datenmenge für eine saubere Auswertung zu klein ist. Geh in dem Fall eine Ebene allgemeiner.
Die Daten sind Stichproben, keine Vollerhebung. Nimm sie als Richtung, nicht als Beweis.
Und ganz wichtig: Ein steigender Trend sagt nichts darüber aus, ob die Leute auch kaufen wollen. Suchinteresse ist nicht gleich Kaufabsicht.
Häufige Fragen
Ist Google Trends kostenlos?
Ja, komplett. Du brauchst nicht einmal ein Google-Konto, um die Daten anzusehen. Für die Abo-Funktion mit E-Mail-Benachrichtigungen musst du dich einloggen.
Kann ich die Daten exportieren?
Ja. Jede Ansicht lässt sich als CSV-Datei herunterladen oder als Link teilen. Praktisch, wenn du mehrere Recherchen in einer Tabelle zusammenführen willst.
Wie deaktiviere ich Trends bei Suchanfragen?
Das ist eine andere Sache als das Analyse-Tool. Gemeint sind die Trend-Vorschläge, die dir in der Google-Suche oder der Google-App unter dem Suchfeld angezeigt werden. Die schaltest du in den Einstellungen der Google-App unter den Sucheinstellungen ab. Auf deine Recherche in Google Trends hat das keinen Einfluss.
Gibt es eine Alternative zu Google Trends?
Ähnliche Dienste sind zum Beispiel AnswerThePublic oder Ubersuggest. Sie ersetzen Google Trends nicht, ergänzen es aber gut. Der große Vorteil von Google Trends bleibt: Die Daten kommen direkt aus der Suchmaschine, mit der die meisten Menschen in Deutschland arbeiten.
Fazit: Erst schauen, dann bauen
Google Trends ist so etwas wie kostenlose Marktforschung für kleine Unternehmen, Selbstständige und Gründerinnen und Gründer. Du erfährst, wonach deine Zielgruppe wirklich sucht, welche Begriffe sie dafür benutzt und wann sie danach sucht.
Ein realistischer Ablauf sieht so aus: eine halbe Stunde in Google Trends, um deine Themen und deine Wortwahl festzulegen. Danach hast du eine Liste, aus der sich deine Startseite, deine Leistungsseiten und die ersten Blogbeiträge fast von allein ergeben.
Und dann kommt der Schritt, auf den es ankommt: Die Erkenntnisse müssen auf eine Website. Denn ein Trend nützt dir nur dann etwas, wenn es eine Seite gibt, die dazu gefunden werden kann.
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Meta Title:
Google Trends nutzen: Themen für deine Website finden
Meta Description:
Was ist Google Trends und wie nutzt du es für deine eigene Website? Praxistipps zu Themen, Keywords und Saison für Selbstständige und kleine Unternehmen.