Wenn du eine Domain mit einer generischen Endung wie .com, .net oder .org registrierst und dabei eine neue E-Mail-Adresse verwendest oder deine Kontaktdaten änderst, erhältst du eine E-Mail mit der Aufforderung, deine Daten zu verifizieren. Diese sogenannte ICANN-Registrant-Verification ist eine verbindliche Anforderung der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN).
Inhaltsverzeichnis
Viele Domain-Inhaber reagieren zunächst skeptisch: Ist diese E-Mail seriös? Handelt es sich um Phishing? Und was passiert, wenn die Verifizierung ignoriert wird?
Dieser Artikel erklärt, was die ICANN-Verifizierung ist, wann sie ausgelöst wird und welche Konsequenzen bei Nicht-Verifizierung drohen.
Was ist die ICANN Registrant Verification?
Die ICANN ist die zentrale Koordinationsstelle für das Domain Name System und legt die Richtlinien für akkreditierte Registrare fest. Seit dem 1. Januar 2014 gilt die „ICANN Registrant Verification Policy". Diese Policy verpflichtet Registrare, die E-Mail-Adressen von Domain-Inhabern zu verifizieren.
Betroffene Domain-Endungen:
Die Verifizierungspflicht gilt nur für generische Top-Level-Domains (gTLDs):
- Klassische gTLDs: .com, .net, .org, .biz, .info
- Neue gTLDs: .shop, .blog, .online, .tech, .app und viele weitere
Nicht betroffen sind länderspezifische Domains (ccTLDs) wie .de, .at oder .ch. Diese unterliegen den Regeln der jeweiligen nationalen Registrierungsstellen.
Warum gibt es diese Verifizierung?
Die ICANN verfolgt mehrere Ziele:
Datenqualität sicherstellen: Die im WHOIS-System hinterlegten Kontaktdaten sollen korrekt und aktuell sein, damit Domain-Inhaber bei technischen Problemen oder rechtlichen Anfragen erreichbar sind.
Missbrauch eindämmen: Falsche Kontaktdaten werden häufig bei betrügerischen Aktivitäten verwendet. Die Verifizierung erhöht die Hürde für Phishing, Malware-Verbreitung oder Domain-Hijacking.
Rechtliche Zuordnung: Bei Domain-Streitigkeiten sind korrekte Inhaberdaten essenziell. Die Verifizierung schafft eine nachvollziehbare Grundlage für rechtliche Prozesse.
Transparenz: Die ICANN strebt ein nachvollziehbares System an, in dem klar ist, wer hinter einer Domain steht.
Wann wird die Verifizierung ausgelöst?
Die Verifizierung erfolgt nicht bei jeder Domain-Aktion, sondern nur in bestimmten Fällen:
1. Neuregistrierung mit unverifizierten Daten
Wenn du eine gTLD mit einer E-Mail-Adresse registrierst, die noch nie verifiziert wurde – etwa bei deiner ersten Domain oder wenn du eine neue E-Mail-Adresse verwendest.
2. Änderung der Inhaberdaten
Jede Änderung an Name, Organisation oder E-Mail-Adresse des Domain-Inhabers löst eine neue Verifizierung aus. Änderungen an Admin-C- oder Tech-C-Daten sind nicht betroffen.
3. Domain-Transfer
Wenn du eine Domain von einem anderen Registrar transferierst und die E-Mail-Adresse dort noch nicht verifiziert war.
4. Nicht zustellbare WHOIS-E-Mails
Falls frühere automatisierte E-Mails nicht zugestellt werden konnten, kann eine erneute Verifizierung verlangt werden.
Wichtig: Bereits verifizierte Daten bleiben gültig
Hast du eine bestimmte Kombination aus Name und E-Mail-Adresse bereits verifiziert, bleibt diese Verifizierung gültig. Weitere Domains mit denselben Daten erfordern keine erneute Verifizierung.
So läuft die Verifizierung ab
Schritt 1: E-Mail-Versand
Die Verifizierungs-E-Mail wird von unserem Registrar-Partner im Namen von checkdomain an deine hinterlegte E-Mail-Adresse gesendet. Die E-Mail enthält:
- Den betroffenen Domainnamen
- Deine hinterlegten Inhaberdaten
- Einen Bestätigungslink
- Die 16-Tage-Frist
Schritt 2: Bestätigung
Du klickst auf den Link und bestätigst die Verifizierung auf der sicheren HTTPS-Seite. Die Verifizierung ist kostenlos und erfordert keine weiteren Eingaben.
Schritt 3: Abschluss
Nach erfolgreicher Verifizierung erhältst du eine Bestätigung. Die Verifizierung gilt nun für alle Domains mit dieser Name/E-Mail-Kombination.
Falls du nicht sofort verifizierst, werden automatische Erinnerungs-E-Mails versendet.
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Konsequenzen bei Nicht-Verifizierung
Client Hold Status nach 16 Tagen
Erfolgt keine Verifizierung innerhalb der Frist, werden alle betroffenen Domains automatisch auf „Client Hold" gesetzt:
DNS-Auflösung deaktiviert:
- Die Website ist nicht mehr erreichbar
- Besucher erhalten eine DNS-Fehlermeldung
E-Mail-Zustellung blockiert:
- Alle E-Mails an die Domain werden abgewiesen
- Versender erhalten eine Bounce-Nachricht
Keine Löschung:
- Die Domain bleibt in deinem Vertrag
- Die Inhaberschaft bleibt bestehen
Technische Operationen möglich:
- Domain-Verlängerung funktioniert weiterhin
- Domain-Transfer ist möglich
- Nameserver-Updates können vorgenommen werden (werden aber erst nach Aufhebung des Hold-Status aktiv)
Reaktivierung
Du kannst die Domain jederzeit reaktivieren, indem du die Verifizierung nachholst. Der Client Hold Status wird dann innerhalb weniger Stunden aufgehoben.
Echte Verifizierung oder Phishing?
Phishing-E-Mails, die sich als ICANN-Verifizierung tarnen, sind keine Seltenheit. So erkennst du den Unterschied:
Merkmale echter Verifizierungs-E-Mails
- Offizielle Absenderadresse des Registrars
- Enthält konkrete Domainnamen und hinterlegte Daten
- HTTPS-verschlüsselter Bestätigungslink
- Keine Zahlungsaufforderung (Verifizierung ist kostenlos)
- Professionelle Gestaltung ohne Rechtschreibfehler
- Realistische 16-Tage-Frist
Warnsignale für Phishing
- Extreme Dringlichkeit („Domain wird in 24 Stunden gelöscht!")
- Zahlungsaufforderung für die Verifizierung
- Link führt zu unbekannten oder verdächtigen Domains
- Allgemeine Anrede ohne konkrete Domain-Angaben
- Enthält Anhänge oder Downloads
- Grammatikfehler und unprofessionelle Sprache
Im Zweifel: Nicht klicken
Wenn du unsicher bist:
- Klicke nicht auf Links in der E-Mail
- Logge dich direkt in dein checkdomain-Konto ein
- Prüfe dort den Domain-Status
- Kontaktiere den Support zur Prüfung
Best Practices
E-Mail-Postfach regelmäßig prüfen: Achte nach Registrierungen, Transfers oder Datenänderungen auf eingehende E-Mails. Prüfe auch den Spam-Ordner.
Frühzeitig verifizieren: Warte nicht bis kurz vor Ablauf der Frist.
Kontaktdaten aktuell halten: Stelle sicher, dass deine E-Mail-Adressen im checkdomain-Konto aktuell und abrufbar sind.
Bei Unsicherheit nachfragen: Der checkdomain-Support kann prüfen, ob eine Verifizierung aussteht, und die E-Mail bei Bedarf erneut versenden.
Für Unternehmen: Informiere IT-Verantwortliche über die Verifizierungspflicht, damit wichtige E-Mails nicht übersehen werden.
Fazit
Die ICANN-Registrant-Verification ist eine sinnvolle Maßnahme zur Qualitätssicherung im Domain-System. Sie erhöht die Transparenz und erschwert Missbrauch.
Für dich als Domain-Inhaber bedeutet das: Verifiziere zeitnah innerhalb der 16-Tage-Frist, halte deine Kontaktdaten aktuell und sei wachsam gegenüber Phishing-Versuchen.
Bei Fragen zur ICANN-Verifizierung steht dir der checkdomain-Support jederzeit zur Verfügung.