Domain nur für Robben: Kuriose Vergaberichtlinien

Bei checkdomain versuchen wir einiges, um unseren Kunden Ihre Wunschdomain zu registrieren. Aber eines haben wir leider noch nicht geschafft: Einen Treuhandservice für die .aq-Domain zu organisieren. Die Domain ist nur registrierbar, wenn man eine Adresse in der Antarktis hat. Neben vielen Robben, haben dies eigentlich nur eine Handvoll Polarforscher, die sich allerdings partout nicht als Treuhänder zur Verfügung stellen wollen. Bisher hat sich auch keiner unserer Mitarbeiter bereit erklärt, dort ein Büro für uns zu betreiben. Aufgrund der Tatsache, dass die eisige und menschenfeindliche Umgebung der Antarktis eine „physische Anwesenheit“ sehr erschwert, hat die Vergabestelle aber zum Glück eine Ausnahme zugelassen: So werden Domain-Registrierungen auch akzeptiert, wenn der Antragsteller eine unbemannte Forschungsstation in der Antarktis betreibt. Sobald unser Tauchroboter fertig ist, können wir also einen Treuhandservice für Euch anbieten ;)

Kostenloses W-LAN, dank .nu

Dabei könnte mit der .aq-Endung die Polarforschung mitfinanziert werden, wenn die Vergabestelle etwas freizügiger wäre. Mit gutem Beispiel voran gehen da Tuvalu (.tv) und Tokelau (.tk), die beide durch ihre laxen Richtlinien etwa 10% ihres BIP durch den Verkauf von Domains generieren. Auch Niue (.nu), das kleinste Land der Welt, erzielt einen erheblichen Anteil seiner Einkünfte aus dem Erlös des Domainverkaufs und nutzt das Geld, um für alle 1.611 Einwohner ein kostenloses, inselweites WLAN zu unterhalten. Ihre eigenen Domains werden die Niueaner allerdings kaum besuchen wollen – etwa 90% der Inhalte sind auf Schwedisch.

Staatliche Kontrolle und inhaltliche Vorgaben

Aber nicht nur die Antarktis sollte sich diese Offenheit zum Vorbild nehmen. Andere Länder nutzen ihre Domains, um politische Differenzen ins Internet zu tragen. So kann jeder die Domain der Vereinigten Arabischen Emirate (.ae-Domain) registrieren – außer er hat seinen Wohnsitz in Israel. China, Russland und die Türkei gehen sogar noch einen Schritt weiter. Sie behalten sich vor Domains mit staatsfeindlichen Inhalten direkt zu löschen und die Registranten gegebenenfalls sogar strafrechtlich zu verfolgen. Auch die .cat-Domain ist inhaltlich stark limitiert: Alle Websites mit dieser Domain müssen sich thematisch um Katalonien drehen.

Technische Voraussetzungen – die vollkommen unnötig sind

Wieder anderen Ländern ist zwar der Inhalt der Websites egal, aber technisch legen die Vergabestellen einem Hürden in den Weg. So muss jede Website unter einer .kz-Domain auf einem kasachischem Server liegen (wenn sich ausreichend Kunden zusammentun, würden wir eine Kolonne Esel zusammenstellen, um Eure Websites dorthin zu tragen).

Faxgerät für die .hu-Domain zwingend erforderlich
Zwingend erforderlich: Ein Fax MUSS an die Vergabestelle der .hu-Domain geschickt werden. (© istockphoto / Nomadsoul1)

Noch schlimmer: Für die Registrierung einer .hu-Domain ist eine Faxnummer zwingend notwendig. Fax. Ihr wisst schon. Die Dinger, die so unangenehm piepen, wenn man sie versehentlich anruft. Die bis zu 2 Monate Geduld, die man mitbringen muss, um eine .al-Domain zu registrieren, sind dagegen sicher einfach zu ertragen.

Eine Domain registrieren ist also nicht immer ganz einfach. Aber zum Glück gibt es ja unseren Support, der bei Fragen immer gerne weiterhilft. Und bald dann hoffentlich auch unseren Tauchroboter…

Was sind Eure merkwürdigsten Erfahrungen rund um Eure Domain oder Homepage? Wir freuen uns auf Eure Kommentare :)

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