Das Netz in Zahlen: Domaintrends und -statistiken kompakt

Das Netz wächst: Tag für Tag kommen etliche neue Domains, Nutzer und aktuell auch neue Domainendungen hinzu. Gut informiert zu sein über die wichtigsten Entwicklungen ist ein wichtiger Faktor für den eigenen Erfolg im Netz. Unterschiedliche Statistiken rund um das Thema Domains helfen Euch – und natürlich auch uns – dabei, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und keine Trends zu verschlafen. Und ganz nebenbei ist es natürlich ein interessanter Blick in die Vergangenheit, der deutlich macht, mit welchem Tempo sich das Leben im Netz abspielt.

Ein Jahr voller Neuheiten: Das Domainjahr 2014 im checkdomain-Rückblick

Oh, tatsächlich schon wieder ein Jahr vorbei? 2014 scheint im Expresstempo durchgerauscht zu sein. Es hat sich in der Domainwelt in den vergangenen 12 Monaten soviel getan, dass es kaum Atempausen gab. Unser Rückblick rekapituliert noch einmal die wichtigsten Ereignisse. Beherrschendes Thema waren natürlich die neuen Top Level Domains (nTLD), die nach langem Warten im Januar dann endlich, endlich an den Start gingen. Etwas im Schatten dieser Entwicklung hat sich aber auch bei einigen der etablierten Endungen etwas getan.

Unsere Domain-Jahresbilanz liefert Euch einen kompakten Überblick zu

  • den aktuellen Domainstatistiken;
  • den wichtigsten nTLD-Starts 2014;
  • den Ausblicken für 2015.

Nichts neues an der Spitze: .com bleibt vorne

Die neuen TLDs mögen in der Domain-Welt das Thema der Stunde sein – die Nutzer bleiben offenbar erstmal weiterhin bei bewährten Endungen. Die Endung .com war, ist und bleibt wohl auch auf absehbare Zeit der einsame Spitzenreiter: Gut 116 Millionen registrierte .com-Domains sind mittlerweile weltweit verzeichnet, zeigt die aktuelle Statistik der Denic. Ende 2013 waren es noch 111,5 Millionen registrierte .com-Domains – erstaunlich, dass sich tatsächlich noch 4,5 Millionen freie Domains mit dieser Endung gefunden haben…

Wie im Vorjahr rangiert auf Platz 2 die Endung .tk, die auf knapp 28 Millionen Registrierungen kommt (zum Vergleich: Ende 2013 waren es 19,1 Millionen). .tk ist eigentlich die länderspezifische Domainendung (ccTLD) für das in der Südsee gelegene Inselreich Tokelau. Die Endung wird mittlerweile aber von einem Investor vermarktet, der freiwerdende .tk-Domains für Werbung nutzt und eine größtenteils kostenlose Registrierung anbietet – deshalb die hohe Zahl an registrierten Domains.

Auf Platz 3 dann ebenfalls ein guter, alter Bekannter: die deutsche ccTLD .de mit 15,8 Millionen registrierten Domains (2013: 15,6 Millionen).  Auf den Rängen 4 und 5 folgen .net mit 15,1 Millionen sowie die chinesische ccTLD .cn mit 11,2 Millionen, die die britische Endung .uk aus den Top Five verdrängt hat.

Die Rangfolge der beliebstesten ccTLDs 2014: Bewegung gab es vor allem im Mittelfeld. Grafik: Council of European National Top Level Domain Registries (CENTR)
Die Rangfolge der beliebstesten ccTLDs 2014: Bewegung gab es vor allem im Mittelfeld. Grafik: Council of European National Top Level Domain Registries (CENTR)

Nicht verschweigen wollen wir, dass zum Jahresende noch ein Rekord geknackt worden ist: 2014 wurde die Grenze von 280 Millionen registrierten Domains weltweit überschritten, besagt der Domain Name Industry Brief des Unternehmens VeriSign.

Seit 2014 auch in kurz: Die ccTLDs .uk und .nz

Briten und Neuseeländer haben über viele Jahre auch im Domainbereich ihre Eigenheiten gepflegt und eine Registrierung nur unter Subdomains wie .co.uk oder org.nz erlaubt. Damit ist seit diesem Jahr Schluss. Wahrscheinlich auch mit sorgenvollem Blick auf die Konkurrenz durch die neuen TLDs haben sich die zuständigen Gremien in beiden Ländern dazu durchgerungen, künftig auf die Subdomains zu verzichten.

Für die britische .uk-Domain gilt die neue Regelung seit dem 10. Juni 2014. In Neuseeland kam die Änderung zum 30. September. Bei beiden Endungen gibt es für Nutzer, die bereits Inhaber einer „alten“ Domain sind, die Möglichkeit auf die kürzere Version umzusteigen. Bei .uk-Domains besteht dieses Vorrecht für alle vor dem 29. Oktober 2013 registrierten Domains für fünf Jahre. Inhaber von .nz-Domains müssen sich dagegen etwas beeilen: Hier endet das Vorrecht auf den Erstzugriff im März 2015.

Sonnenaufgang im Januar

Damit sind wir bei den neuen Top Level Domains gelandet. Exakt 1930 Bewerbungen aus 60 Ländern konnte die ICANN am sogenannten Reveal Day, dem 13. Juni 2012, verkünden. Nach dem ursprünglichen Plan hätten diese im Januar 2014 längst eingeführt sein sollen – doch dann kam alles anders, weshalb die ersten Registrierungen bis Anfang 2014 auf sich warten ließen.

Die neue Domainendung für die Hauptstadt: .berlin ging im Frühjahr 2014 an den Start und zählt zu den erfolgreichsten neuen Domainendungen. Logo: dot.berlin
Die neue Domainendung für die Hauptstadt: .berlin ging im Frühjahr 2014 an den Start und zählt zu den erfolgreichsten neuen Domainendungen. Logo: dot.berlin

Zu den ersten nTLDs, die im Januar in die allgemeine Registrierung starteten, gehörten unter anderem .bike, .guru und .clothing. Besonders interessant aus deutscher Sicht wurde es dann einige Wochen später, als mit .ruhr die erste deutsche nTLD ins Spiel kam. Wenig später kam dann mit .berlin eine eigene Endung für die Hauptstadt dazu, die auch im internationalen Vergleich zu den erfolgreichsten unter den nTLD zählt. Im Laufe des Jahres folgten auf nationaler Ebene unter anderem noch .koeln beziehungsweise .cologne, .bayern, .hamburg und .saarland. Auch die internationalen Metropolen sind mittlerweile gut im Netz vertreten – beispielsweise mit .london, .paris, .nyc, .moscow und .tokyo.

Neben den neuen Geo- und City-TLDs sind Dutzende Endungen aus anderen Lebensbereichen gestartet, vom Geschäftsleben über Sport und Freizeit bis hin zu Web und Technik oder Essen und Trinken. Nach und nach werden mit dem nTLDs wirklich alle Felder abgedeckt. Viele Endungen sind zwar auf Englisch und daher für den deutschsprachigen Markt nur begrenzt sinnvoll. Es gibt aber schon jetzt auch eine ganze Reihe von deutschsprachigen Endungen, die eine gute Alternatve sein können, wenn sich unter klassischen Endungen wie .de oder .com keine sinnvolle freie Domain mehr findet.

Einen Überblick über alle bereits registrierbaren nTLDs findet Ihr übrigens im entsprechenden Bereich auf der checkdomain-Webseite.

Was passiert als nächstes?

Die Welle an Neustarts wird auch 2015 nicht abreißen. Aller Voraussicht nach wird es in einem ähnlichen Rhythmus wie 2014 weitergehen, das heißt, pro Monat kommen zwischen 20 und 30 neue Domainendungen dazu. Die Internetverwaltung ICANN geht davon aus, dass die nTLD-Einführung erst 2016 abgeschlossen sein wird.

Schon jetzt ist allerdings klar: Es wird nicht alles kommen, was ursprünglich geplant war. Aktuell geht man bei der ICANN von insgesamt 1382 neuen Domainendungen aus, die erfolgreich geprüft wurden und für die von den Betreibern kein Rückzieher gemacht wurde.

Bei etwa 500 dieser Endungen stehen noch Nachbesserungen beziehungsweise Verhandlungen an, da eine „string contention“ besteht: Das bedeutet,

  • dass es entweder mehrere Bewerber um eine Endung gibt oder
  • dass eine Endung (zu) starke Ähnlichkeiten zu einer anderen Endung aufweist.

Vor allem bei zu starken Ähnlichkeiten zwischen Endungen gibt es dabei häufiger hart geführte Auseinandersetzungen zwischen den Kontrahenten. Oft landen diese vor von der ICANN organisierten Schiedsgerichten, die wiederum selber umstritten sind – denn bei ihren Entscheidungen fehlt eine einheitliche Linie.

Bei mehreren Bewerbern um eine Endung wird in der Regel zunächst verhandelt und oft mit finanziellen Anreizen versucht, Konkurrenten den Ausstieg aus dem nTLD-Rennen schmackhaft zu machen. Die Alternative zu den Verhandlungen sind Auktionen, bei denen der Meistbietenden den Zuschlag für begehrte Endungen wie .online oder .cloud bekommt. Bei diesen „auctions of last resort“ ging es in diesem Jahr häufiger um hohe Millionenbeträge, oft auch im zweistelligen Bereich – die künftigen Betreiber scheinen sich von den nTLDs also viel zu erwarten, auch wenn das Geschäft bisher weniger rund läuft als erwartet.

Eine vollständige Liste der Endungen, die sich in der String contention befinden, ist übrigens auf der Webseite der ICANN abrufbar.

Schon jetzt klar: Diese Endungen sind gestoppt

Wegen der Gefahr einer sogenannten name collision stellte sich außerdem im Lauf des Jahres heraus, dass es bestimmte Endungen auf absehbare Zeit überhaupt nicht geben wird. Bei einer name collision handelt es sich um einen “Zusammenstoß” zwischen einer neuen Domain-Endung und Domains, die bereits seit Jahren inoffiziell in lokalen Netzwerken genutzt werden – etwa in Unternehmen. Durch die Kollision kann es passieren, dass der Nutzer nicht die gewünschte Domain ansteuern kann. Neben .corp und .home wird deshalb zum Beispiel auch die begehrte nTLD .mail – für die es fünf Bewerber, darunter Amazon und Google gab – vorerst nicht kommen.

Entwarnung gab es dagegen kurz vor Jahresende für eine lange Liste einzelner Domains, die die ICANN wegen der Gefahr einer name collision gesperrt hatte. „controlled interruption“ heißt das Verfahren, mit dessen Hilfe rund 180 000 Domains nach und nach in die Registrierungs entlassen werden sollen. Seit Anfang Dezember gibt es eine täglich aktualisierte Liste, auf der Interessierte nachsehen können, ob attraktive Endungen freigegeben wurden beziehungsweise wann sie in die allgemeine Registrierung starten.

Damit sind wir am Ende unseres Über- und Ausblicks angekommen. Klar, es ist noch viel, viel mehr passiert und eigentlich könnten wir hier auch einen ganzen Roman schreiben. Aber vieles könnt Ihr auch über die gezielte Suche hier im Blog nachlesen. In diesem Sinne holen wir jetzt mal tief Luft, machen eine ganz kurze Pause, blicken auf ein tolles Jahr zurück, sind sehr gespannt, was 2015 noch alles bringen wird und wünschen Euch allen einen wunderbaren Start in das neue Jahr!

Dezember 2013: Wenig bleibt, wie es ist – die Domainlandschaft 2014

2013 ist fast schon Geschichte. Höchste Zeit für uns, eine kurze Bilanz des Domainjahres zu ziehen und vor allem einen Blick auf die kommenden Monate zu werfen. Während 2013 geprägt war vom gespannten Warten auf die angekündigten neuen Top Level Domains, wird es 2014 voraussichtlich kaum Zeit zum Durchatmen geben, weil es bei den nTLDs Schlag auf Schlag geht. Aber auch wenn die neuen Domainendungen gerade das beherrschende Thema sind, sollten die bewährten klassischen Endungen nicht komplett aus dem Blick geraten. Denn auch hier gab es interessante Entwicklungen und es stehen einige Neuerungen für das kommende Jahr an.

Spitzenreiter .com bleibt einsam vorne

Der alte Spitzenreiter ist auch der neue: die .com-Domain bleibt weiterhin die gefragteste Top Level Domain der Welt. Inzwischen kommt die Endung auf 111,5 Millionen Registrierungen. Im Vergleich dazu sind alle anderen TLDs natürlich kleine Fische – relativ gesehen. Auf Platz 2 der Domain-Top Ten hat sich die länderspezifische Top Level Domain (ccTLD) von Tokelau gesetzt: Derzeit soll .tk auf 19,1 Millionen Registrierungen kommen. Damit hat es die deutsche .de-Domain mit 15,6 Millionen auf den dritten Platz verdrängt, so die aktuelle Statistik des Council of European National Top Level Domain Registries (CENTR). Es folgen .net mit 15,17 Millionen registrierten Adressen und .uk mit 10,6 Millionen.

Die erfolgreichsten ccTLDs im Überblick.
Bewegung an der Spitze der Top 20 ccTLDs: Tokelaus Endung .tk hat .de von der Spitze verdrängt.

Zur besseren Einordnung muss an dieser Stelle noch ergänzt werden, dass der Vergleich von .tk und .de etwas hinkt. Denn .tk-Domains werden wie eine generische TLD weltweit und nicht national vermarktet. Dazu kommt im Fall von .tk eine der laxe und extrem kostengünstige Vergabe, die die Endung für unseriöse Geschäftemacher attraktiv macht.

Ebenfalls interessant: CENTR hat für die oben genannte Studie auch ermittelt, welche europäischen Ländern den höchsten Anteil an ccTLDs je 100 Einwohner haben. Hier haben die kleinen Länder klar die Nase vorn. Spitzenreiter ist Liechtenstein mit 181 registrierter .li-Domains pro 100 Einwohner. Dahinter folgt Montenegro mit seiner Endung .me und 116 registrierten Domains auf 100 Einwohner. Die Niederlande kommen mit .nl auf 32 Domains, Deutschland mit .de auf 19.

Was tut sich bei den altbewährten TLDs 2014?

.uk statt .co.uk: Die Änderung soll ab dem Sommer 2014 gelten.
Die Briten verabschieden sich von einer ihrer Besonderheiten und ermöglichen künftig Registrierungen auch direkt unterhalb der TLD .uk.

Eine ganz große Neuerung für 2014 steht bereits seit einigen Wochen fest. Die britische Vergabestelle Nominet hat angekündigt, dass ab dem Sommer erstmals Registrierungen direkt unter der Top Level Domain .uk möglich sein werden – bis jetzt gab es für normale Nutzer lediglich Registrierungen unter .co.uk. Wer bis Ende Oktober 2013 eine .co.uk-Adresse registriert hat, kann laut Nominet von einer Sonderregelung Gebrauch machen und innerhalb von fünf Jahren kostenlos auf die kürzere .uk-Domain umsteigen. Sprich: Alte Nutzer haben das Erstzugriffsrecht auf die neue Version.

In Neuseeland scheint man schon jetzt den Druck zu spüren, den die neue Domainendung .kiwi künftig auf die ccTLD des Inselstaats ausüben wird. Denn wie in Großbritannien wird es künftig auch in Neuseeland Registrierungen direkt unterhalb von .nz geben, gab das Council of InternetNZ bekannt. Bisher mussten sich Interessenten zwischen 15 offiziellen Subdomains wie .co.nz und .net.nz entscheiden. Weitere Details zu dieser Neuerung werden erst in den kommenden Monaten veröffentlicht.

Wie geht es bei den neuen Top Level Domains weiter?

Wie anfangs schon erwähnt: Nach zähem Dahintröpfeln und eher unbefriedigendem Warten wird 2014 rasant Fahrt aufgenommen. Momentan laufen noch die Sunrise-Phasen für knapp drei Dutzend der ersten neuen TLDs. Nach Ende der Sunrise-Phasen, die ausschließlich registrierten Markeninhabern vorbehalten sind, heißt es dann: Bahn frei für alle! Nach dem Prinzip „first come, first served“ kann jeder sich seine nTLD-Wunschdomain live sichern.

Einen Überblick über alle Ende Januar in die allgemeine Registrierung startenden Endungen inklusive jährlicher Registrierungsgebühren findet Ihr hier. Solltet Ihr eine Wunschdomain mit einer dieser Endungen unverbindlich vorbestellt haben, steht für Euch die Entscheidung an, ob Ihr wirklich zuschlagen wollt oder doch noch umdisponiert. Dazu bekommt Ihr von uns per Mail natürlich noch mal vorab einen Hinweis!

Für alle anderen neuen Endungen besteht auch weiterhin die Möglichkeit, unverbindlich und kostenlos zu reservieren. Sollte Eure nTLD-Wunschdomain bereits von einem anderen checkdomain-Kunden vorbestellt sein, bieten wir Euch unsere Wartelisten-Funktion.

Die im Januar in die allgemeine Registrierung startenden TLDs sind lediglich der Auftakt. Wenn es keine großen technischen oder anderweitige Probleme mehr gibt, wird es 2014 Monat für Monat neue Endungen geben, die live gehen.

Rechtliche Auseinandersetzungen blockieren neue Endungen

Für einige Endungen sieht es derzeit allerdings nicht besonders gut aus. Sie könnten aus rechtlichen Gründen auf der Strecke bleiben. Über den Kampf um .amazon und .patagonia haben wir hier im Blog ja bereits ausführlich berichtet. Dazu kommen Endungen wie etwa .home, die zumindest auf absehbare Zeit aus technischen Gründen von der Internetverwaltung ICANN blockiert werden.

Und dann gibt es noch Bedenken im Hinblick auf den Verbraucherschutz. Auf Einschränkungen wird sich aller Voraussichr nach zum Beispiel die Endung .doctor, für die es drei Bewerber gibt, einstellen müssen. Das Governmental Advisory Committee (GAC), in dem die Regierungen innerhalb der ICANN vertreten sind, hat die Endung mit einem „Category 1 Advice“ eingestuft. Das heißt, es handelt sich um eine Endung, die aufgrund des hohen Vertrauens der Verbraucher ein erhöhtes Risiko birgt, Schaden zu verursachen. .doctor soll deshalb allein rechtmäßig praktizierenden Ärzten vorbehalten sein.

Auch bei der Endung .medical entschied das Schiedsgericht der ICANN, dass eine Missbrauchsgefahr durch nicht-qualifizierte Personen vorliegt und damit Risiken für die Gesundheit und Sicherheit der Allgemeinheit bestehen. Weitere Beschwerden liegen gegen die TLDs .health, .healthcare und .hospital vor.

Außerdem sind die Endungen .vin und .wine zwischen die Fronten geraten. Während die EU-Kommission eigene Schutzregeln für bestimmte Begriffe wie Rioja oder Chianti in Verbindung mit den neuen Endungen fordert, sehen die USA und Kanada die bestehenden Regelungen als ausreichend an. Das Ergebnis: Neue Verhandlungen und neue Wartezeiten für die Bewerber um die beiden nTLDs.

Zum ersten, zum zweiten…: „Last Resort Auctions“ ab März

Der Meistbietende bekommt den Zuschlag: Auktionen entscheidenen über begehrte Endungen wie .app oder .art.
Bei den „Last Resort Auctions“ muss jeder Teilnehmer innerhalb einer festgesetzten Zeit sein Angebot abgeben.

Was passiert eigentlich mit neuen Endungen wie .art oder .app, für die es nicht nur einen Bewerber gibt, sondern gleich 10 beziehungsweise 12? Mit einer Einigung per Verhandlungen ist bei so vielen Kandidaten und dem großen Potenzial dieser TLDs eher nicht zu rechnen. Das Bewerberhandbuch der ICANN sieht für solche Fälle die sogenannte „Last Resort Auction“ vor. Die jeweilige Endung wird dabei an den meistbietenden Kandidaten versteigert. Dabei dürfte es in vielen Fällen um Millionenbeträge im höheren zweistelligen Bereich gehen. Voraussichtlich wird es für etwa 200 Endungen eine derartige Auktion geben.

Februar 2013: .com gewinnt

Eigentlich ist es kaum zu glauben, dass es immer noch Menschen gibt, die in Verbindung mit der Domainendung .com noch einen sinnvollen Domainnamen finden. Doch ganz offensichtlich muss es so sein, denn die Top Level Domain (TLD) legt auch zum Start des Jahrs 2013 weiter zu: Bei mehr als 700 000 Registrierungen lag der Zuwachs an .com-Domains im Januar. Die 110-Millionen-Grenze rückt damit näher und näher.

Auf Platz zwei in der Beliebheitsskala ebenfalls nichts Neues: .de behauptet sich laut der zuständigen Vergabestelle denic mit einem Plus von knapp 57 000 neuen Domains. Dicht dahinter folgt jedoch mittlerweile .net, das bereits im Februar die 15-Millionen-Marke knacken könnte.

Noch ein kurzer Blick auf die Endungen, denen es weniger gut geht: Weiter im Abwärtsflug befindet sich .info-Domains, die mehr als 160 000 Domains verliert. Die TLD .biz kämpft mit äußerst geringen Zuwächsen von gerade mal 10 000 neuen Domains, bei .us sind es sogar nur 3000.

Detaillierte Infos und Statistiken rund um Domains findet Ihr unter registrarstats.

Dezember 2012: Von Aufsteigern und Absteigern – das Domainjahr 2012

Auch wenn die neuen Top Level Domains (bzw. das Chaos um deren Einführung) das beherrschende Domain-Thema des Jahres waren, hat sich natürlich noch viel, viel mehr getan. Wir fassen deshalb heute für Euch die wichtigsten Entwicklungen 2012 zusammen, übersichtlich und kompakt. Für welche Endung ging es aufwärts? Wer sind die großen Verlierer? Welche wesentlichen Änderungen gab es? Los geht’s!

Alte Bekannte an der Spitze

Insgesamt war es ein erfolgreiches Domain-Jahr: Bereits zur Jahreshälfte waren weltweit mehr als 240 Millionen Domains registriert gewesen – ein Plus von 3,1 Prozent oder rund sieben Millionen. Laut VeriSign, dem zuständigen Registrar für .com und .net, handelte es sich dabei um rund 140 Millionen generische Domainendungen (gTLDs) wie etwa .com. Rund 100 Millionen sind länderspezifische Top Level Domains (ccTLDs).

Die Domainendung .com ist mit 106 Millionen registrierter Adressen der einsame Spitzenreiter. Foto: panthermedia.net/Shay Yacobinski

Keine Überraschungen gibt es in der TLD-Hitliste. Sie wird nach wie vor einsam von .com angeführt. Die mit großem Abstand beliebteste Domainendung durchbrach gleich im Januar die 1oo-Millionen-Grenze und arbeitete sich bis zum Jahresende auf 106 Millionen registrierte Domains hoch. Neben der gigantischen Zahl an registrierten Adresse verblüfft bei .com vor allem, dass es immer noch einen Zuwachs gibt. Denn eigentlich heißt es jeden Monat wieder: Jetzt kann eigentlich nichts mehr gehen, weil sich kein vernünftiger Domainname mehr finden lässt.

Auf Platz 2 rangiert weiterhin .de. Die länderspezifische Top Level Domain (ccTLD) Deutschlands schaffte im Frühjahr den Sprung über die 15-Millionen-Marke und liegt laut der zuständigen Vergabestelle denic jetzt bei exakt 15,26 Millionen registrierter Domains.

In diesem Zusammenhang ganz interessant ist ein schneller Blick auf die sogenannte regionale Verteilung der .de-Domains. Die denic ermittelt jedes Jahr, in welcher Stadt es die höchste Dichte an .de-TLDs gibt. Spontan würden wohl die meisten von uns auf Berlin mit seinen vielen Start-ups oder auch Hamburg oder München tippen. Leider daneben. Osnabrück ist der unangefochtene Spitzenreiter.  Auf 1000 Einwohner kommen hier 749 Domains. Auf Platz zwei: München mit 452 .de-Domains je 1000 Einwohnern und dahinter Bonn mit 411 Domains. Hamburg kommt auf 313 Domains und landet damit deutlich vor Berlin mit 243 Domains.

Auf den weiteren Plätzen

Es gibt zwar keine andere länderspezifische Endung, die an .de herankommt, unter den sogenannten generischen TLDs gibt es jedoch einen hartnäckigen Verfolger: Die Domainendung .net notiert zum Jahresende bei 14,93 Millionen und ist .de damit dicht auf den Fersen. Auf den Plätzen vier und fünf folgen mit erheblichem Abstand die britische ccTLD .uk mit 10,3 Millionen und .org mit 10,1 Millionen registrierter Domains.

.org zählt damit zu den Endungen, für die es 2012 ganz eindeutig aufwärts ging. Im ersten Halbjahr lag das Wachstum bei 7,7 Prozent. Laut dem Halbjahresbericht für die Endung für gemeinnützige Organisationen ist .org vor allem in den asiatischen Ländern gefragt (mit einem Anteil von 44,8 Prozent) – vor Europa (22,1 Prozent) und Nordamerika (12 Prozent).

Noch mehr Gewinner

Noch beeindruckender ist allerdings der Zuwachs bei der chinesischen Domainendung .cn. Seit Anfang August wurden laut dem China Internet Network Information Center (CNNIC)  für die Endung rund 600 000 neue Domains registriert – damit gibt es aktuell rund 4,1 Millionen .cn-Domains. Das rasante Wachstum um knapp 20 Prozent erklärt sich hauptsächlich aus der Tatsache, dass seit diesem Jahr auch Privatpersonen wieder .cn-Domains registrieren können. Das war zuvor seit einer Neuregelung im Jahr 2009 nur Unternehmen möglich.

Im Aufwärtstrend: Die europäische Domainendung .eu. Screenshot: EURid

Und auch bei der EURid, der zuständigen Verwaltung für die .eu-Domain, freute man sich über kräftige Zuwächse: Bereits zum Halbjahr wurde ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Insgesamt gibt es derzeit rund 3,6 Millionen .eu-Domains, Tendenz steigend.

Fast schon zum Jahresende gab es dann noch Grund zur Freude in Tschechien: die Länderendung .cz knackte im November die 1-Million-Grenze. Tschechien ist damit das zwölfte EU-Land, das ein „Domain-Millionär“ ist.

Mit einer beeindruckenden Zahl schließt auch die französische Länderendung .fr das Jahr 2012 ab: Bei der zuständigen Vergabestelle afnic wurden 2,5 Millionen registrierte .fr-Domains bejubelt. Laut afnic wurde 2012 ein Wachstum von 16 Prozent verzeichnet – .fr gehöre damit zu den fünf am schnellstens wachsenden länderspezifischen Top Level Domains (ccTLD). Herzlichen Glückwunsch!

Wenn wir schon bei Glückwünschen sind, wollen wir auch kurz die Schweizer Endung .ch würdigen: Die eidgenössische Domain feierte 2012 schließlich bereits ihren 25. Geburtstag und zählt damit zu den Urgesteinen unter den Domainendungen.

… und Verlierer

2012 im Abwärtstrend: .info musste Monat für Monat Verluste verzeichnen. Foto: panthermedia.net/Matthias Pahl

Garantiert nichts zu lachen gab es in den zurückliegenden Monaten bei den Verwaltern der .info-Domain. Ganz im Gegenteil dürfte hier ziemlicher Frust herrschen. Denn bei .info scheint der Abwärtstrend sich einfach nicht stoppen zu lassen. Das Minus summiert sich über das Jahr voraussichtlich auf eine gute halbe Millionen. Allein im Oktober und November wurden jeweils 150 000 .info-Domains weniger verzeichnet. Aktuell kommt .info noch auf 7,57 Millionen registrierte Adressen.

Ebenfalls nicht optimal gelaufen ist das Jahr für die Endungen .biz und .us, wobei die Verluste hier weniger dramatisch waren. .biz notiert laut der Webseite registrarstats zum Jahresende bei 2,27 Millionen registrierter Domains. .us steht bei 1,73 Millionen – beide sind also weit von den Werten der beliebtesten Endungen entfernt.

Blick voraus

Zum Schluss noch ein kurzer Blick in die nahe Zukunft: Was wird uns 2013 im Bereich Domains bringen? Ganz sicher wird .com auch im nächsten Jahr wieder den Platz 1 besetzen. Der Vorsprung ist so groß, da kommt die Konkurrenz noch lange, lange nicht ran. Bei allen anderen Domains kann es dagegen durchaus Wechsel in der Rangliste geben. Besonders spannend ist, welchen Einfluss die kommenden neuen Top Level Domains auf die Verteilung insgesamt haben werden. Nimmt der Druck auf die begehrten Endungen wirklich ab? Oder wird von vielen Usern doch erst einmal abgewartet, wie sich „die Neuen“ entwickeln und in der Zwischenzeit lieber noch auf etablierte Endungen gesetzt? Die Frage ist ja ohnehin, ob die neuen TLDs wirklich wie geplant im Herbst 2013 kommen oder ob es nicht doch noch weitere Verzögerungen gibt.

November 2012: .com und .de bleiben vorne

Auf den ersten Blick weitgehend unverändert sieht die Domainstatistik für den Oktober aus: .com ist weiterhin unangefochtener Spitzenreiter mit mehr als 105 Millionen registrierten Domains. Allerdings verzeichnet die zuständige Registry VeriSign den anhaltenden Trend, dass sich das .com-Wachstum verlangsamt. Im vergangenen Monat lag die Zahl der neu registrierten .com-Adressen bei unter 500 000 – in den vergangenen Jahren waren es stets monatliche Zuwächse im Millionenbereich gewesen.

Wer angesichts dieser vermeintlichen Abwärtsentwicklung von Krise spricht, sollte allerdings auch im Auge behalten, dass es ein kleines Wunder ist, dass bei der Masse von .com-Domains überhaupt noch sinnvolle freie Domainnamen gefunden werden.

Platz 2 bei den generischen Top-Level-Domains (gTLDs) nimmt mit jetzt knapp 15 Millionen .net ein, gefolgt von .org mit rund 10 Millionen. Mit 7,2 Millionen registrierten Endungen landet .info auf Platz 4. Allerdings sieht die Entwicklung hier nicht allzu gut aus: .info verzeichnet einen anhaltenden Abwärtstrend. Im Oktober waren es 150 000 Domains weniger, über das Jahr summieren sich die Verluste auf etwa eine halbe Million weniger .info-Endungen. Bei den länderspezifischen Endungen (ccTLDs) liegt weiter .de mit aktuell 15,2 Millionen registrierten Domains ganz vorne.

September 2012: .org und .cn als große Gewinner

Ein Blick auf die aktuellen Domainstatistiken von Ende August zeigt: An der Spitze nichts Neues. .com liegt laut registrarstats weiter unangefochten vorne mit rund 104 Millionen registrierter Domains, gefolgt von .de mit rund 15 Millionen Domains. Auf den weiteren Plätzen folgen .net (14,7 Millionen), .uk (10,2 Millionen) und .org mit 10 Millionen.

.org hat sich damit in den vergangenen sechs Monaten als einer der großen Gewinner erwiesen: Das Wachstum lag bei 7,7 Prozent. Laut dem Halbjahresbericht für die Endung für gemeinnützige Organisationen ist .org vor allem in den asiatischen Ländern gefragt (mit einem Anteil von 44,8 Prozent) – vor Europa (22,1 Prozent) und Nordamerika (12 Prozent).

Noch beeindruckender ist allerdings der Zuwachs bei der chinesischen Domainendung .cn. Seit Anfang August wurden laut dem China Internet Network Information Center (CNNIC)  für die Endung rund 600 000 neue Domains registriert – damit gibt es aktuell rund 4,1 Millionen .cn-Domains. Das rasante Wachstum um knapp 20 Prozent erklärt sich hauptsächlich aus der Tatsache, dass seit kurzem auch Privatpersonen wieder .cn-Domains registrieren können. Das war zuvor seit einer Neuregelung im Jahr 2009 nur Unternehmen möglich.

August 2012: .com und .de bleiben vorn

Der Blick auf die aktuelle Domainstatistik zeigt, dass sich auch im Juli nicht viel verändert hat: .com und .de bleiben die unangefochtenen Spitzenreiter. Die Top Level Domain .com kommt jetzt laut der Webseite registrarstats auf rund 104 Millionen. Für .de werden nach Angaben der deutschen Vergabestelle denic 15,1 Millionen vergebene Domains verzeichnet. Auf den weiteren Plätzen folgen .net (14,8 Millionen), .org (10 Millionen) und .info (7,7 Millionen). Die Domainendung .info musste damit im Vergleich zum Vormonat leichte Verluste hinnehmen. Alle anderen Endungen konnten zumindest leicht zulegen.

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