Auf Einkaufstour (Teil 4): Magento

Magento kam, gefiel auf Anhieb und veränderte innerhalb kürzester Zeit den Markt für E-Commercer-Lösungen deutlich. Als das Open Source-System 2008 auf den Markt kam, schien eigentlich kaum noch Platz für noch einen Konkurrenten. Doch Magento verzeichnete einen extrem schnellen Zuwachs bei seiner Community und bei den Downloadzahlen. Nach wie vor gilt es als die beliebteste Open-Source-Lösung für Webshops – auch wenn der Aufkauf durch Ebay Magento einige Fans gekostet hat und der Weg, den Magento künftig gehen wird, derzeit nicht wirklich klar ist.

Magento bietet kostenfrei eine Community Edition. Für große Unternehmengibt es zusätzlich eine Enterprise-Variante mit zusätzlichen Funktionen wie etwa starker Verschlüsselung. Die Kosten dafür liegen derzeit bei 13 000 US-Dollar pro Jahr. Die günstigere Professional Edition kostet 3000 US-Dollar jährlich.

System mit vielen Talenten

Magento punktet vor allem durch seine technische Basis, die auf dem neuesten Stand ist.

– Solides Framework mit großer Community: Grundlagen für Magento sind das Zend-Framework und die Skriptsprache PHP 5

– flexible Skalierbarkeit: Die Architektur unterstützt das Aufsetzen von Datenbank- und Web-Server-Clustern

– Funktion und Darstellung sind bei Magento getrennt. Anpassungen lassen sich so ohne Eingriffe in den Quellcode vornehmen

– Modularität: Der konsequente modulare Aufbau ermöglicht eine flexible Erweiterung des Systems, der kaum Grenzen gesetzt sind, sofern genügend Budget und technischeKenntnisse vorhanden sind.

– Fehlende Funktionen lassen sich so gut wie immer ergänzen – hier hilft die Suche auf dem Magento-Marktplatz Connect, auf dem mittlerweile unzählige Erweiterungsmodule angeboten werden (sowohl kostenfrei wie auch kostenpflichtig)

– Erweiterungen: Magento lässt sich auch mit externen Services verbinden, etwa mit Online-Marktplätzen und Logistik-Dienstleistungen

Nicht leicht zu erfüllen: Magentos hohe Ansprüche

Magento gilt als ein sehr komplexes System. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Hardware und an die Programmierkenntnisse. Als Shopbetreiber selber an Funktionen arbeiten zu können, die über den Standardumfang hinausgehen, ist in der Regel nicht möglich – hier sind Spezialisten gefragt.

In punkto Hardware benötigt Magento für eine optimale Performance große Server-Kapazitäten – entsprechend müsst Ihr für einen mit Magento laufenden Shop höhere Hosting-Kosten einplanen.

Von Multi-Shop bis Mehrsprachigkeit: Die Funktionen

Über die üblichen Shop-Features müssen wir hier eigentlich gar nicht sprechen. Die werden alle selbstverständlich von Magento abgedeckt. Als eines der ersten Systeme umfasste Magento aber zum Beispiel auch eine Multishop-Möglichkeit. Das heißt: Ihr braucht nur eine Datenbasis, auf der Ihr mehrere Shops verwalten könnt – das macht es erheblich leichter, den Überblick zu bewahren.

Bei den Bezahlsystemen sind die üblichen Kandidaten integriert, von der Vorauskasse bis zu PayPal. Über die Community gibt es noch viele weitere Zahlungsanbindungen, die nicht im Standardumfang enthalten sind.

Zudem ist Magento ein echtes Sprachentalent. Die E-Commerce-Lösung unterstützt rund 60 Sprachen sowie diverse Währungen und Steuerzonen – was auch ein Beleg dafür ist, dass Magento eher für große Projekte denn für den kleinen Webshop gedacht ist.

Weitere Funktionen im Kurzüberblick:

– Suchmaschinenoptimierung: Gilt bei Magento als ein Highlight (inklusive selbstständig erzeugter URLs und aussagekräftigen Seitentitel/Meta-Tags für jedes Produkt)

– große Anzahl an Marketing-Features inklusive Newsletter-Modul

– integriertes Content-Management-Systmen (CMS)

– umfangreiche Social-Commerce-Funktionen (Review-Möglichkeiten, Sterne-Rating etc.)

Großes Plus: Die Nutzerfreundlichkeit

Schnell, einfach zu verstehen und komfortabel zu nutzen: Das sind – in Verbindung mit dem Faktor Sicherheit – die Punkte, auf die Nutzer bei einem Online-Shop in erster Linie achten. Sie entscheiden darüber, ob Kunden kaufen und wiederkommen oder den Kauf frustriert abbrechen (kennen wir ja alle aus eigener Erfahrung).

Magentos Usability gilt als vorbildlich. Zu den Lieblingsfeatures zählt hierbei der One-Page-Checkout: Statt über viele Seiten verläuft der Kaufprozess hier auf einer Seite. Das bedeutet mehr Übersicht für Deine Kunden und für Dich eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass der Kauf auch abgeschlossen wird.

Gut zu wissen

Bist Du auf der Suche nach einer professionellen Open-Source-Shop-Lösung mit hohem Anspruch, bist Du mit Magento auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Allerdings lohnt sich der Aufwand bei Einarbeitung, Programmierung und Server-Anforderungen nur, wenn Du wirklich große Geschäftsziele hast. Ansonsten dürften die Investitionskosten trotz Open Source einfach zu hoch sein.

Was uns natürlich interessieren würde: Auf welche Shopsysteme setzt Ihr? Und wie sehr Ihr die Zukunft von Magento? Wird es so positiv weitergehen wie bisher oder gibt es jetzt neue Chancen für die Konkurrenz? Wir freuen uns auf Eure Kommentare! Und nächsten Montag erfahrt Ihr hier im Blog alles Wissenswerte rund um den Magento-Konkurrenten Oxid eShop.

 

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