Auf Einkaufstour (Teil 5): Oxid eShop

Die Shop-Software Oxid eShop gilt als der Herausforderer für Magento. Noch liegt Magento zwar vorne, doch das wesentlich jüngere Oxid eShop holt mit großen Schritten auf – denn es ermöglicht auf der einen Seite die Umsetzung auch komplexer Shop-Projekte, wird dabei aber als vergleichsweise schlank, schnell und technisch ausgereift geschätzt.

Bei der Entwicklung von Oxid eShop gab es bereits eine große Wende: Lange Zeit wurde die Software vom Freiburger Hersteller Oxid eSales als Closed-Source-Programm entwickelt. Schwerpunkt war der deutsche Markt. 2008 wurde dann – ziemlich überraschend – unter Open Source-Lizenz eine Community Edition veröffentlicht. Durch die quelloffene Version wurde Oxid eShop auch für Entwickler außerhalb Deutschlands attraktiv und es entstand eine aktive Community, die sich um Erweiterungen und die Weiterentwicklung der Software kümmert.

Neben der Community Edition gibt es weiterhin eine lizenzpflichtige Professional Edition (Funktionsumfang identisch zur Community Edition) sowie eine Enterprise Edition mit erweitertem Funktionsumfang. Die Professional Edition kostet 2000 Euro, die Enterprise Eddition 13 000 Euro, dazu kommt ein Supportvertrag, der noch einmal mit 4000 Euro jährlich zu Buche schlägt.

Das kann Oxid eShop

An dieser Stelle könnten wir es ganz kurz machen: Die Software kann eigentlich alles, was ein modernes Shopsystem so können sollte. Trotzdem hier einige Details aus dem Funktionsumfang, den Oxid sShop mitbringt:

  • integriertes Content Management System (CMS)
  • Web 2.0 Paket (Tagging, Rating, tiefe Facebook-Integration etc.)
  • Suchmaschinenoptimiert
  • Funktional erweiterbar und anpassbar
  • Modular und ausbaufähig
  • Optionale Anbindung an die E-Commerce Intelligence Plattform OXID eFire (derzeit in D, A und CH verfügbar)

Die technische Basis von Oxid eShop

Oxid eShop basiert auf der Programmiersprache PHP und nutzt zur Datenspeicherung MySQL. Anwendungsdaten werden in sogenannten flachen Tabellen abgelegt. Das heißt, die Daten werden ein einzelnen, nicht miteinander verknüpften Tabellen gespeichert. Das hält die Anforderungen an die Hardware im Vergleich zum Konkurrenten Magento um einiges kleiner.

Durch die Nutzung von Smarty-Template-Engines sind Funktionen und Darstellung bei Oxid eShop voneinander getrennt. Änderungen am Design lassen sich also einfach und ohne Eingriff in den Quellcode durchführen, so dass Updates kein Problem sind.

Oxid eShop ist modular aufgebaut. Zahlreiche Add-ons ermöglichen es Shopbetreibern, Funktionen und Design individuell auszugestalten. Für die zusätzlichen Module hat Oxid eSales mit eXchange eine eigene Plattform geschaffen. Pluspunkt hier: Es gibt einen Zertifizierungsprozess, der sicherstellen soll, dass die eingesetzten Module von Drittanbietern feste Qualitätsstandards erfüllen.

Und dann wäre da mit eFire noch der Pluspunkt Nummer 2: Über diese Plattform können Shopbetreiber ihren Oxid-Shop an Drittsysteme – etwa eBay – andocken, ohne dafür einen zusätzlichen Programmieraufwand zu haben. Multi-Channel-Marketing wird dadurch leicht gemacht.

Fazit

Oxid eShop punktet mit einer modernen Programmierung und einem großen Funktionsumfang, der sich – genau wie das Design – individuell erweitern lässt, ohne an den Programmkern gehen zu müssen.

Die Software ist auch für große Shops geeignet, stellt dabei aber keine riesigen Anforderungen an die Hardware. Hilfreich für Shopbetreiber ist sicherlich, dass ein nahtloser Übergang von der Community Edition auf die Professional- oder Enterprise-Variante möglich ist – schließlich wachsen manche Geschäfte schneller als erwartet.

Ebenfalls gut: Die Zertifizierung der Erweiterungsmodule, zahlreiche Schulungsangebote und – durch die ursprüngliche Fokussierung  – viele Lösungen speziell für den deutschen Markt.

Kleines Minus ist die vergleichsweise kleine Community, bedingt durch den späten Start als Open-Source-Software.

Mit Oxid e-Shop haben wir Euch in unserer Serie den letzten von vier bekannten Kandidaten vorgestellt. In der kommenden Woche ziehen wir dann Bilanz: Wo liegen im Vergleich die Stärken und Schwächen der verschiedenen Systeme? Und was passt am besten zu welchem Shop?

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