Facebook für Blogger: Mit dem passenden Content mehr Fans erreichen

Noch bis vor wenigen Monaten war das Thema Inhalte bei Facebook schnell abgehandelt: Ihr postet einen Link zu Euren Blogposts, schreibt vielleicht noch ein paar Zeilen dazu und alle, die Eure Fanpage abonniert haben, sehen den Beitrag dann in ihrem Newsfeed. Dieses Zeiten sind (leider) vorbei. Angesichts der Masse an Content und der Hoffnung auf bezahlte Anzeigen hat Facebook seinen Algorithmus umgestellt und filtert jetzt sehr gründlich, was Nutzer zu sehen bekommen. Bei einigen Fanpages ist daraufhin die sogenannte organische Reichweite dramatisch gesunken. In diesem Beitrag erfahrt Ihr, mit welchen Inhalten Ihr auch weiterhin ohne Werbung Eure Nutzer erreicht und auf welche Details Ihr dabei achten solltet.

Unter organischer Reichweite versteht man die Reichweite, die ein auf einer Fanpage veröffentlichter Post erzielt, ohne dass dafür Geld an Facebook gezahlt wurde. Bis zur Algorithmus-Umstellung im Dezember 2013 sah man in seinem Newsfeed alle Beiträge von Seiten, bei denen man irgendwann mal auf „Like“ geklickt hatte. Inzwischen sind jedoch neue Zeiten angebrochen. Denn angesichts von mehr als einer Milliarde Nutzer weltweit und immer mehr Unternehmen und Marken, die auf Facebook präsent sind, ist die Masse an Inhalten so groß geworden, dass Facebook den Nutzern nur noch ausgewählte Posts zeigt.

Facebook selbst sagt, dass nach Qualität ausgewählt werde und der Algorithmus ermitteln könne, welche Beiträge genau zu den Interessen des Nutzers passen. Die, die weniger gut passen, fallen weg. Kritiker dagegen sagen, dass Facebook mit dieser Maßnahme vor allem dafür sorgen will, dass mehr bezahlte Anzeigen geschaltet werden, um wieder eine höhere Reichweite zu erzielen. Unabhängig davon, wie die Wahrheit aussieht: Fakt ist für Euch als Blogger, dass Ihr Euch den Neuerungen anpassen müsst, um im Spiel zu bleiben und Facebook als Traffic-Lieferant für Euren Blog nutzen zu können.

Gegen die wachsende Konkurrenz bestehen

Wenn Ihr an Euren Start bei Facebook zurückdenkt, könnt Ihr Euch vielleicht noch finster daran erinnern, dass man tatsächlich erstmal nur eine Hand voll Freunde hatte und kaum jemand Fotos vom Mittagessen oder lustige Videos seiner Kinder postete. Die kamen erst auf, als sich immer mehr Leute ein Smartphone anschafften. Inzwischen fotografiert fast jeder alles und jedes und stellt es online.

Die meisten Nutzer haben mehrere hundert Freunde und im Laufe der Jahre Dutzende von Seiten als Fans abonniert. Nach Facebook-Berechnungen würde ein Durchschnittsnutzer mittlerweile täglich 1500 Posts in seinem Newsfeed sehen können. Dieser Overflow sprengt jedoch die Kapazitäten des Feeds, sagt das Netzwerk – und filtert.

Die organische reichweite sinkt kontinuierlich - mit den richtigen Inhalten könnt Ihr aber trotzdem weiter punkten. Grafik: edgerankchecker.com
Die organische reichweite sinkt kontinuierlich – mit den richtigen Inhalten könnt Ihr aber trotzdem weiter punkten. Grafik: edgerankchecker.com

Wer im Newsfeed seiner Fans bleiben (oder auch erst einmal hineinkommen) will und damit weiter wahrgenommen wird, muss sich von der immer größer werdenden Konkurrenz absetzen und seinen Abonnenten Inhalte bieten, die hundertprozentig deren Nerv treffen – wer dieses Gespür hat, kann nach wie vor eine große organische Reichweite erzielen.

Wie funktioniert der Algorithmus eigentlich?

Insgesamt sollen es rund 100 000 Faktoren sein, nach denen der Algorithmus für den Newsfeed arbeitet. Dabei zählen natürlich nicht alle gleich – in einem Interview mit TechCrunch hat Will Cathcart von Facebook die wichtigsten fünf Faktoren genannt:

  • Wie beliebt waren die Posts des jeweiligen Urhebers in der Vergangenheit bei allen Nutzern?
  • Wie beliebt ist der Beitrag bei allen, die ihn schon gesehen haben?
  • Wie beliebt waren vergangene Posts beim einzelnen Nutzer?
  • Passt der Beitragstyp (Statusmeldung/Foto/Video) zu den Vorlieben des Nutzers in der Vergangenheit?
  • Wie aktuell wurde der Post veröffentlicht?

Facebook möchte den Nutzern zeigen, was diese wollen, egal ob es von einem Freund oder einer Fanpage kommt. Das wird fortlaufend überprüft – man kann sich also nicht mehr auf seiner einmal erreichten Fanzahl ausruhen, sondern muss kontinuierlich weiter interessante Inhalte liefern, um auf dem Schirm zu bleiben.

Was macht guten Content aus?

Ein bisschen Geplauder über das Wetter und das Wochenende, ab und an mal ein kleines Gewinnspiel, fertig war lange Zeit die erfolgreiche Facebook-Strategie, mit der man Fans für seine Seite gewann. Heute haut so etwas niemanden mehr vom Hocker. Wie sonst auch im Netz geht es um den Mehrwert. Die Nutzer müssen einen Gewinn aus den Beiträgen ziehen, sei es, dass sie etwas lernen können, gut unterhalten werden oder sie einen Tipp für den Alltag mitnehmen können.

Als Blogger habt Ihr den Vorteil, Eure Nische und Eure Nutzer bereits gut zu kennen. Ihr wisst, welche Themen die Szene gerade bewegen, welche Sprache gesprochen wird, kennt die Umgangsformen. Genau das solltet Ihr auch für Euren Facebook-Auftritt nutzen:

  • Veröffentlicht nicht nur kommentarlos die Links zu Euren Blogposts. Damit verschenkt Ihr Möglichkeiten. Überlegt Euch stattdessen eine kurze Zusammenfassung Eures Posts oder eine kleine Story rund um den Artikel, um bei Euren Lesern zusätzliches Interesse zu wecken.
  • Bietet zusätzlich zu den Links auf Eurem Blog noch eigene Inhalte für Facebook: Besondere Momente aus Eurem Alltag, Kommentare zu aktuellen Ereignissen, die für Eure Fans relevant sind… Sprich: Ihr könnt auf Facebook über die Dinge schreiben, die für einen eigenen Blogpost zu wenig Stoff hergeben oder zu profan sind, Euren Fans aber dennoch einen kleinen Einblick in Euer Leben geben und ein Gespräch in Gang bringen können – denn genau darum geht es nach wie vor auf Facebook: Den Dialog mit den Nutzern zu führen. Und je mehr Interaktion auf Eurer Seite stattfindet, desto höher wird die organische Reichweite Eurer Posts.
  • Wenn Ihr Links zu „fremden“ Webseiten teilt, seid wählerisch. Facebook belohnt es nicht, wenn Ihr 20 mal am Tag irgendwelche halbgaren Sachen teilt, die Eure Fans gar nicht interessieren. Im Gegenteil: Der Algorithmus erkennt nicht nur, ob Eure Fans auf Eure Links geklickt haben, sondern auch wie lange sie auf den verlinkten Seiten bleiben. Damit wird gemessen, ob die Inhalte wirklich den Interessen der Adressaten entsprechen oder ob sie sich zugespamt fühlen.
  • Statistiken nutzen: Arbeitet mit den Daten, die Euch Facebook liefert. Welche Eurer Beiträge wurden am häufigsten angesehen? Wo gab es viele Likes und Kommentare? Was lief überhaupt nicht? Versucht Eure Postings so gut wie möglich an die Vorlieben Eurer Fans anzupassen.

Tipp: Welche Links funktionieren am besten? Laut Facebook-Mitteilung werden am häufigsten die Links geklickt, die im sogenannten Link-Format dargestellt sind – also Links, die direkt in den Text Eures Postings eingefügt sind, statt sich direkt in der Bildunterschrift zu finden.

Ein in den Text eingebetteter Link wird von den Nutzern laut Facebook eher angeklickt als ein Link, der sich in der Bildunterschrift findet. Screenshot: Oh Joay!/Sandra Cantzler
Ein in den Text eingebetteter Link wird von den Nutzern laut Facebook eher angeklickt als ein Link, der sich in der Bildunterschrift findet. Screenshot: Oh Joay!/Sandra Cantzler

Ein Grund dafür ist, dass auf diese Weise noch mal zusätzliche Information geliefert. Vor allem aber macht diese Darstellungsform laut Facebook die mobile Nutzung auf kleineren Bildschirmen einfacher – und die ist mittlerweile einfach enorm wichtig geworden.

Bitte nicht – was Ihr besser lassen solltet

Zum Schluss noch ein kurzer Hinweis auf zwei Dinge, von denen Ihr besser die Finger lasst: Weckt mit Euren Posting-Texten nie falsche Erwartungen in der Hoffnung, damit mehr Leute auf Euren Blog zu bekommen. Diese Leute kommen einmal, sind dann enttäuscht und kommen vermutlich erstmal nicht mehr zurück.

Und: Bettelt nicht um Likes, Kommentare, neue Fans. Ganz abgesehen davon, dass so etwas von Facebook nicht gerne gesehen wird, macht es einen schlechten Eindruck und hilft Euch nicht wirklich weiter. Ihr müsst mit Euren Inhalten überzeugen und Euch so ein Publikum erarbeiten, dass wirklich an Euch und Euren Themen interessiert ist!

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