Visuelle Traffic-Maschine: Pinterest als Blogger nutzen (Teil 1)

Zum erfolgreichen Bloggen gehört mittlerweile viel mehr als „nur“ gute Texte und tolle Fotos. Es geht auch um eine geschickte Vermarktung des Blogs, vor allem über die verschiedenen sozialen Netzwerke. Über die für Euren Blog passenden Kanäle und mit der richtigen Strategie könnt Ihr über Facebook, Instagram oder eben Pinterest jede Menge Traffic generieren und Euer Suchmaschinen-Ranking verbessern. In diesem Beitrag zeigen wir Euch, wie Ihr als Blogger das Bildernetzwerk Pinterest optimal für Eure Zwecke nutzt.

Blickt man lediglich auf die Nutzerzahlen, wirkt Pinterest im Vergleich zu Facebook oder auch Pinterest ziemlich abgeschlagen: Weltweit 70 Millionen aktive Nutzer werden für das Netzwerk aktuell verzeichnet. In Deutschland soll die Plattform etwa eine Million Nutzer haben. Doch die Tendenz geht bei Pinterest steil nach oben, zudem gilt die Plattform als ein Social-media-Traffic-Generator. Sprich: Über Pinterest lässt sich einfacher, schneller und nachhaltiger als über andere Netzwerke ein hoher Traffic erzeugen, von dem Euer Blog profitiert.

Weiblich, jung, modisch: Die Pinterest-Zielgruppe

Pinterest wird nach wie vor bevorzugt von Frauen genutzt - Männer sind in der absoluten Minderheit. Grafik: socialtimes.com
Pinterest wird nach wie vor bevorzugt von Frauen genutzt – Männer sind in der absoluten Minderheit. Grafik: socialtimes.com

Pinterest gilt als das bevorzugte Netzwerk von Nutzerinnen. Tatsächlich ist der typische Nutzer weiblich (83 Prozent Frauen, 17 Prozent Männer) und jung. Dementsprechend sind Themen wie Mode, Reise und Essen die beliebtesten Kategorien, in Deutschland ist aber auch „Auto und Motorrad“ sehr beliebt. Außerdem gut zu wissen aus Sicht deutschsprachiger Blogger: Pinterest strebt in den kommenden Monaten und Jahren eine stärkere Lokalisierung an, Deutschland spielt dabei eine wichtige Rolle. Erst im August 2014 hat das Unternehmen deshalb in Berlin eine eigene Filiale eröffnet.

Für Euch als Blogger bedeutet das konkret: Mit typisch weiblichen Themen aus der Lifestyle-Ecke habt Ihr es auf Pinterest leichter als mit einem Blog aus einer eher technischen Ecke. Trotzdem kann es lohnen, in Kategorien wie „Technologie“ oder „Auto und Motorrad“ aktiv zu sein. Und: Es nützt – zumindest noch – wenig, auf Pinterest nur auf deutsch aktiv zu sein. Ergänzend solltet Ihr zum Beispiel auch englische Hashtags hinzufügen, um ein größeres Publikum zu erreichen.

Mehr als nur eine Foto-Pinnwand: So funktioniert Pinterest

Pinterest ist auf den ersten Blick ein weiteres Bildernetzwerk. Tatsächlich lässt sich mit der Plattform aber deutlich mehr anstellen, als nur Bilder zu posten, anzusehen und zu liken. Die Entwickler selbst bezeichnen es als „visuelles Planungs- und Entwicklungstool“. Als Nutzer könnt Ihr überall im Netz Fundstücke sammeln und an Eure Boards pinnen sowie die Pins anderer Nutzer re-pinnen, liken und kommentieren. Umgekehrt habt Ihr als Blogger mit inspirierenden Fotos oder Grafiken gute Chancen, dass Euer Content häufig gepinnt wird.

Details zu den Pinterests-Basics überspringen wir in diesem Beitrag und konzentrieren uns auf die für Blogger entscheidenden Aspekte – alles Wichtige  zu den ersten Schritten erklärt Euch aber sehr schön diese Bedienungsanleitung für Pinterest.

Der Pinterest-Nutzen für Blogger auf einen Blick:

  • Eigene Blogposts promoten: Ihr könnt Eure eigenen Bilder auf Pinterest hochladen und natürlich auch eigene Blogbeiträge pinnen, um sie mit der Community zu teilen. Außerdem solltet Ihr Eure Blogposts so gestaltet, dass sie andere Nutzer zum Pinnen einladen.
  • Inspirationen finden: Über die Suchfunktion oder Euren eigenen Newsfeed neue interessante Themen/Produkte/Trends entdecken. Die Beliebtheit einzelner Pins gibt Euch auch Aufschluss darüber, was sich als Thema für einen Blogbeitrag eignen könnte.
  • Blogthemen planen: Auf sogenannten geheimen Boards Themen für die Zukunft pinnen – Fundstücke aus dem Netz gehen nicht mehr verloren, sondern können systematisch, aber für andere unsichtbar, gesammelt werden.
  • Kooperation: Ihr könnt auch Blogs für gemeinsame Projekte mit anderen Nutzern oder für Wettbewerbe einrichten.

Pinterest als Traffic-Generator

Erdbeerkuchen, chinesische Fahrradkuriere und Visitenkarten: Pinterest ist eine inspirierende Wundertüte, über die sich passender Content schnell verbreitet. Screenshot: S. Cantzler
Erdbeerkuchen, chinesische Fahrradkuriere und Visitenkarten: Pinterest ist eine inspirierende Wundertüte, über die sich passender Content schnell verbreitet. Screenshot: S. Cantzler

Wie gesagt, Pinterest gilt als echte Traffic-Maschine. Das liegt vor allem daran, dass die Nutzer im Vergleich zu anderen Netzwerken sehr aktiv und großzügig sind. Es wird rege geliked, gepinnt und re-pinned, mehr kommentiert und häufiger gefragt und man findet mit gutem Content schnell viele Follower. Sobald Ihr selber einen eigenen Blog-Post pinnt, erscheint dieser in den Newsfeeds aller Euer Follower. Pinnen diese Euren Pin weiter, landet er in den Feeds ihrer Follower und so weiter. Darüber hinaus kann der Pin über die Suchfunktion gefunden werden.

Der Vorteil gegenüber anderen Netzwerken – speziell Instagram – ist, dass Pins durch das Schneeballsystem nicht nur schnell eine enorme Reichweite gewinnen können, sondern dass sie auch sehr lange im Umlauf bleiben. Einige meiner Pins begegnen mir seit Jahren immer wieder und lenken nach wie vor Nutzer auf meinen Blog.

Wie erfolgreich und nachhaltig ein Pin funktioniert, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Das optimale Foto: Pinterest ist das Forum, in dem Ihr mit Qualität punkten könnt. Ihr solltet immer im Hinterkopf behalten, dass Ihr mit Euren Pins gegen Inhalte aus dem gesamten Netz antreten müsst. Eure Motive sollten also möglichst professionell, originell oder emotional ansprechend sein. Mit Schnappschüssen Eures Mittagessens oder von letzten DIY-Projekt seid Ihr bei Pinterest an der falschen Adresse – hier ist eher Hochglanz gefragt. Ideal für Pins sind Bilder, die eher in die Länge als in die Breite gehen. So wird der Darstellungsbereich auf Pinterest am besten genutzt und die Nutzer können das gesamte Bild sehen. Die optimalen Maße sind 735px mal 1102px – diese Maße sehen allerdings auf einem Blog nicht unbedingt gut aus.
  • Gute Texte: Die Bilder stehen eindeutig im Mittelpunkt, aber auch für gute Texte, die neugierig machen oder Service bieten, gibt es Pluspunkte. Deshalb: Verseht Eure Pins immer mit einem kleinen Text, in dem Ihr mit wenigen Worten den Inhalt Eures Blogposts zusammenfasst.
  • Keyword-Optimierung: Achtet in der Beschreibung zu Euren Pins darauf, dass sie die wesentlichen Keywords enthalten, damit der Pin über die Suchfunktion gefunden werden kann.
  • Verlinkt Eure Pins: Pinterest verlinkt Pins automatisch. Um ganz sicherzugehen, dass Nutzer auf dem richtigen Blogpost landen, solltet Ihr den Link aber auch noch einmal mit in die Beschreibung packen:
    Doppelt hält besser: tragt den Link zusätzlich in der Beschreibung ein. Screenshot: S. Cantzler
    Doppelt hält besser: tragt den Link zusätzlich in der Beschreibung ein. Screenshot: S. Cantzler

Follower auf Pinterest finden

Eigene interessante Inhalte beizusteuern ist die eine Seite einer erfolgreichen Pinterest-Existenz. Auf der anderen Seite steht die Kommunikation innerhalb des Netzwerks. Wer fleißig liked und re-pinnt macht andere Nutzer auf sich aufmerksam und gewinnt so schnell viele Follower.

Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken müssen Follower auf Pinterest einem anderen Nutzer nicht komplett folgen, sondern können auch einzelne Boards auswählen, die sie besonders interessant finden. Entsprechend überlegt solltet Ihr Eure Boards konzipieren:

  • Legt Boards an, die zu den Themen Eures Blogs passen. Fasst die Themen so exakt wie möglich – Nischenboards sind besser als Boards, die alles mögliche beinhalten.
  • Baut die wichtigsten Keywords in den Namen des Boards ein – etwa „Photoshop-Tipps für Blogger“ oder „Näh-Ideen für Kinder“.
  • Fokussiert Euch innerhalb eines Boards wirklich auf das jeweilige Thema, um die Interessen Eurer Follower genau zu treffen.

In Euren Boards kuratiert Ihr über Pinnen und Re-Pinnen fremde Inhalte. Achtet dabei darauf, immer einen Backlink zur Originalquelle beziehungsweise zum Original-Pinner zu setzen.

Wichtig: Wenn Ihr fremde Inhalte pinnt, fragt im Zweifelsfall lieber nach, ob für den Urheber das Pinnen in Ordnung ist. Unternehmen oder andere Blogger haben in der Regel nichts dagegen, sofern Ihr alles ordentlich verlinkt – schließlich macht Ihr damit Werbung für einen Beitrag oder ein Produkt. Fotografen, Verlage oder Künstler reagieren dagegen oft empfindlich und empfinden das Pinnen als eine Verletzung des Urheberrechts.

Soweit ein erster Einblick ins Thema Pinterest. Im zweiten Teil gehen wir noch weiter in die Details und zeigen unter anderem, wie Ihr Pinterest als Planungstool verwenden kann, was geheime Boards sind und wie Ihr Euren Blog Pinterest-freundlich gestaltet.

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