SEO-DAY 2014 – Zusammenfassung

Dieses Jahr startete der vierte SEO-Day – wie immer im Rhein Energie Stadion in Köln. Am Vortag wurde zudem zum zweiten Mal der SEO-Day Expertday veranstaltet, an dem nur eine streng begrenzte Anzahl an Leuten teilnehmen konnten. Vorweg sei erwähnt, dass was Fabian Rossbacher an beiden Tagen auf die Beine gestellt hat und ist/war großartig. Die Leistung der von mir gesehenen Speaker ebenfalls! Ich hatte das Glück, an beiden Tagen dabeizusein. Lest hier meine Zusammenfassung des SEO-Days 2014.

SEO-Expertday

Die Karten des SEO-Expertday waren in 4 Stunden (!!!!!) ausverkauft. Warum? Weil bei diesem Event einfach Tacheles geredet wird. Die Experts hauen Ihr Wissen raus und es wird kein Blatt vor den Mund genommen. Meiner Meinung nach müsste so jede Konferenz sein, denn das was gelehrt/gezeigt wurde war mehr als spannend und ich kann dieses Vorevent nur jedem Interessenten weiterempfehlen. Für mich war dieser Tag sogar spannender als der eigentliche SEO-Day. Leider (oder zum Glück), durfte über die Inhalte und die Speaker keinerlei Infos an Außenstehende weitergegeben werden, daher gibt es nur diese kleine Sketchnote von mir:

sketchnotes-expertday2014

Danach gab es noch das Rankingcheck-Kickertunier. Wer gewonnen hat, weiß ich leider nicht. Da mein Partner und ich nicht in das Achtelfinale eingezogen sind, war mir der Rest ziemlich egal :)

SEO-Day 2014

Mehr oder weniger pünktlich startete der SEO-Day 2014 im Rhein-Energie-Stadion. Ich glaube, ich habe es bereits im Recap von 2012 erwähnt, die Location ist einfach verdammt cool und einzigartig! Aber kommen wir zu den Vorträgen. Eines sei noch erwähnt, da 3 Vorträge parallel liefen und ich allein vor Ort war, kann ich natürlich nur einen Slot wiedergeben. Randnotiz: Da diese Problematik ist dem Veranstalter bekannt und er hat reagiert. Jeder Beitrag wird mitgefilmt und (nach Freigabe des Speakers) allen Teilnehmern online als Video zur Verfügung gestellt. Das Ganze läuft unter dem Namen SEO-Day Club. Ich bin gespannt, ob auch Nichtteilnehmer dazu Zugang bekommen. Kommen wir aber zu den Vorträgen:

10 Jahre SEO und die wichtigsten Learnings.

Dominik Wojcik auf dem SEO-Day 2014

Dominjk Wojcik aka @boeserseo ist (für mich) ein Urgestein der SEO-Szene. Früher im Black-Hat-Bereich unterwegs, Head of SEO bei zalando und nun ein der Gründer und Geschäftsführer der Trust-Agents Internet GmbH. Und wer sich lange in dieser Szene aufhält, hat auch viele Lernings wiederzugeben. Hier die 10 Punkte aus, die SEOs mitgibt.

  1. Fokussierung:

    Vollen Fokus auf Dein Hauptthema, versuche nicht überall durchschnitt zu sein, sondern mache eine Disziplin hervorragend. Das gelingt am ehesten, wenn Du erhlich zu Dir bist und z.B. alten Ballast abwirfst

  2. Komfortzone verlassen

    Du wächst nicht, wenn Du Dich immer nur mit der Routine abgibst. Breche die alten Muster auf und gehe den nächsten Schritt. Als Beispiel brachte er seinen Positionswechsel zu Rockit Internet an.

  3. Selbstvermarktung

    Arbeite an Deiner eigenen Reputation! Vermarkte Dich selbst. Mach Dich in der Szene bekannt und präsentiere Dich.

  4. Auf die Fresse fallen

    Als SEO wird man (mehr oder weniger) zwangsläufig mal auf die Fresse fallen und das ist auch gut so. Denn nur so lernen wir und wachsen an den neuen Erkenntnissen. Amen :)

  5. Hör auf Dich selbst

    Berate Dich mit anderen, aber lass stets das Bauchgefühl entscheiden. Schlimmstenfalls landest Du bei Punkt 4!

  6. Halbwertszeiten

    Wenn Du auf lange Sicht erfolgreich sein willst, muss Du heute nachhaltig arbeiten. Spam-Projekte funktionieren zwar, aber meistens nur kurz- oder mittelfristig!

  7. Testen

    Jeder SEO sollte seine eigenen Erfahrungen mit Google machen. Das geht am Besten mit eigenen Projekten, auf denen die absurdesten Sachen von Dir getestet werden können.

  8. Netzwerken

    Geh auf die Partys der Veranstaltungen und lerne die Leute kennen.

  9. Stay Foolish / Stay Hungry

    Behalte die Leidenschaft für SEO. Geh nicht unbedingt mit der Maße sondern denke quer und gehe Deine eigenen Wege.

  10. Sein authentisch und ehrlich

    Blender mag keiner, sein einfach wie Du bist und sei nicht immer auf deinen eigenen (finanziellen) Vorteil bedacht!

Mein Fazit: 10 Punkte, die sich jeder SEO zu Gemüte ziehen sollte. Okay, das Selbstvermarkten ist nicht immer sooo einfach!

Reporting im SEO

Jens Fauldrath auf dem SEO-Day 2014

Jens Fauldrath, geschäftsführender Gesellschafter der takevalue Consulting GmbH erklärte danach, warum es ohne Reporting nicht geht. Denn das Reporting ist die Marketingmaßnahme Deiner Abteilung. Um Budget zu bekommen (sei es für interne oder externe Aktionen), ist ein gut aufgesetztes Reporting unerlässlich. Es soll darum gehen, was gemacht wurde und nicht wie.

Was nicht mit in das SEO-Reporting sollte:

  • Ranking/Rankingveränderungen
  • Sichtbarkeitsindex (unterscheiden sich je Toolanbieter)

Was in Dein SEO-Reporting rein muss:

  • Abbildung des kompletten Conversion-Pfades
  • Zielwerte für wichtige Seiten
  • Was wurde getan
  • Was ist geplant

Dein Reporting unterstützt das Managment. Es sieht in wenigen Augenblicken, was Du/Ihr geleitet habt. Das Hauptreporting ist der Gesamtüberblick und soll max. 3 Seiten füllen und aus 3 Hauptzahlen und 3 Nebenzahlen bestehen. Ein Back-Up wird aber angefügt (gern mit dem Hinweis, dass das nur bei genug Zeit gelesen werden bracuht). Darin finden sich denn detaillierte Angaben z.B. auf Kategorie-/Produktebende o.ä. wieder. Mein Fazit: Finde ich spannend, ein Praxis-Beispiel und etwas langsameres reden hätte ich gut gefunden. Für Letzteres ist Jens allerdings nicht bekannt :D

SEO für große Seiten

Anke Probst, Senior SEO Managerin bei der xing AG, zeigt in ihrem Vortrag, wie man sich das SEO-Leben mit großen Seiten einfacher macht. Es ist bei großen Seiten nicht so leicht. Es ist nicht nur wichtig gut zu ranken, sondern auch mit den richtigen Begriffen weit oben zu stehen. Nämlich die, die Umsatz bringen! Dafür sind hilfreich:

  1. Ein individuelles Ranking-Monitoring: Der Sichtbarkeitsindex ist unzureichend, besonders, wenn man für andere Unternehmensnamen mit einem großen Suchvolumen gut rankt. Daher sollte man die wichtigsten Pages sondieren und mit dem Google Webmaster Tool und Analytics-Daten zusammenführen.In gängigen SEO-Tools kann zudem ein eigenes Keywordset angelegt werden. So erhältst Du einen SI, der nicht verfälscht ist.
  2. Crawling
    1. Mach es den google-Bot einfach, Deine Seite zu verstehen und zu indexieren. Und: räume auf! Nutze Das GWT oder andere Tools (z.B. Screaming Frog) und schaue, wo der Bot hängen bleibt. Merze diese Fehler aus.
    2. URL-Handling: Unwichtge URLs muss Google nicht indizieren. Diese können auf noindex, follow gesetzt werden. Außerdem sollte man schauen, ob es die Domain viele Seiten mit Parametern im Index hat. Diese lassen sich z.B. über das WMT steuern. Dort siehst Du aber auch, ob es Performance-Schwierigkeiten auf er Seite gibt.
    3. Struktur optimieren:Finde Linkhubs durch den Einsatz von backlinktools, auf deinen Du die interen Verlinkungen auf Deine wichtigsten Seiten verbesserst. Schaue, ob Du ggf. neue Ebenen aufbaust und eine Kategorien neu strukturieren kannst.
  1. User Generated Content: Achte darauf, das Links auf nofollow stehen und keinen Linkjuice vererben. Außerdem sollten Seiten, die nur eine gewissen länge haben, nicht von Google indexiert werden dürfen. Das sollte erst der Fall sein, wenn eine bestimmte Textlänge erreicht ist.

Mein Fazit: Coole Tipps um die Crawlability der Seite zu prüfen und bestehende Strukturen zu überdenken/verbessern.

Lohnen sich Blogs aus SEO-Sicht

Markus Hövener SEO-Day 2014

Markus Hövener von Bloofusion GmbH befasste sich mit dem Thema, ob sich Firmenblogs aus reiner SEO-Sicht überhaupt lohnen. Und was getan werden muss, damit es lohnt. Es sei noch einmal erwähnt, dass es hier um den reinen SEO-Benefit (also Backlinks) geht. Natürlich hat ein Blog noch andere Verwendungsmöglichkeiten wie Kommunikation, Support, PR, HR. Eingangs wurde ein spannender Test gezeigt. Bei mehrere Unternehmensblogs wurden geprüft, auf wieviele Blogposts ein Backlink kam. Die Quote im Test lag bei 10:1 bis hin zu 50:1. Das ist schon sehr extrem, wenn man überlegt, was an Budget in einen Blogpost fließen kann. Besprochen wurde außerdem einige Maßnahmen, wie man noch mehr Backlinks auf den Blog bekommt wie z.B.:

  • Blogparaden
  • neue Produkte
  • Community miteinbeziehen
  • Unternehmensnachrichten
  • Lustiges
  • aber auch Shitstorms und Krisenkommunikation

Damit aber sowas trotzdem erfolgreich ist, muss schon aber noch etwas Vorarbeit leisten wie die perfekten/richtigen Inhalte produzieren und Multiplikatoren finden, die diesen Beitrag sharen. Und an solche zu gelangen, ist keine schnelle Aufgabe. Die Beziehung muss aufgebaut und gepflegt werden. Allerdings eignet sich ein Unternehmensblog nicht für jeden – man braucht:

  • die richtigen Inhalte
  • Webseiten-Betreiber, die verlinken wollen
  • und einen Weg, diese Webseitenbetreiber zu kontaktieren

Ein kleiner Lichtblick am Rande: Auch große Companies wie Zalando kommen lediglich im Schnitt auf nur einen Backlink pro 10 Blogposts.

SEO, Quo Vadis

SEODAY 2014: Johannes Beus

Wie schaut die Entwicklung von Google und der SEO-Szene aus. Johannes Beus, als Geschäftsführer des SEO-Tool-Anbieters sistrix wagte einen Ausblick in die SEO-Zukunft. Beleuchtet wurde den Weg, den Google einschlägt und die Probleme. Die Klickpreise fallen seit einigen Jahren – die Werbung über Adwords und Adsense bestimmen aber immer noch 89% des Gesamtumsatzen. Als börsennotiertes Unternehmen benötigt Google aber Wachstum. Daher wird versucht, die Klickanzahlen zu erhöhen. Das gelingt durch mehr Anzeigen von Werbung und Einbindungen von Google-Diensten (wie Shopping, Hotelbuchungen, Flugresiervierung, etc.). Zudem werde google immer untransparenter durch nicht übergebende Suchbegriffe oder Gruppierungen von Suchbegriffen bei Adwords-Buchungen. Das sind Dinge, die wir leider nicht ändern können. Anders sieht es innerhalb der „Szene“ aus. Die SEO-Szene hat schon seit Jahren mit schwarzen Schafen zu kämpfen. Denn jeder darf sich „SEO“ nennen. Johannes zeigte 2 Beispiele von Kunden, die von Ihrer SEO-Agentur falsch beraten wurden. Durch deren negativen Erfahrungen haben sie aber keine Lust mehr auf eine Zusammenarbeit mit Agenturen. Schade, denn SEO bietet eine hervorragende Möglichkeit für nachhaltiges Arbeiten. Da das Themenumfeld aber immer komplexer und schneller wird, hat die „Szene“ noch gute Chancen – wenn nachhaltig gearbeitet wird. Fazit: SEO ist ein Handwerk. Auf google können wir keinen Einfluss nehmen, auf den Umgang mit Kunden schon! Die Präsentation dazu findet ihr hier: sistrix.net/seoday2014

Content-Marketing (Seeding)

SEODAY 2014 Sepita Ansari

Bei dem Vortrag von Sepita Ansari ging es um die Seeding-Prozesse im Contentmarketing. In Zeiten, in denen manipulativer Linkaufbau von Google abgestraft wird, macht Contentmarketing besonders viel Sinn.

Vorbereitung für das Seeding:

  • Saubere Onpageoptimierung für gute Auffindbarkeit
  • Social Sharing Optimierung – kann der Inhalt durch OG:Tags (Opengraph-Tag) gut geteilt werden?
  • Können Multiplikatoren eingebunden werden
  • Budget planen anhand der Ziele
  • Kanäle planen.

Ziele des Content-Marketings (u.a.)

  • Ranking Signale verbessern
  • Content Verbreiten
  • Viralität
  • Brandbuilding

Vor dem Seeden (Pre-Seeding) sollte über einiges nachgedacht werden: Willst Du Partner mit einbeziehen? Das können Szenegrößen (Influencer, Redakteure , Professoren etc. sein). Welche Kanäle sollen bespielt werden? Auch Paid-Traffic oder nur organisch? Soll es über Social laufen? Welches Budget wird benötigt? Welche Strategie und welche Zeitpunkt sind dafür am besten geeignet? Damit die Ziele erreicht werden können, zeigte er einen Prozess-Überblick auf, der in etwas so aussah: SEODAY Votrag Beispielprozess Tipp: Der Erstkontakt mit Influencern soll über Social Media die besten Erfolgschancen haben – und ACHTUNG! Influncer wollen nicht Verlinken! Sie wollen coole Inhalte sharen! Mein Fazit: Sehr starkes Panel mit guten Ideen und Denkanstöße zum übernehmen! Danke!

Conversion Optimierung und rechtliche Fallen

Der Rechtsanwalt Christian Solmecke gab eine große Anzahl von Tipps zu den rechtlichen Stolperfallen, in die bei der Conversion-Optimierung getreten werden können. Auf dem eigenen Internetauftritt muss natürlich einiges geachtet werden. Preis: Der Preis muss die Umsatzsteuer und alle Preisbestandsteile beinhalten – und auch alles andere, was für die Kaufentscheidung wichtig ist. Fotos: Hier muss das Urheberrecht beachtet werden. Dafür braucht man die Einwilligung des Herstellern. Auf keinen Fall sollten Bilder von anderen Seiten geklaut werden (übrigens auch bei ebay-Auktionen nicht!). Lieferzeiten: Wenn Lieferzeiten anfallen, dürfen diese nicht irreführend oder ungefähr sein. Künstliche Verknappung: Mit Verknappung darf nur geworben werden, wenn das auch wirklich der Fall ist („nur noch 3 Hotelzimmer frei“, etc.). Bei Rabatten mit dem Zusatz „nur heute so günstig“ , darf der Rabatt auch nur einem Tag so günstig sein und nicht 2 Wochen lang! Gütesiegel: Von erfundenen oder eigenen Gütesiegeln sollte grundsätzlich Abstand genommen werden. Denn ein Gütesiegel muss von einer neutralen Stelle ausgestellt werden. Bei Testergebnissen muss das Jahr und die Zusammensetzung mit aufgeführt werden und sollte auch nur in dem Zeitraum verwendet werden. Wenn es veraltet ist, muss ein neuer Test durchgeführt werden. Kundenmeinungen: Wenn Ihr Kundenmeinungen verwendet um mehr Trust bei Interessenten zu vermitteln, müssen diese neutral erstellt worden sein. Tell a friend: kann abgemahnt werden. Allerdings ist es möglich, wenn der Alias der Absender ist. Das realisiert man am besten mit einer mailto-Funktion. Denn diese ist rechtskonform! Personalisierte Preisgestaltung: Grundsätzlich sind unterschiedliche Preise pro Kunde erlaubt, allerdings müssen Kundendaten nach der technsichen Verwendung gelöscht und die Daten dürfen nicht an Dritte weitergegeben werden. In den Datenschutzerklärung müsst Ihr ebenfalls darauf hinweisen. Zudem gab es noch ein paar Hinweise für das Email-Marketing. Wenn Ihr an Kaufabrecher eine Email senden wollt, dürft Ihr das natürlich nur mit deren Einverständnis! Hat ein Interessent hingegen ein Artikel bei Euch gekauft, darf per E-Mail mit ähnlcihen Produkten geworben werden. Die Zusammenfassung als Foto:

fazit-conversion und recht

Unter https://www.wbs-law.de/abmahncheck/ könnt Ihr übrigens Eure Domain einen kostenlosen Abmahncheck unterziehen.

Mein Fazit zum SEO-Day 2014

Der SEO-Day ist ein tolles Event in einer coolen Location. Größtenteils finde ich, dass die Beiträge sich eher für Einsteiger lohnen. Für Fortgeschrittene gibt es auch Vorträge, allerdings sind diese eher spärlich gesät. In Kombination mit dem ExpertDay ist die Veranstaltung allerdings sehr sehr gut! Vielleicht sehen wir uns ja nächstes Jahr dort! Liste anderen SEO-Day 2014 Recaps:

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2 Kommentare zu “SEO-DAY 2014 – Zusammenfassung

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