Kein leichter Fang: So angelt Ihr Euch Werbekunden

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Möglichkeiten, um mit Blogs Geld zu verdienen. Wer ausreichend Besucher verzeichnet, für den bietet sich Werbung als ein ziemlich lukrativer Weg an. Die große Anfangsschwierigkeit ist dabei, sich die ersten Werbekunden an Land zu ziehen. In diesem Beitrag erfahrt Ihr, welche Klippen es dabei zu umschiffen gilt und an welchen Stellen es sich überhaupt lohnt, die Angel auszuwerfen. Außerdem geben wir Euch Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Werbekunden – denn für Euch ist es viel angenehmer und leichter, dauerhaft mit festen Partnern zusammenzuarbeiten, als laufend neu auf Akquisetour gehen zu müssen.

Ein paar Link-Tipps noch für alle, die noch mehr zum Thema Werbung beziehungsweise Blogs als Einnahmequelle erfahren möchten:

Abwarten und Anreize setzen: Der langsame Weg zu Werbekunden

So gut wie jeder Freiberufler weiß: Die sogenannte Kaltakquise ist ein hartes Geschäft. Man wendet sich in der Hoffnung auf neue Aufträge an Unternehmen, die man selber interessant findet. Man macht sich sehr viel Arbeit mit Briefen und Mails, man recherchiert die passenden Ansprechpartner und hat in der Regel leider nur einen sehr kleinen Rücklauf. Langfristige Kooperationen und lukrative Aufträge ergeben sich wesentlich häufiger aus dem eigenen Netzwerk: Wer gute Arbeit leistet, wird weiterempfohlen.

Ähnlich verhält es sich mit der Werbung auf dem Blog.Einfach so auf Verdacht bei Unternehmen mit der Tür ins Haus zu fallen, funktioniert meistens nicht. Gefragt sind Geduld, gute Arbeit und fleißige Kontaktpflege. Als ersten Schritt solltet Ihr auf Eurem Blog eine Seite einrichten, die eindeutig signalisiert, dass hier Werbung geschaltet werden kann. Diese Seite kann zum Beispiel schlicht „Werbung“ oder „Hier werben“ heißen. Was sich auf dieser Seite alles finden sollte, dazu gleich mehr.

Darüber hinaus könnt ihr auf Eurer Seite ein kleines Banner einrichten à la „Werbeplatz noch frei“. Hilfreich kann es zudem sein, einen Blogpost darüber zu verfassen, dass Ihr ab sofort Werbeplätze anbietet. Darin solltet Ihr nicht nur erläutern, welche Werbekonditionen bei Euch gelten, sondern auch Euren Nutzern erklären, weshalb Ihr auf Werbeeinnahmen setzt. Zeigt am besten von Anfang große Transparenz – denn bei diesem Punkt gibt es oft ziemliche Empfindlichkeiten.

Eine Frage der Ausdauer: Netzwerke aufbauen und pflegen

Viele kleine Teile ergeben am Ende ein großes Ganzes: Für eine erfolgreiche Werbekunden-Akquise braucht Ihr viel Geduld, Fleiß und letztendlich auch etwas Glück. Foto: panthermedia.net / Robert Kneschke
Viele kleine Teile ergeben am Ende ein großes Ganzes: Für eine erfolgreiche Werbekunden-Akquise braucht Ihr viel Geduld, Fleiß und letztendlich auch etwas Glück. Foto: panthermedia.net /
Robert Kneschke

Schritt Nummer zwei ist die Netzwerkpflege:  Baut über einen längeren Zeitraum gute Kontakte zu den richtigen Leuten in Unternehmen und Agenturen auf. Besucht Blogger- und Presseevents. Interviewt für Blogposts Menschen in unterschiedlichen Unternehmen, die in Eurer Blognische eine wichtige Rolle spielen. Meist werdet Ihr dabei in der Marketing- oder Presseabteilung landen. Das ist perfekt für die Kontaktanbahnung. Ihr bekommt den Namen eines Ansprechpartners und wenn Euer Blog von der Qualität und den Inhalten her passt, steht Ihr umgekehrt bei dem jeweiligen Unternehmen auf der Liste.

Eine weitere Idee ist es, zunächst einmal wegen Gewinnspiels anzufragen. Vielen Unternehmen ist die Bedeutung von Blogs für das Marketing inzwischen durchaus bewusst. Entsprechend stellen sie gerne kleinere Preise für Verlosungen zur Verfügung. Eventuell könnt Ihr dem Unternehmen auch anbieten, als Gegenleistung für eine bestimmte Zeit ein kostenloses Werbebanner schalten zu können.

Um neue, für Euch interessante Unternehmen zu entdecken, solltet Ihr regelmäßig recherchieren: Welche Unternehmen werben auf den Blogs der Konkurrenz? Welche Veranstaltungen gab es, auf denen sich Blogger aus Eurer Nische getroffen haben? Welche Unternehmen aus Eurem Themenbereich werben per AdSense?

Entscheidend ist, dass Ihr Euch als zuverlässiger Kooperationspartner erweist, der dauerhaft bloggt und neben der Frequenz auch den Standard Eurer Artikel beibehält. Blogs werden für Werbekunden immer attraktiver, die Verantwortlichen in den Unternehmen wissen aber auch, dass es zahlreiche Eintagsfliegen in der Blogosphäre gibt. Diese Hürde müsst Ihr überwinden. Wenn Ihr längerfristig mit guten Inhalten überzeugt, stehen die Chancen gut, dass Eure Kontakte auf Euch zukommen.

Gut verpackte Fakten: Die „Werbung“-Seite

Werbe- und Marketingmenschen haben wenig Zeit. Also macht Ihnen das Leben so leicht wie möglich und präsentiert ihnen auf Eurer „Werbung“-Seite alle relevanten Informationen auf einen Blick. Dazu gehören:

  • Aktuelle Nutzerzahlen Eures Blogs (Besucherzahlen könnt Ihr zum Beispiel über Google Analytics ermitteln)
  • Hintergrundinformationen zu Eurem Blog (Wie lange gibt es ihn schon? Wie oft postet Ihr in der Woche? Wer hat schon über Euch berichtet?)
  • Welche Bannerplätze bietet Ihr an? (Größe und Position)
  • Wie sehen Eure Preise aus?
  • Kontaktmöglichkeiten

Es spricht übrigens nichts dagegen, diese Fakten ansprechend zu verpacken – passend zum Stil Eures Blogs. Ihr könnt also durchaus einen launigen Text dazu verfassen, an welcher Art von Werbung Ihr interessiert seid, wo Eure Grenzen liegen und was Ihr alles zu bieten habt. Eine sehr detaillierte Variante findet Ihr zum Beispiel hier, eine sehr sparsame, aber trotzdem ansprechende hier.

Tipp: Versteckt die „Werbung“-Seite nicht irgendwo abseits Eurer Navigation.  Platziert sie am besten im Hauptmenü – sie soll schließlich möglichst schnell und einfach gefunden werden können.

Kundenpflege: Werbepartner langfristig binden

Werbung selber zu verkaufen macht Arbeit und kostet Zeit. Diese Zeit und diese Energie geht von dem Budget ab, das Euch fürs Bloggen zur Verfügung steht. Deshalb solltet Ihr versuchen, einmal gewonnene Werbepartner möglichst lange zu halten. Denn das erspart Euch die arbeitsintensive Neuakquise.

Ganz oben auf der Liste steht dabei der regelmäßige Kontakt mit Euren Werbekunden. Fragt freundlich nach, ob sie zufrieden sind und greift Verbesserungsvorschläge auf. Informiert sie unverzüglich, wenn einmal etwas schief gelaufen ist. Unter Umständen könnt Ihr auch auf Aktionen von Kunden hinweisen (sofern Ihr davon nicht Eure Unabhängigkeit berührt seht). Langfristigen Partnern könnt Ihr natürlich auch Rabatte einräumen, einen Bonus gewähren oder ihnen rechtzeitig ein Verlängerungsangebot zusenden. Wichtig ist dabei, dass Ihr im Auge behaltet, Euch nicht unter Wert zu verkaufen.

Statt Werbung um jeden Preis: Content first

Auf einem Gründerseminar habe ich mal den schönen Satz gehört: „Der Kunde riecht es, wenn die Geschäfte schlecht laufen“. Die Theorie der Dozentin: Wer sich auf Akquisetour begibt, sollte das immer dann tun, wenn das Geschäft brummt. Erfolgreiche Menschen wirkten überzeugend. Das lässt sich auch auf die Suche nach Werbekunden für den Blog übertragen: Sucht nicht verzweifelt und verkrampft nach Menschen, die ein Werbebanner bei Euch platzieren möchten.

Steckt Eure Energie lieber zielgerichtet in wirklich gute Inhalte – das macht Euren Blog attraktiv für Werbepartner. Zu gutem Content zählen ein eigener Stil (textlich und optisch) ebenso wie eine korrekte Rechtschreibung. Auch Euer Umgang mit Eurer Community – also etwa die Interaktionen mit Kommentierenden – zählt für Werbekunden.

Abschließend noch unsere Checkliste mit den wichtigsten Punkte für die Akquise:

  • Geduld haben, aber nicht untätig sein: Legt Euch eine „Werbungs“-Seite an, auf der alle wichtigen Fakten gesammelt sind. Platziert ein Banner auf Eurer Seite.
  • Verfasst einen Blogpost, in dem Ihr Euch mit dem Thema „Werbung auf Eurem Blog“ beschäftigt.
  • Knüpft Kontakte zu potenziellen Werbepartnern und pflegt dieses Netzwerk.
  • Kümmert Euch intensiv um bestehende Werbepartnerschaften.
  • Vermeidet Kalt-Akquise – punktet besser mit überzeugenden Inhalten und wartet darauf, dass Kunden auf Euch zukommen.
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