Wer nach einer Linktree Alternative sucht, hat meistens schon gemerkt, dass die eine Sache fehlt, die im Geschäftsleben zählt: der eigene Name in der Adresszeile. Linktree ist schnell eingerichtet und für den Anfang völlig in Ordnung. Aber wenn du selbstständig bist, ein kleines Unternehmen führst oder freiberuflich arbeitest, schickst du mit jedem „Link in Bio" deine Kundschaft auf eine Seite, die dir nicht gehört.
In diesem Artikel schauen wir uns an, wo Linktree für kleine Unternehmen an seine Grenzen kommt, welche Alternativen es gibt und wie du in wenigen Schritten deine eigene Link-in-Bio-Seite auf deiner eigenen Domain aufsetzt.
Inhaltsverzeichnis
Was Linktree eigentlich macht
Instagram und TikTok erlauben in der Bio nur einen einzigen klickbaren Link. Linktree löst das Problem: Du legst eine kleine Seite an, packst dort deine Buttons drauf (Website, Shop, WhatsApp, Terminbuchung, Speisekarte) und hinterlegst die eine Adresse in deinem Profil. Fertig. Deshalb ist der Dienst seit Jahren so beliebt, im Deutschen liest man auch mal „Linkbaum".
Der kostenlose Tarif reicht für eine Liste von Links. Was du dort nicht bekommst: deine eigene Domain, das Entfernen des Linktree-Brandings und eine Auswertung, welcher Button tatsächlich geklickt wird. Diese Dinge stecken in den kostenpflichtigen Stufen. Die Preise ändern sich regelmäßig, schau also direkt beim Anbieter nach, bevor du rechnest.
Wo Linktree für kleine Unternehmen eng wird
Du baust auf gemietetem Grund
Deine Seite liegt unter linktr.ee/deinname. Das ist die Adresse eines fremden Anbieters. Ändern sich Preise, Funktionen oder Nutzungsbedingungen, änderst du nicht mit, du ziehst nach. Und wenn du irgendwann umziehst, sind alle Links, QR-Codes und Flyer, auf denen die alte Adresse steht, wertlos.
Mit einer eigenen Domain gehört dir die Adresse. Du kannst dahinter tauschen, was du willst, die Adresse bleibt.
Google sieht deine Linktree-Seite nicht als deine Seite
Das ist der Punkt, den viele unterschätzen. Jeder Klick, jeder Besuch, jede Verlinkung auf deine Linktree-Adresse zahlt auf die Domain von Linktree ein, nicht auf deine. Für die eigene Auffindbarkeit bei Google bringt dir das nichts. Eine eigene Seite dagegen sammelt genau diese Signale ein.
Der Auftritt sieht aus wie bei allen anderen
Im kostenlosen Tarif steht der Linktree-Hinweis unter deiner Seite, und die Gestaltungsmöglichkeiten sind überschaubar. Für eine Handwerkerin, einen Coach oder ein kleines Café ist die Bio-Seite oft der erste Eindruck. Der sollte nach dir aussehen, nicht nach Baukasten von der Stange.
Impressum und Datenschutz bleiben deine Aufgabe
Sobald du eine Seite geschäftlich nutzt, greift in Deutschland die Impressumspflicht, auch bei einer reinen Linkliste. Ein Impressum lässt sich auf einer Linktree-Seite zwar verlinken, sauber eingebunden ist es damit aber nicht immer.
Dazu kommt: Linktree ist ein Anbieter aus dem Ausland. Wenn deine Kundschaft die Seite aufruft, werden Daten dort verarbeitet, und du hast wenig Einfluss darauf, was genau geladen wird. Wenn du deine Seite selbst hostest, liegt sie bei einem Anbieter deiner Wahl, es gilt deutsches Recht und du entscheidest, welche Dienste eingebunden sind. Welche Angaben du konkret brauchst, klärst du am besten mit deiner Rechtsberatung.
Alles endet in einer Sackgasse
Deine Linktree-Seite kann Links zeigen. Mehr nicht. Kein Blogbeitrag, keine Leistungsübersicht, keine Referenzen, kein Kontaktformular, kein Shop. Alles, was über eine Buttonliste hinausgeht, brauchst du woanders. Und dann verwaltest du zwei Baustellen statt einer.
Drei Wege aus dem Linktree-Dilemma
Weg 1: Bei Linktree bleiben und upgraden. Sinnvoll, wenn du wirklich nur eine Linkliste brauchst und keine eigene Website planst. Du zahlst monatlich, bekommst deine Domain davor und das Branding weg. Der gemietete Grund bleibt trotzdem gemietet.
Weg 2: Ein anderes Link-in-Bio-Tool. Es gibt eine ganze Reihe davon, einige aus Deutschland, einige mit großzügigeren kostenlosen Tarifen. Der Wechsel löst einzelne Probleme, etwa das Branding oder den Serverstandort. Das Grundproblem bleibt: Deine Seite liegt weiter bei einem Dienstleister, dessen Preise und Regeln du nicht bestimmst.
Weg 3: Eine eigene Seite auf deiner eigenen Domain. Mehr Aufwand am Anfang, dafür gehört dir hinterher alles. Und du hast nicht nur eine Linkliste, sondern den Anfang einer richtigen Website, die mitwächst.
Für kleine Unternehmen und Selbstständige ist Weg 3 fast immer der bessere. Nicht weil Linktree schlecht wäre, sondern weil dein Geschäft eine feste Adresse verdient.
So baust du deine eigene Link-in-Bio-Seite
1. Domain sichern
Deine Domain ist das eigentliche Fundament. Am besten dein Firmenname als .de-Adresse. Ist die vergeben, funktionieren auch Varianten mit Ort oder Leistung, etwa maler-mueller-hamburg.de. Halte sie kurz und so, dass man sie am Telefon buchstabieren kann.
Wenn du willst, kannst du für die Bio-Seite auch eine Subdomain nutzen, zum Beispiel links.deinefirma.de. Beides steht in deinem Namen.
2. Seite anlegen
Mit einem Homepage-Baukasten brauchst du weder Programmierkenntnisse noch einen Dienstleister. Du wählst eine Vorlage, tauschst Texte und Bilder und bist in einem Nachmittag online.
Fang mit einer einzigen Seite an. Genau der Umfang, den eine Linktree-Seite auch hat, nur eben unter deiner Adresse.
3. Deine Buttons setzen
Die klassischen Verdächtigen, sortiert nach dem, was deine Kundschaft am häufigsten sucht:
- Kontakt, am besten Telefon und WhatsApp direkt anklickbar
- Terminbuchung oder Anfrageformular
- Öffnungszeiten und Anfahrt
- Leistungen oder Speisekarte
- Shop oder Buchungsseite
- Bewertungen bei Google oder auf Portalen
- deine Social-Profile
Sechs bis acht Punkte reichen. Alles darüber wird auf dem Handy zur Scrollstrecke.
4. Impressum und Datenschutzerklärung einbinden
Beides gehört als eigene Unterseite dazu und muss von deiner Startseite aus erreichbar sein. Der Baukasten gibt dir dafür fertige Seiten, die Inhalte kommen von dir.
5. Adresse in die Bio eintragen und wachsen lassen
Trag die neue Adresse in Instagram, TikTok, Facebook, LinkedIn und in deine E-Mail-Signatur ein. Und dann der schöne Teil: Deine Seite ist jetzt erweiterbar. Eine Über-mich-Seite, eine Leistungsübersicht, ein paar Referenzen, irgendwann vielleicht ein Blog. Jede dieser Seiten kann bei Google gefunden werden und arbeitet für dich.
Was auf deine Bio-Seite gehört, wenn du ein kleines Unternehmen führst
Anders als Creator brauchst du keine Merch-Links und keinen Spotify-Embed. Du brauchst die Dinge, die aus einem Profilbesuch eine Anfrage machen:
- Ein Satz, der erklärt, was du machst und für wen. „Elektroinstallation für Privatkunden in Halle und Umgebung" schlägt jeden Slogan.
- Ein klarer Hauptbutton. Anrufen, Termin buchen oder Angebot anfragen. Eine Handlung soll deutlich hervorstechen.
- Vertrauenssignale. Ein Foto von dir oder deinem Team, Bewertungen, Jahre am Markt, Mitgliedschaften.
- Aktualität. Urlaubszeiten, Sonderöffnungszeiten, aktuelle Aktionen. Eine Seite, die du selbst pflegen kannst, ist eine Seite, die stimmt.
- Eine professionelle E-Mail-Adresse. Wer info@deinefirma.de schreibt statt einer Freemail-Adresse, wird anders wahrgenommen. Mit eigener Domain hast du das ohnehin dabei.
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Wann Linktree trotzdem reicht
Fair bleiben gehört dazu. Linktree ist eine gute Wahl, wenn du privat unterwegs bist, wenn du kurzfristig eine Kampagnenseite brauchst oder wenn du erst einmal ausprobieren willst, ob überhaupt jemand auf deinen Bio-Link klickt. Der kostenlose Tarif kostet dich nichts außer zehn Minuten.
Der Umstieg lohnt sich in dem Moment, in dem du geschäftlich damit arbeitest. Also spätestens dann, wenn du Kundschaft darüber gewinnst, Visitenkarten druckst oder Werbung schaltest.
Häufige Fragen
Ist Linktree in Deutschland erlaubt?
Ja, du darfst Linktree nutzen. Sobald du die Seite geschäftlich einsetzt, gelten für dich aber die üblichen Pflichten wie Impressum und Datenschutzerklärung, und du musst dich damit auseinandersetzen, wie und wo Besucherdaten verarbeitet werden. Für die konkrete Beurteilung deines Falls ist eine Rechtsberatung die richtige Adresse.
Kann man Linktree kostenlos nutzen?
Ja, es gibt einen dauerhaft kostenlosen Tarif mit unbegrenzten Links und einer Adresse nach dem Muster linktr.ee/deinname. Eigene Domain, Entfernen des Linktree-Hinweises und eine Auswertung pro Link gehören zu den kostenpflichtigen Stufen.
Was ist besser als Linktree?
Das hängt davon ab, was du vorhast. Für eine reine Linkliste gibt es zahlreiche vergleichbare Tools. Für ein Unternehmen ist eine eigene Seite auf der eigenen Domain die stabilere Lösung, weil du die Adresse behältst, die Gestaltung bestimmst und die Seite später erweitern kannst.
Braucht meine Linktree-Seite ein Impressum?
Wenn du sie geschäftlich nutzt: ja. Die Impressumspflicht hängt nicht davon ab, wie umfangreich eine Seite ist, sondern davon, wozu du sie einsetzt.
Kann ich meine eigene Domain mit Linktree verwenden?
Nur in den höheren kostenpflichtigen Tarifen. Im kostenlosen Tarif und in der Einstiegsstufe bleibt es bei der linktr.ee-Adresse.
Was ist ein Linkbaum?
Das ist die deutsche Bezeichnung für eine Link-in-Bio-Seite, also eine kleine Seite, die mehrere Links unter einer Adresse bündelt. Der Name kommt von Linktree, das Prinzip kannst du mit jedem Baukasten selbst umsetzen.
Wie lange dauert es, eine eigene Bio-Seite zu bauen?
Mit einem Baukasten schaffst du die erste Version in ein bis zwei Stunden, inklusive Domain. Der Feinschliff kommt danach, und den kannst du jederzeit machen.
Fazit
Linktree nimmt dir eine kleine Aufgabe ab und hinterlässt dafür ein größeres Thema: Deine wichtigste Adresse gehört jemand anderem. Für kleine Unternehmen, Freiberuflerinnen und Selbstständige gibt es eine Lösung, die kaum mehr Aufwand macht und deutlich mehr bringt: eine eigene Seite unter deiner eigenen Domain, die als Linkliste startet und als Website weiterwachsen kann.
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