Deine Website liefert im Browser nur noch DNS_PROBE_FINISHED_NXDOMAIN. Klingt bedrohlich, hat aber meist eine überschaubare Ursache, und in den meisten Fällen liegt sie bei der Domain selbst. Wir zeigen dir, wie du in zwei Minuten herausfindest, wo das Problem sitzt, und wie du es behebst.

Inhaltsverzeichnis

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Was der Fehler bedeutet

Der Name des Fehlers verrät schon fast alles. DNS_PROBE_FINISHED heißt: Die Anfrage zur Namensauflösung ist abgeschlossen. NXDOMAIN steht für Non-Existent Domain, also nicht vorhandene Domain.

Zusammengesetzt sagt der Browser dir: Ich habe nachgefragt, unter welcher IP-Adresse diese Website erreichbar ist, und die Antwort war, dass es diesen Namen nicht gibt.

Ein Bild dazu: Das DNS ist das Telefonbuch des Internets. Du kennst den Namen, dein Browser braucht die Nummer. NXDOMAIN bedeutet, der Name steht nicht im Telefonbuch.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Fehlern, weil sie dir die Suchrichtung vorgibt:

  • 404 Not Found: Der Server wurde gefunden, nur die einzelne Seite fehlt. Dein Hosting läuft.
  • 500 oder 502: Der Server wurde gefunden, hat aber ein Problem. Dein DNS ist in Ordnung.
  • NXDOMAIN: Es kommt gar nicht zum Server, weil der Name nicht auflösbar ist. Hier geht es um Domain und DNS, nicht um deine Website-Inhalte.

Andere Browser formulieren dasselbe freundlicher. Firefox meldet "Server nicht gefunden", Safari schreibt, dass der Server nicht gefunden werden kann. Die Ursachen und Lösungen sind identisch.

Zuerst eingrenzen: Domain oder Gerät?

Diese Prüfung solltest du vor allem anderen machen. Sie spart dir den halben Nachmittag, weil sie dir sagt, ob du überhaupt an deiner Domain arbeiten musst.

Öffne die Eingabeaufforderung unter Windows oder das Terminal auf dem Mac und gib ein:

nslookup deine-domain.de

Du bekommst eine IP-Adresse zurück. Die Domain löst grundsätzlich auf. Dann liegt das Problem bei deinem Gerät, deinem Browser oder deinem Netzwerk, und Abschnitt 11 ist dein Ziel.

Du bekommst eine Meldung wie "Non-existent domain" oder "server can't find". Die Domain löst tatsächlich nicht auf. Alle Besucher sehen den Fehler, nicht nur du. Weiter mit Abschnitt 3.

Zusätzlich lohnt eine Gegenprobe über einen fremden DNS-Server:

nslookup deine-domain.de 1.1.1.1

Antwortet dieser richtig, während dein eigener DNS-Server versagt, ist es kein Problem deiner Domain, sondern deines Anbieters oder deines Netzwerks. Ergänzend hilft ein Blick auf einen der kostenlosen Online-Dienste, die deine Domain von mehreren Standorten weltweit abfragen. So siehst du, ob der Fehler überall auftritt oder nur in bestimmten Regionen.

Ein zweiter schneller Test: Wenn du die IP-Adresse deines Servers kennst, gib sie direkt in den Browser ein. Erscheint irgendetwas, läuft dein Server. Dann ist wirklich nur die Namensauflösung das Problem.

Ursache 1: Die Domain ist abgelaufen

Der häufigste Grund für einen dauerhaften NXDOMAIN auf einer eigenen Website, und der unangenehmste, weil er sich leicht verhindern lässt.

Läuft eine Domain ab, wird sie aus dem DNS entfernt. Der Name ist dann tatsächlich nicht mehr vorhanden, und genau das meldet dein Browser.

Was du prüfen solltest:

  • Laufzeit im Kundenbereich. Steht dort ein Ablaufdatum in der Vergangenheit oder ein Hinweis auf eine offene Zahlung?
  • Zahlungsmittel. Eine abgelaufene Kreditkarte oder ein geplatzter Einzug reicht.
  • Hinterlegte E-Mail-Adresse. Warnungen vor dem Ablauf gehen an die Adresse in den Domaindaten. Liegt diese auf derselben Domain, kommt die Warnung nicht mehr an, sobald die Domain wegfällt. Nutze deshalb immer eine unabhängige Adresse.
  • Öffentliche Domaindaten. Über eine Whois-Abfrage siehst du, ob die Domain noch registriert ist und wann sie ausläuft.

Die gute Nachricht: In der Regel gibt es nach dem Ablauf eine Nachfrist, in der du die Domain zurückholen kannst. Wie lange diese Frist läuft, hängt von der Endung ab. Handel hier zügig, denn nach Ablauf der Frist wird die Domain wieder frei vergeben.

Ursache 2: Falsche oder fehlende Nameserver

Die Nameserver bestimmen, wer für das Telefonbuch deiner Domain zuständig ist. Sind sie nicht gesetzt oder zeigen sie auf einen Dienst, der deine Domain nicht kennt, kommt keine Antwort und damit NXDOMAIN.

Typische Situationen:

  • Nach einem Anbieterwechsel wurden die Nameserver nie umgestellt.
  • Die Nameserver zeigen auf einen alten Anbieter, bei dem die Zone gelöscht wurde.
  • Bei der Umstellung hat sich ein Tippfehler eingeschlichen.
  • Du nutzt einen externen DNS-Dienst, hast dort aber die Zone entfernt.

Prüfen kannst du das mit:

nslookup -type=ns deine-domain.de

Vergleiche die Ausgabe mit den Nameservern, die dein Hosting oder DNS-Anbieter vorgibt. Stimmen sie nicht überein, korrigiere sie in den Domain-Einstellungen. Rechne danach mit einer Wartezeit, bis die Änderung überall bekannt ist.

Ursache 3: Kein A-Eintrag vorhanden

Der A-Eintrag verbindet deinen Domainnamen mit der IP-Adresse deines Servers. Ohne ihn gibt es keine Nummer zum Namen.

Das passiert vor allem, wenn eine Domain neu registriert und noch keinem Hosting zugeordnet wurde, oder wenn beim Aufräumen der DNS-Zone ein Eintrag zu viel gelöscht wurde.

Prüfen:

nslookup -type=a deine-domain.de

Kommt keine IP-Adresse zurück, legst du den A-Eintrag in der DNS-Verwaltung deines Anbieters an. Die richtige IP-Adresse findest du in den Hosting-Daten deines Pakets. Falls du sie nicht findest, nennt sie dir der Support in wenigen Minuten.

Ursache 4: Der Eintrag für die www-Variante fehlt

Ein Klassiker, der oft lange unentdeckt bleibt, weil du selbst immer dieselbe Variante aufrufst.

Für das DNS sind deine-domain.de und www.deine-domain.de zwei verschiedene Namen. Beide brauchen einen Eintrag. Üblich ist ein A-Eintrag für die Domain ohne www und ein CNAME-Eintrag für die www-Variante, der auf die Hauptdomain zeigt.

Teste immer beide Schreibweisen. Wenn nur eine funktioniert, fehlt dem anderen Namen der Eintrag. Sobald beide auflösen, solltest du dich zusätzlich für eine Hauptvariante entscheiden und die andere per 301 dorthin weiterleiten, damit deine Inhalte nicht doppelt im Netz stehen.

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Ursache 5: Der Umzug ist noch nicht durch

Änderungen im DNS wirken nicht sofort, weil DNS-Server Antworten zwischenspeichern. Diese Verbreitung im Netz nennt man Propagation.

Meist geht es in wenigen Minuten bis Stunden, in Einzelfällen dauert es bis zu 48 Stunden. In dieser Phase kann die Seite für manche Besucher schon laufen und für andere noch nicht. Das ist verwirrend, aber normal.

Wenn du gerade umgezogen bist oder Einträge geändert hast, gilt: prüfen, dokumentieren, warten. Setze nicht alle zehn Minuten neue Einträge, weil du damit die Wartezeit jedes Mal von vorn beginnst.

Zwei Punkte, die den Umzug erleichtern:

  • Senke den TTL-Wert deiner Einträge einige Tage vor dem geplanten Umzug. Der TTL bestimmt, wie lange eine Antwort zwischengespeichert wird. Ein niedriger Wert bedeutet kürzere Wartezeit am Umzugstag.
  • Bei einem Domaintransfer wandern die DNS-Einträge nicht automatisch mit. Sie müssen beim neuen Anbieter neu angelegt werden, am besten vor dem Transfer.

Ursache 6: DNSSEC passt nicht zusammen

Eine Ursache, die selten vorkommt, aber schwer zu finden ist, wenn man sie nicht kennt.

DNSSEC sichert DNS-Antworten mit einer Signatur ab. Passt die hinterlegte Signatur nicht zu der Zone, die tatsächlich antwortet, verwerfen prüfende DNS-Server die Antwort komplett. Das Ergebnis sieht für dich aus wie NXDOMAIN, obwohl alle Einträge korrekt gesetzt sind.

Typischer Auslöser: Du hast die Nameserver oder den Anbieter gewechselt, DNSSEC war aber noch beim alten Anbieter aktiv. Der Hinweis darauf ist, dass die Domain über manche DNS-Server auflöst und über andere nicht.

Die Lösung liegt hier bei deinem Domainanbieter. Lass DNSSEC prüfen, deaktivieren oder mit den neuen Schlüsseln neu einrichten. Das ist kein Fall zum Selbstbasteln.

Ursache 7: Subdomain nicht angelegt

Wenn nur shop.deine-domain.de oder blog.deine-domain.de betroffen ist, die Hauptdomain aber funktioniert, dann fehlt der Subdomain ihr eigener Eintrag.

Jede Subdomain braucht einen A- oder CNAME-Eintrag. Ein Wildcard-Eintrog kann das pauschal abdecken, ist aber nicht überall eingerichtet. Prüfe die DNS-Zone auf den betreffenden Namen und lege ihn an, wenn er fehlt.

Checkliste für Websitebetreiber

Der Reihe nach abarbeiten, oben ist am wahrscheinlichsten:

  1. Löst die Domain überhaupt auf? Per nslookup prüfen.
  2. Ist die Domain noch registriert und bezahlt?
  3. Stimmen die Nameserver mit den Vorgaben deines Anbieters überein?
  4. Existiert ein A-Eintrag mit der richtigen IP-Adresse?
  5. Funktionieren beide Varianten, mit und ohne www?
  6. Liegt eine Änderung weniger als 48 Stunden zurück?
  7. Betrifft es nur eine Subdomain?
  8. Ist DNSSEC aktiv und passt es zur aktuellen Zone?
  9. Löst die Domain über einen fremden DNS-Server auf, über deinen aber nicht?

Wenn du bei Punkt 3 bis 8 unsicher bist, ist das ein guter Moment für den Support deines Anbieters. Ein falsch gesetzter Nameserver ist in fünf Minuten korrigiert, wenn jemand weiß, wo er nachsehen muss.

Wenn es doch am eigenen Gerät liegt

Hat die Prüfung aus Abschnitt 2 gezeigt, dass die Domain sauber auflöst, dann liegt es bei dir lokal. Diese Schritte reichen fast immer:

  • DNS-Cache von Chrome leeren. Gib chrome://net-internals/#dns in die Adresszeile ein und leere den Host-Cache.
  • DNS-Cache des Systems leeren. Unter Windows in der Eingabeaufforderung als Administrator: ipconfig /flushdns. Auf dem Mac im Terminal: sudo dscacheutil -flushcache; sudo killall -HUP mDNSResponder.
  • Router neu starten. Stecker ziehen, 30 Sekunden warten, wieder einstecken. Auch der Router speichert DNS-Antworten.
  • VPN und Antivirenprogramm testweise abschalten. Beide greifen manchmal in die Namensauflösung ein.
  • hosts-Datei prüfen. Unter Windows liegt sie in C:\Windows\System32\drivers\etc, auf dem Mac unter /etc/hosts. Ein Eintrag zu deiner Domain kann die richtige Adresse überschreiben. Zum Deaktivieren eine Raute davor setzen.
  • Am Handy den Flugmodus kurz ein- und ausschalten. Damit baut das Gerät die Netzwerkverbindung neu auf.

Damit es nicht wieder passiert

  • Hinterlege eine E-Mail-Adresse in den Domaindaten, die nicht auf derselben Domain liegt.
  • Prüfe Laufzeiten und Zahlungsmittel einmal im Jahr, am besten mit Kalendereintrag.
  • Dokumentiere deine DNS-Einträge, bevor du etwas änderst. Ein Screenshot reicht.
  • Senke den TTL-Wert vor geplanten Umzügen.
  • Richte eine einfache Erreichbarkeitsüberwachung ein, die dir eine Nachricht schickt, wenn die Domain nicht mehr auflöst. So erfährst du es vor deinen Kunden.
  • Halte Domain und Hosting möglichst beim selben Anbieter, dann fällt eine ganze Fehlerquelle weg.

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