Motiviert, produktiv und voll im Flow: Blogging-Tipps für Fortgeschrittene

Blogger brauchen Marathon-Qualitäten. Die Strecke bis zum Ziel ist lang. Und so gut wie jeder Blogger kommt ebenso wie ein Langstrecken-Läufer an den Punkt, an dem nicht mehr viel geht. Die einen gehen vom Tempo runter, die anderen steigen aus dem Rennen aus – wie häufig das passiert, sieht man an der Zahl der verwaisten Blogs.

Wir von checkdomain finden: Pausen sind okay – doch Aufgeben ist nicht die Lösung. Motivationslöcher gehören zum Alltag eines Bloggers dazu. Wichtig ist, dass Ihr in diesen Phasen nicht den Glauben an Euch und Euer Projekt verliert, sondern gegen Euren Blog-Burnout ankämpft. In diesem Beitrag findet Ihr verschiedene Wege, wie Ihr aus Eurem Blogger-Tief wieder herauskommt. Außerdem gibt es viele praktische Tipps rund um die Planung und Zeiteinteilung, bewährte und neue Tools für das Blogmanagement sowie die Ideenfindung mit System, damit Euer Schreib-Flow ungebremst weiterläuft.

Nichts geht mehr? Auswege aus dem Motivationstief

Als Blogger durchläuft man ganz unterschiedliche Phasen. Am Anfang herrscht Aufbruchstimmung. Von Euphorie getrieben haut man täglich einen neuen Artikel raus. Dieser Sprint wird abgelöst von einer ruhigeren Phase, in der sich eine gewissen Blog-Routine einstellt. Man sieht realistischer, wie viel man tatsächlich schaffen kann, zu welchen Zeiten und unter welchen Bedingungen man am kreativsten ist. Man stellt fest, welche Beiträge am besten laufen und welche nicht funktionieren. Man hat sich zumindest ein kleines Stammpublikum erschrieben.

Früher oder später kommt dann jedoch der Punkt, an dem das Bloggen nicht mehr ein großer Spaß ist, sondern plötzlich eine Belastung. Plötzlich fällt es einem schwer, neue, interessante Themen zu finden. Man hat keine Lust, sich an den Rechner zu setzen.

In solchen Phasen hilft es oft schon, an die Anfangszeiten des eigenen Blogs zurückzudenken:

  • Welche Ziele habe ich mir gesetzt?
  • Für wen betreibe ich den Blog?
  • Was hat mir besonders viel Spaß gemacht?

Erinnert Euch an den positiven Anfangsschwung, blickt zurück, auf das, was Ihr bereits erreicht hat, stellt Euch vor, wie es Euren Lesern geht, wenn Ihr sang- und klanglos mit dem Bloggen aufhört.

Ein neues Outfit muss her

Hand aufs Herz: Am meisten Spaß machen viele Dinge, wenn man sie mit neuem Equipment betreiben kann. Sei es das Laufen, die Arbeit am Computer oder manchmal sogar das Putzen. Dieses Prinzip funktioniert oft auch im Bloggerleben: Verpasst Eurem Blog ein Redesign mit neuem Layout, neuen Seiten, neuen Serien. Wenn Euer Blog optisch auf dem neuesten Stand ist, spiegelt er damit auch Eure Entwicklung als Blogger wider – und Eure Motivation wächst, passend zum neuen Look auch neuen Content zu entwickeln.

Lockerlassen

Viel hilft viel. Im Falle eines Blogs ist das gerade in den Anfangsmonaten gar nicht verkehrt. Ein Blog benötigt erst einmal eine ganze Menge Content, um neue Nutzer zu gewinnen und sich eine gute Position in den Suchmaschinen-Rankings zu erarbeiten. Auf Dauer ist so ein Sprint auf der Blog-Marathonstrecke aber nicht durchzuhalten. Wer meint, jeden Tag neben seinem normalen Job noch ein bis zwei Posts verfassen zu können, die wirklich neue/witzig/gut recherchiert/informativ sind, setzt sich selber enorm unter Druck.

Wenn Ihr spürt, dass Euch Eure eigenen Anforderungen über den Kopf wachsen, tretet auf die Bremse. Geht Eure Woche durch und rechnet nach, wie viel Zeit Ihr für das Bloggen zur Verfügung habt bzw. wie viel Zeit Ihr investieren wollt. Passt dann die Zahl Eurer Posts Eurem Zeitbudget an. Seid dabei realistisch. Ein wirklich guter Post ist nicht schnell nebenbei geschrieben. Mal abgesehen davon, dass fast alles im Leben länger dauert, als man denkt. Hilfreich für die Planung sind auf jeden Fall Blog-Planer, mit denen Ihr Euch einen besseren Überblick verschaffen und Ideen festhalten könnt.

Wichtig: Es ist kein gutes Gefühl, einen Post nur zu schreiben, um neuen Content auf der Seite zu haben. Den meisten dieser Füllbeiträge merkt man auch schon auf den ersten Zeilen an, dass da jemand aus Pflichtgefühl und nicht aus Überzeugung geschrieben hat. Veröffentlicht nur dann etwas, wenn Ihr wirklich etwas zu sagen habt.

Euer Ziel sollte nicht immer mehr Input, sondern neuer Input sein. Eure Posts sollen Euren Lesern Mehrwert bringen, aber auch bei Euch selbst für Aha-Erlebnisse sorgen, Euch immer wieder etwas dazulernen oder etwas neues erfahren lassen – nur so bleibt das Bloggerleben spannend und erstarrt nicht in Routine.

Neues Arbeitsumfeld

In meinem Büro steht ein Sofa. Genutzt wird es so gut wie nie, obwohl es unglaublich einladend aussieht. Ziemlich blöd, denn der Konzentration und der Produktivität ist es zuträglich, nicht immer am gleichen Ort zu arbeiten. Schon kleine Veränderungen sorgen für neue Perspektiven und damit auch oft für neue Ideen.

Speziell in der dunkleren Jahreszeit kann es auch helfen, in mehr oder besseres Licht an Deinem Arbeitsplatz zu investieren. Parallel zum neuen Bloglayout ist außerdem oft ein Make-over für Deinen Schreibtisch bzw. dessen unmittelbare Umgebung eine gute Idee: Dinge neu sortieren, anordnen, vielleicht ein paar Fotos aufhängen und sich nützliche, schöne Accessoires auf den Tisch stellen.

Blog-Zeiten reservieren

Wenn man eine Sache schnell zwischendurch oder nebenbei erledigen will, ist das in der Regel kein Spaß, sondern Stress. So gut wie alles läuft leichter und gelingt besser, wenn man sich ungestört auf das jeweilige Projekt konzentrieren kann. Reserviert deshalb Eurem Blog feste Zeiten, in denen Ihr nicht noch andere Dinge abarbeiten müsst oder ständig von anderen Leuten gestört werdet. Am besten tragt Ihr Euch diese Zeiten fest in einen Kalender ein und behandelt diesen Termin so, wie Verabredungen mit Freunden oder das wöchentliche Fitnesstraining.

Das echte Leben nicht vergessen

Das Leben als Blogger kann ziemlich einsam sein. Natürlich gibt es das Feedback von Seiten der Nutzer. Aber sonst? Sitzt man weitgehend alleine am Rechner und kreist um sich selbst. Umso wichtiger ist es, dass richtige Leben neben dem Blogger-Dasein nicht zu vergessen. Geht raus, seht, was draußen alles passiert, trefft Euch mit Freunden und baut Euch Euer eigenes Bloggernetzwerk auf. In den meisten Städten gibt es mittlerweile Bloggerstammtische. Dazu kommen zahlreiche Veranstaltungen, in denen Blogger sich fortbilden und austauschen können – etwa die blogst-Konferenzen und -workshops.

Ehrlich sein

Ob im Job oder in einer Beziehung: Manchmal gibt es den Punkt, an dem man fühlt, dass es so auf keinen Fall weitergehen kann. Dass es nicht hilft, an den kleinen Schrauben zu drehen, sondern dass eine große Veränderung her muss. In dieser Sitaution kann man den Schlusstrich ziehen, kündigen, sich trennen. Man kann aber auch probieren, nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme einen Neustart zu machen.

Im Falle eines Blogs ist damit keine „Kosmetik“ wie ein neues Layout gemeint, sondern ein grundsätzliches Überdenken des Konzepts, der Strukturen und der Inhalte:

  • Passt die Ausrichtung meines Blogs noch zu mir? Interessieren mich die Themen noch, über die ich schreibe?
  • Passt der Blog noch in mein Leben? Wer 2007 mit einem Blog über das Dasein als Babymama gestartet ist, hat 2014 vermutlich ganz andere Interessen als Wickeln, Stillen und Strampler.
  • Ist das Thema meines Blogs überhaupt noch zeitgemäß oder längst von neueren Entwicklungen überholt?

Auch die großen Blogs mit hoher Reichweite stellen immer mal wieder ihre Strategie um, lassen Dinge wegfallen und starten mit neuen Inhalten. Manche holen sich Co-Autoren mit an Bord, andere gründen Zweit- und Dritt-Blogs. Welchen Weg Ihr für Euch wählt, könnt nur Ihr selber entscheiden. Wichtig ist nur, dass Ihr nicht im Motivationsloch steckenbleibt und Euren Blog nicht mehr weiterbetreibt – denn dafür habt Ihr viel zu viel Zeit und Mühe investiert und Spaß gehabt, oder?

Ideenfindung mit Methode – den Schreib-Flow optimieren

Planung ist das A und O, um plötzlicher Ideenarmut vorzubeugen. Aber das Leben läuft halt nicht immer nach Plan. Und selbst erfahrene Blogger haben ab und an das Gefühl, „leergeschrieben“ zu sein. Oft hilft dann eine kurze Auszeit weiter. Außerdem haben die meisten persönliche Techniken entwickelt, um Blockaden möglichst schnell zu überwinden.

Was sagt Dein Blog?

Oft liegen die besten Themen ganz nah. So auch beim Bloggen. Eine der effektivsten Methoden ist ein Blick in Deine Blogstatistik beziehungsweise lass Dich von Google Analytics unterstützen: Welcher Deiner Artikel wurde am meisten aufgerufen? Mit welchen Suchbegriffen sind die meisten Leser auf Deinem Blog gelandet? Und haben Sie auch wirklich das gefunden, wonach sie gesucht haben?

Mit ziemlicher Sicherheit findest Du noch einen weiteren Aspekt, mit denen Du besonders gefragte Themen weiterdrehen kannst. Greife Dir ein Detail heraus, gehe weiter in die Tiefe oder recherchiere im Netz, ob es zu diesem Thema inzwischen neue Entwicklungen gegeben hat.

Tipp: Dieser Beitrag in unserem Blog zeigt Dir, wie Du Google Analytics für Deinen WordPress-Blog mit Hilfe eines Plugins nutzen kannst.

Kommentare analysieren

Auch das Feedback Deiner Leser in den Kommentaren kann Dir neue Themen liefern. Denn sehr häufig werden ja nicht nur Zustimmung oder Kritik geäußert, sondern auch Fragen gestellt. Diese Fragen kannst Du natürlich fix in einer Antwort abhandeln – Du kannst sie aber auch als Anregung für einen längeren Text nehmen.

Wenn Du feststellst, dass viele Leser Deinen Text über WordPress-Plugins toll fanden, aber nicht wissen, wie man Pluings installiert oder vielleicht ein besonderes Plugin suchen, kannst Du Ihnen möglicherweise die Antworten liefern. Lifestyle- oder DIY-Blogger können eigene Posts darüber verfassen, wo sie bestimmte Materialien, Werkzeuge oder Accessoires herbekommen und Tipps zur Auswahl geben, wenn die Leser danach fragen.

Alte Texte – neu gelesen

In schon leicht abgehangenen Posts zu Stöbern macht Spaß – und ist eine weitere Ideenquelle. Wenn Du Dir alte Beiträge genau ansiehst, wirst Du feststellen, dass mancher Text eigentlich nur an der Oberfläche kratzt und sich definitiv noch mehr daraus machen lässt.

Damit diese Methode klappt, musst Du Deinen Blick für Details trainieren und Dich ganz in die Sicht Deiner Nutzer hinein versetzen: An welcher Stelle könnte jemand, der weniger im Thema ist als Du, noch eine bessere, detaillierte Erklärung brauchen? Wo fehlen vielleicht noch Hintergrundinfos? Je genauer Dein Blick wird, desto mehr wirst Du entdecken, dass sich sehr oft ein Thema aus dem anderen ergibt.

Gleiches gilt für das Aufspüren möglicher Lücken im Blog. Checke Deine Seiten und Kategorien: In welchen Bereichen bist Du eher schwach aufgestellt? Welche wichtigen Themen sind in Deinem Blog noch zu knapp vertreten? Für Dich kann das heißen, Deine persönliche Komfortzone verlassen zu müssen. Denn oft fallen die Themen runter, die einem weniger leicht fallen oder weniger am Herzen liegen – doch wenn man sich erst einmal damit beschäftigt, können sie ein echter Gewinn sein.

Was hast Du letzte Woche gemacht?

Na, was hat sich bei Dir getan? Bei Bloggern ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie zum Beispiel irgendetwas an ihrem Layout verändert, eine neue Bilderquelle aufgetan oder eine nützliche App entdeckt haben. Dieses Wissen solltest Du nicht für Dich behalten, sondern mit Deinen Nutzern teilen. Für gute Tipps sind wir schließlich alle dankbar.

Der Blick in den Kalender

Wenn nichts mehr hilft… hilft am Ende oft der Blick in den Kalender. Ob Tag des Butterbrots oder Tag der Rückengesundheit – irgendein Tag ist immer. Und mit ein bisschen Fantasie lässt sich aus den meisten dieser oft schrägen Tagen eine Geschichte mit eigenem Dreh rausholen. Das ist natürlich eher der Holzhammer unter den Themenfindungs-Werkzeugen, aber manchmal geht es halt nicht anders. Einen Überblick über sämtliche Ehrentage findest Du zum Beispiel hier.

Tipp: Tag des Kusses, Tag des Geflügels, nationaler Chips-and-Dip-Tag – Du kannst Dir mit diesen Kalenderdaten auch selber Herausforderungen stellen und so Deine Kreativität gezielt schulen.

Blogroutinen zulegen

Und dann noch zwei Methoden, die zwar nicht bei akutem Themenmangel helfen, diesem aber wirksam vorbeugen können – und das ohne großen zusätzlichen Aufwand. Methode 1 ist eine persönliche Blogroutine. Nicht jeder Text muss ein Feuerwerk an originellen Einfällen sein. Unter Umständen bietet es sich für Deinen Blog an, einen wöchentlichen oder monatlichen Standard-Post einzuführen. Etwa ein Link-Roundup der Woche, in dem Du Deine nützlichen/aktuellen/witzigen Link-Tipps der vergangenen Tage mit ein paar netten Worten dazu zusammenfasst.

Das ist weder neu noch einzigartig, aber wenn Du einen guten Riecher für neue Netztrends hast, werden sich Deine Leser mit Sicherheit freuen. Damit Du mit diesem kleinen Standard-Post möglichst wenig Arbeit hast, sammle interessante Links, Bilder und Videos beim täglichen Surfen. Ansonsten stehst Du plötzlich wieder vor dem Problem, dass Dir einfach nichts einfällt.

Methode 2: Inspiration Alltag

Montagmorgen im Büro, Konferenz im großen Kreis, es wird eine packende Idee für das Projekt X gesucht. Was kommt, ist das große Schweigen, unterbrochen von ein paar mauen Einfällen: So ähnlich sieht es im Bloggerhirn aus, wenn man verkrampft auf den leeren Bildschirm starrt, weil man schon seit Tagen nichts mehr publiziert hat. Leider kommen die wirklich brillianten Ideen nur selten zu verordneten Zeitpunkten oder auf Knopfdruck. Sie sind Zufallsprodukte und entstehen meistens im Alltag. Unter der Dusche, in der Kassenschlange, in der U-Bahn, im Gespräch mit Freunden.

Gute Blogger sind in den allermeisten Fällen:

  • aufmerksame Zuhörer
  • gut vernetzt
  • auf diversen Medienkanälen unterwegs.

Außerdem haben sie immer ein Notizbuch bzw. das Smartphone bei sich und entwickeln im Lauf der Zeit ein eigenes „Alarmsystem“ für interessante Blogthemen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird fast überall Themen entdecken oder sogar vorgeschlagen bekommen.

Bloß keine Zeit verlieren: Diese Tools machen Euch produktiver

Bloggen bedeutet inzwischen weit mehr, als nur Beiträge für den eigenen Blog zu verfassen. Wer ordentlich Traffic und vielleicht auch Geld damit verdienen möchte, muss seine Seite entsprechend vermarkten – mit jeder Menge Networking und einer ständigen Social-Media-Präsenz. Das große Problem dabei: Die meisten Blogger betreiben ihre Projekte neben dem Beruf oder der Familie her, haben also nur ein begrenztes Zeitbudget und können nicht immer alles im Blick haben. Hier kommen deshalb einige Tools, mit denen Ihr Eure oft knappe Zeit fürs Bloggen effizienter nutzen und Euch das Bloggerleben generell leichter machen könnt.

Immer die Idealmaße: Social Media Image Maker

Ob Facebook, Twitter, Pinterest, Instagram oder Gravatar-Anwendungen: Jeder Dienst stellt beim Thema Foto-Maße seine ganz eigenen Ansprüche. Und damit es nicht langweilig wird, werden diese regelmäßig geändert. Mit dem Programm Social Media Image Maker bekommt Ihr nicht nur einen Überblick über alle aktuell gängigen Maße geliefert, sondern könnt Eure Bilder auch gleich passend zuschneiden – ganz ohne Photoshop oder andere zusätzliche Bildbearbeitungprogramme.

Ihr zieht dafür einfach per drag&drop das gewünschte Foto in die jeweilige Bearbeitungsmaske. Diese zeigt Euch automatisch einen Bildausschnitt mit den richtigen Maßen an. Ihr könnt den Aussschnitt verschieben, das Bild drehen, spiegeln. etc. Dann auf „apply“ gehen, fertig. Das Bild kann als jpeg oder PNG heruntergeladen werden.

Fazit: Der Social Media Image Maker ist ein kostenloses Programm, dass einem als Blogger viel Zeit und Nerven sparen kann – speziell wenn man kein Photoshop- oder Gimp-Profi ist.

Wo ist meine Zeit geblieben? Toggl weiß es

Wie lange brauche ich eigentlich wirklich, um einen Blogbeitrag zu schreiben? Gar nicht so einfach zu sagen, weil man meistens ja doch zwischendurch eine Mail beantwortet oder kurz mal auf Facebook vorbeischaut. Mit dem kostenlosen Dienst Toggl bekommt Ihr eine sehr genaue Antwort auf diese Frage. Toggl bietet die Möglichkeit, alle anliegenden Aufgaben einzutragen, einfach auf den Startknopf zu drücken und sobald man fertig ist, auf beenden zu gehen.

Wenn die eigentlich fürs Bloggen reservierte Zeit gerne mal verschwindet, hilft Toggl dabei, Aufgaben effizienter zu erledigen. Screenshot: S. Cantzler
Wenn die eigentlich fürs Bloggen reservierte Zeit gerne mal verschwindet, hilft Toggl dabei, Aufgaben effizienter zu erledigen. Screenshot: S. Cantzler

Das Time-Tracking-Tool hilft meiner Erfahrung nach dabei, bewusster mit der eigenen Zeit umzugehen (nicht nur beim Bloggen, sondern generell beim Erledigen vom Aufgaben). Zudem hat der Dienst einen disziplinierenden Effekt: Man sieht, wie einem die Zeit wegläuft, wenn man zuviele Dinge nebenher erledigt. Und man entdeckt, wie viel schneller die meisten Aufgaben gehen, wenn man sich auf sie fokussiert. Längerfristig erleichtert das auch die gesamte Zeitplanung, weil man eine ehrliche Antwort darauf hat, wie lange man für einen Blogpost oder für seine gesammelten Social-Media-Aktivitäten braucht.

Hier kommt die Surfer-Polizei: SelfControl

Noch kurz auf den Lieblings-Blog eins, zwei und drei, nochmal Mails checken, nach aktuellen Meldungen sehen… Kaum etwas ist leichter, als sich im Netz zu verlieren und statt der geplanten Minuten Stunden dort zu verbringen. Sollte Euch dieses Problem bekannt vorkommen, empfiehlt sich die App SelfControl. Mit Hilfe dieser App (aktuell leider nur für Mac-User) könnt Ihr Webseiten, Euer Mail-Postfach etc. für eine festgelegte Zeit blockieren, so dass Ihr erst gar nicht in die Surf-Versuchung kommt.

Schluss mit der endlosen Surferei: Mit der App SelfControl könnt Ihr Euch selber von bestimmten Webseiten ausschließen, von denen Ihr Euch gerne mal ablenekn lasst. Screenshot: S. Cantzler
Schluss mit der endlosen Surferei: Mit der App SelfControl könnt Ihr Euch selber von bestimmten Webseiten ausschließen, von denen Ihr Euch gerne mal ablenekn lasst. Screenshot: S. Cantzler

Zunächst müsst Ihr die App kostenlos herunterladen. Dann fügt Ihr alle Seiten oder Dienste, die bei Euch besonders häufig zu einer Ablenkung führen, einer sogenannten Blacklist zu. Anschließend stellt Ihr die Zeit ein, während der die gelisteten Webseiten für Euch gesperrt sind. Das Ergebnis: Mit extrem geringen Aufwand habt Ihr gleich eine ganze Reihe potenzieller Ablenkungen ausgeschaltet und es bleibt Euch gar nicht anderes übrig, als Euch auf Eure eigentliche Aufgabe zu konzentrieren.

All-in-one-Lösung: RescueTime

Falls Ihr Euch nicht davor scheut, dass eine Anwendung sehr viele Eurer Daten zentral sammelt, ist RescueTime eine gute Ergänzung zu Toggl und SelfControl. Es vereint alle Funktionen in einem Programm und bietet noch ein paar Extra-Features dazu. Die in der Lite-Version kostenlose Anwendung Ziel gibt Euch einen exakten Überblick darüber, wie Ihr Eure Zeit am Computer verbracht habt. Sie zeigt Euch, wie lange Ihr auf welchen Webseiten gewesen seid, wie viel Zeit für die Bearbeitung von E-Mails nötig war oder für Online-Meetings.

Zielsetzung des Tools ist eine bessere Work-Life-Balance. Erreicht werden soll das, indem das Trackingtool aufzeigt, ein welchen Stellen Ihr Eure Produktivität steigern könnt. Dafür gibt es unter anderem Features wie eine Warnfunktion, die losgeht, wenn Ihr zum Beispiel zu viel Zeit auf Facebook verbringt. Außerdem könnt Ihr per RescueTime ebenfalls festgelegte Seiten zu festen Zeiten für Euch sperren und Ihr könnt Euch selbst Ziele setzen, wie etwa für einen Artikel nicht mehr als zwei Stunden zu brauchen.

Digitales Notizbuch: Evernote

Diese Anwendung muss ich Euch wahrscheinlich gar nicht mehr vorstellen, weil Ihr sie ohnehin schon kennt. Aber andererseits: Evernote ist so praktisch, dass es bei diesen Blogger-Essentials nicht fehlen darf. Mit dieser Anwendung (in der Basisversion kostenlos) bekommt Ihr quasi ein digitales Notizbuch, das auf Eurem Desktop, Eurem Smartphone und Eurem Tablet gleichermaßen funktioniert.

Mit Evernote könnt Ihr Ideen, Termine, Fotos, Links und was Euch im Netz sonst noch über den Weg kommt an einer Stelle sammeln. Auch Sprachmemos bzw. Interviews und andere Gespräche können mit Evernote aufgezeichnet werden. Kurz: Es geht nichts mehr verloren, was für Euch oder Euren Blog von Bedeutung sein könnte. Per Freigabe könnt Ihr alle Inhalte auch mit anderen Leuten teilen.

Bloggen – aber wann? Tipps für mehr Blogzeit

Der Job, die Familie, Freunde, Sport – im Prinzip gibt es immer irgendwas, was wichtiger ist als der Blog. Und wenn man dann mal eine freie Stunde hat, ist es einfach schön, dazusitzen, was zu lesen und einfach in die Luft zu gucken, statt sich kluge Gedanken zu machen und nach den richtigen Worten zu suchen.  Es ist ein bisschen so wie mit dem Plan, täglich Sport zu machen: Im Prinzip möchte man schon, aber dann bleibt man doch auf dem Sofa kleben. Der erste Schritt in Richtung mehr Zeit für das Bloggen finden ist daher eine ehrliche Bestandsaufnahme des eigenen Alltags.

Life according to Excel

Die Bloggerin Sandra Konrad, die ebenfalls mit ihrem Zeitmanagement zu kämpfen hatte, hat sich die Arbeit gemacht und ihre Woche detailliert in einer Excel-Tabelle festgehalten. Ihr Ziel war es herauszufinden, wie viele Stunden ihr jede Woche als Freizeit und damit auch als Zeit zum Bloggen zur Verfügung stehen. Während sie gefühlt kaum Zeit hat, um sich auf ihren Blog zu konzentrieren, waren es laut Excel-Liste dann doch rund 20 Stunden.

Es muss nicht unbedingt die Excel-Tabelle sein, es geht auch mit Papier und Stift. Aber sinnvoll ist es auf jeden Fall, sich einmal den üblichen Wochenablauf zu notieren, um festzustellen, wie viel Blog-Budget einem tatsächlich zur Verfügung steht. Wie viele Stunden schläfst Du? Wann bist Du in der Arbeit? Wie oft gehst Du zum Sport? Welche Stunden sind für die Familie reserviert? Auf dieser Basis kann man einigermaßen realistisch planen. Manche von Euch werden vielleicht überrascht sein, wie viel Zeit sie eigentlich übrig haben, anderen werden erkennen, dass es im Moment einfach nur für einen Beitrag pro Woche reicht.

Tipp: Die Wochenliste zeigt Dir – hoffentlich – an welchen Tagen Du Freiräume zum Bloggen hast. Blocke Dir an diesen Tagen feste Zeiten für Deinen Blog, die Du wirklich nur ausnahmsweise ausfallen lässt. Mit anderen Worten: Nimm die Termine ernst, so wie Deine Verabredungen mit Freunden oder das wöchentliche Fußballtraining.

Gesucht: Produktive Zeiten

Ich kenne eine ganze Reihe von Menschen, die sehr früh am Morgen aufstehen und noch vor dem Frühstück einen halben Arbeitstag hinter sich haben. Zu dieser Gattung gehöre ich definitiv nicht. Im Gegenteil: Ich brauche morgens oft ziemlich lange, bis ich warmgelaufen und wirklich produktiv bin. Dafür kann ich auch am späten Nachmittag bis in die Nacht hinein noch schnell und konzentriert arbeiten.

Um das Blog-Zeitbudget optimal zu nutzen, solltest Du herausfinden, zu welchen Zeitpunkten Du am produktivsten arbeiten kannst. In diesen Zeitfenstern brauchst Du für einen guten Beitrag oft nur einen Bruchteil der Zeit, den Du in weniger produktiven Phasen des Tages benötigst.

Tipp: Nutze die Stunden, in denen Du Content schnell und mühelos produzieren kannst, um Dir einen Vorrat anzulegen. Dann hast Du in Phasen, in denen jede Minute verplant ist, trotzdem die Möglichkeit, Deinen Nutzern neuen Content zu liefern und nimmst Dir selbst den Druck.

Bloggen nach Plan

Wie gesagt: Beruflich halte ich mich beim Bloggen immer schön an unseren Redaktionsplan. Wir besprechen vorher die genauen Inhalte und dank des Vorlaufs kann ich schon im Vorfeld Material wie Statistiken, Links oder Literatur zum jeweiligen Thema sammeln. Für meine privaten Blogs habe ich ebenfalls Redaktionspläne – zumindest theoretisch. Nur trage ich da leider viel zu selten etwas ein und verlasse mich stattdessen auf spontane Eingebungen.

Das Ergebnis ist, dass ich dann oft ohne wirkliche Idee vor dem Bildschirm sitze und erstmal ein bisschen im Netz auf Recherche gehe. Nebenher bestelle ich noch ein Buch, gucke mir Schuhe an, lese Nachrichte, frage mich nach einer Stunde, wo eigentlich meine Zeit geblieben ist und klappe frustriert den Laptop zu.

Die Gegenstrategie: Tragt Euch Eure Themen für einen festes Sendedatum in einem Redaktionsplan ein. Notiert dabei nicht nur ein Schlagwort, sondern umschreibt, um was es in dem Beitrag gehen soll – das erleichtert Euch die Materialsammlung. Sortiert die gesammelten Materialien auf Eurem Rechner so, dass Ihr sie schnell wiederfinden könnt. Setzt Euch immer mit einem „Muss“ vor Augen an die Arbeit und haltet Euch an Euren Plan. Das hört sich nach echter Arbeit an, macht das Bloggen tatsächlich aber entspannter und gewinnbringender, als mit wechselndem Erfolg frei vor sich hin zu schreiben.

Den Fokus nicht aus dem Blick verlieren

Berufsbedingt lese ich viel zum Thema Bloggen, on- und offline. Und dann gibt es natürlich auch noch eine wachsende Zahl von Bloggerevents. Neuer Input kommt also ständig und von allen Seiten. Häufig denke ich dann, dass ich ganz viele Dinge eigentlich auch für meine Blogs umsetzen müsste, möglichst gleich. Passieren tut dann eher wenig, weil ich angesichts der Menge an Aufgaben kapituliere.

Die Gegenstrategie:

  • Erfahrungsbedingt klappt es mit der Umsetzung wesentlich besser, wenn man sich nur ein oder zwei konkrete Ziele setzt und auf diese fokussiert bleibt. Alles weitere wird später abgearbeitet.
  • Definiere feste Zeiten für neuen Content und für administrative Aufgaben wie Updates, neue Plugins etc. Gleiches gilt für die Blog-Promotion per Social Media.
  • Ablenkungsquellen ausschalten: Konzentriere Dich für ein effizientes Arbeiten komplett auf Deinen Blog und öffne nur die Anwendungen, die Du dafür brauchst – alles andere von Facebook bis Pinterest bleibt aus und das Telefon auf stumm…

Bloggen ist wie Fußball, Stricken oder Lesen

Jede Woche hat nur eine begrenzte Anzahl von Stunden. Neben Job, Familie und dem üblichen Alltagskram bleibt nicht mehr allzu viel Zeit übrig für Hobbys. Und davon hat man ja meist mehrere… Wer bloggt, muss ganz klar Abstriche in anderen Bereichen machen. Wichtig ist, dass Ihr Euer ganz eigenes Gleichgewicht findet, mit dem Ihr zufrieden seid. Es wird immer wieder Zeiten geben, in denen andere Dinge einfach wichtiger sind als der Blog – etwa weil es gerade große Veränderungen im eigenen Leben gibt, man sich in einem anderen Hobby hohe Ziele gesteckt hat oder an so vielen Fronten zu kämpfen hat, dass die Energie nicht mehr ausreicht.

Das solltet Ihr auch auf Eurem Blog artikulieren, damit Eure Leser informiert sind und wissen, dass es irgendwann weitergeht, nur im Moment die Prioritäten in anderen Bereichen liegen. Solange Bloggen für Euch nur ein Hobby ist, ist das ja kein Problem – zumal viele Hobbys ja auch ihre eigene Saison haben!

Was Eure Blogleser wirklich wollen: Nutzerwünsche online erfragen

Unabhängig davon, ob Ihr noch am Anfang Eurer Blogger-Karriere steht oder bereits ein alter Hase mit einem gut laufenden Blog seid: Luft nach oben gibt es immer. Die einen wünschen sich mehr Traffic, die anderen mehr Engagement mit ihren Nutzern, die dritten sind auf der Suche nach Input für neuen Content. Um diese Ziele zu erreichen, hilft Euch zum Beispiel das ausgiebige, regelmäßige Monitoring Eurer Blogstatistiken. Ihr könnt natürlich auch Eure Leser in einem Blogpost gezielt nach Wünschen fragen oder zum Kommentieren animieren. Oder Ihr startet eine genau auf Euren Blog zugeschnittene Nutzerumfrage, die Euch dabei hilft, Eure Leser genauer kennenzulernen.

Plugins und andere Anwendungen für Leserumfragen gibt es in großer Bandbreite kostenlos im Netz. Die Anwendung ist meist sehr einfach und nutzerfreundlich. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, auf die Ihr unbedingt achten solltet, damit Ihr den optimalen Nutzen aus Eurer Aktion zieht. Gleiches gilt für die optische und vor allem die inhaltliche Gestaltung Eurer Umfrage. Wir zeigen Euch hier, welche Basisanforderungen Umfrage-Plugins oder -Tools erfüllen sollten und erklären Schritt für Schritt, wie Ihr Euren Fragebogen gestalten müsst, damit Ihr möglichst viele verwertbare Daten bekommt.

Leserwünsche als Orientierungshilfe

Als Blogger steht man immer wieder am Scheideweg: Eigentlich läuft alles rund, aber trotzdem hat man das Gefühl, dass man die ausgefahrenen Gleise verlassen möchte und man eine Veränderung braucht. Zum Beispiel, weil bei den Themen, über die man ursprünglich vor allem gebloggt hat, inzwischen etwas die Luft raus ist. Oder weil man sich selber verändert und viele neue Erfahrungen gesammelt hat. Aber wohin soll es in Zukunft gehen? Wie groß dürfen die Kurswechsel sein, die ich meinen Nutzern zumuten kann? Welche (neuen) Themen könnten meine Leser noch interessieren?

Die Antworten auf diese und ähnliche Fragen solltet Ihr kennen, bevor Ihr Euren Blog in eine neue Richtung steuert. Denn sonst kann es passieren, dass Stammleser von Bord gehen oder es schwierig wird, neue Nutzer zu gewinnen. Die Statistiken für Euren Blog geben Euch wichtige Informationen darüber, was Eure Nutzer auf Euren Blogs suchen und am bevorzugen. Mit einer Leserumfrage könnt Ihr das Informationsspektrum aber noch einmal erweitern: Sie kann Euch zum Beispiel Aufschluss darüber geben, was den Nutzern fehlt – darüber sagen Statistiken ja leider nichts aus.

Umfrage-Tools: Das Basis-Anforderungsprofil

Umfrage-Plugins gibt es allein für WordPress in fast schon unzähligen Varianten. Screenshot: S. Cantzler
Umfrage-Plugins gibt es allein für WordPress in fast schon unzähligen Varianten. Screenshot: S. Cantzler

Die wenigsten Menschen füllen Umfragen mit großer Begeisterung aus. Umso wichtiger ist es, dass Ihr es Euren Nutzern so bequem wie möglich macht und Ihr gleichzeitig Eure Umfrage so optimal gestaltet, dass Ihr die Ergebnisse für einen längeren Zeitraum nutzen könnt. Wie gut das funktioniert, hängt auch davon ab, welches Umfrage-Tool Ihr verwendet.

Grundsätzlich sollten folgende Möglichkeiten gegeben sein:

  • Ihr könnt mehrere Fragen auf einmal stellen (es geht ja um eine tiefergehende Umfrage, nicht um eine simple Ja/Nein-Abstimmung);
  • Es gibt verschiedene Antwort-Varianten: Zum Beispiel bei vorgegebenen Antworten Häkchen in der Checkbox setzen oder Felder für frei formulierte Antworten;
  • Das Layout des Frageformulars kann an das Blogdesign angepasst werden;
  • Fragen lassen sich in Gruppen inhaltlich sinnvoll untergliedern;
  • Datenschutzbestimmungen werden beachtet (können die Ergebnisse beispielsweise auf dem eigenen Webspace abgelegt werden, statt bei einem Drittanbieter zu landen?).

Allein im Plugin-Verzeichnis von WordPress finden sich Dutzende von Umfrage-Plugins. Dazu kommen zahlreiche sogenannte Stand-Alone-Tools, also Umfrageanwendungen, die Ihr unabhängig von WordPress und anderer Blogsoftware verwenden könnt – im Netz gibt es eine ganze Reihe von Überblicken ausgewählter Tools, etwa hier. Ihr werdet allerdings schnell feststellen, dass gerade bei den Plugins viele nicht den Basis-Anforderungen entsprechen und es bei einigen Haken im Hinblick auf Usability und Sicherheit gibt.

Den Fragebogen durchdacht formulieren – gute Ergebnisse erzielen

Das Open-Source Umfrage-Tool Lime Survey zählt zu den beliebtesten kostenlosen Anwendungen für die Erstellung von Online-Umfragen. Screenshot: S. Cantzler
Das Open-Source Umfrage-Tool Lime Survey zählt zu den beliebtesten kostenlosen Anwendungen für die Erstellung von Online-Umfragen. Screenshot: S. Cantzler

Umfragen sind kein leichtes Unterfangen: Wenn die Teilnehmer nicht alle Fragen beantworten (weil sie die Lust verlieren oder Verständnisprobleme haben), erst im Nachhinein auffällt, dass entscheidende Fragen vergessen wurden oder schlicht zu wenig Leute mitmachen, bekommt man zu wenig verwertbares Material. Deshalb ist es wichtig, den Fragebogen im Vorfeld wirklich gründlich zu planen und ausgiebig zu testen. Dabei geht Ihr am besten schrittweise vor:

  1. Was möchte ich von meinen Nutzern erfahren? Die richtigen Fragen stellenMacht Euch als allererstes Gedanken darüber, welche Informationen Ihr von Euren Lesern bekommen möchtet und macht Euch dazu Notizen. Je genauer Ihr Euer Ziel festlegen könnt, desto fokussierter könnt Ihr fragen. Das hält den Fragebogen kurz, schont die Geduld Eurer Nutzer und liefert Euch die gewünschten Ergebnisse.
  2. Klar und deutlich: Fragen gekonnt formulieren 
    Bei der Formulierung Eurer Fragen solltet Ihr Euch an das Motto „Je einfacher, desto besser“ halten. Die Fragen sollten also immer eindeutig und klar verständlich gestellt werden. Lassen sich nicht unbedingt allen bekannte Fachbegriffe nicht umgehen, erklärt sie kurz. Vermeidet komplizierte Formulierungen und Schachtelsätze. Bleibt möglichst neutral, damit Ihr ehrliche, unbeeinflusste Antworten bekommt.
  3. Geschickte Anordnung Egal wie kurz und einfach Ihr Eure Umfrage haltet – es wird immer Teilnehmer geben, die vor dem Ende abspringt. Das muss nicht mal aus Unmut geschehen, manchmal kommt einfach etwas dazwischen. Wichtig ist deshalb, dass Ihr Eure Fragen in eine Rangfolge von wichtig nach unwichtig bringt und die Umfrage in Seiten unterteilt. Durch die Unterteilung wirkt der Fragebogen weniger erschlagend. Außerdem werden die Antworten bei jedem Seitenwechsel zwischengespeichert – Ihr könnt also auch Antworten aus Fragebögen verwerten, die nicht komplett bearbeitet wurden. An erster Stelle steht in der Regel die Erhebung der demografischen Daten (Geschlecht, Alter etc.). Der restliche Ablauf richtet sich dann nach Euren definierten Zielen.
  4. Testphase einplanen  Kein Fragebogen ist auf Anhieb perfekt. Deshalb ist es sinnvoll, erst einmal ein paar Testläufe im Freundeskreis zu machen, bevor Ihr mit Eurer Umfrage an die Öffentlichkeit geht. Die Tests zeigen Euch, ob die Anordnung Eurer Fragen wirklich stimmig ist, ob überflüssige Fragen gestrichen werden können, es Verständnisprobleme gibt… Überprüft nach dem Rücklauf, ob Ihr tatsächlich die gewünschten Informationen bekommen habt. Falls nicht, überarbeitet mit Hilfe des Feedbacks Eurer Testpersonen noch einmal den Bogen.

Tipp: Solltet Ihr Euch noch tiefgehender mit der Erstellung von Fragebögen beschäftigen wollen, kann ich Euch den Umfrage-Online-Blog empfehlen, der sich ausschließlich mit diesem Thema beschäftigt.

Umfragen sind leider kein Wundermittel

Blog-Umfragen können Euch viele neue, wertvolle Erkenntnisse bringen. Wunder solltet Ihr allerdings nicht davon erwarten. Gerade bei einem noch jungen Blog mit kleinem Publikum kann es sein, dass sich nur sehr wenige Teilnehmer finden – der verhältnismäßig große Aufwand bringt dann lediglich einen kleinen Ertrag.

Vermutlich liefert die Umfrage auch keine repräsentativen Ergebnisse, da erfahrungsgemäß vor allem Stammleser bereit sind, Eure Fragen zu beantworten. Ihr könnt deshalb aus den Ergebnissen nur bedingt darauf schließen, ob Ihr mit neuen Themen und Features auch viele neue Nutzer gewinnen könnt. Aber wie so oft beim Bloggen gilt: Probiert es am besten einfach selber aus!

Upcycling der anderen Art: Mit alten Artikeln stressige Zeiten überbrücken

Wer über einen langen Zeitraum regelmäßig bloggt, sammelt viele Erfahrungen – und noch mehr Blogartikel. Nicht jeder davon wird eine Perle sein. Aber fast immer finden sich im Archiv Beiträge, die auch mit etwas Abstand betrachtet zu gut sind, um auf den hinteren Seiten des Blogs zu verstauben. Und fast jeder Blogger hat ab und an damit zu kämpfen, dass er nur wenig Zeit und vielleicht auch gerade mal keine Ideen für frische Blogposts hat. In solchen Phasen ist es völlig in Ordnung, alte Beiträge aus dem Archiv zu holen und Ihnen ein Facelift zu verpassen. Allerdings solltet Ihr Euch dabei an ein paar Regeln halten, damit Ihr Eure Nutzer nicht mit Eurer Neuauflage nervt.

Ein kritischer Blick ins Archiv

Nicht jede alte Vase ist eine wertvolle Antiquität. Ähnlich sieht es auch mit Blogartikeln aus. Für die Wiederverwertung solltet Ihr nur solche Beiträge auswählen, die immer noch wirklich wertvoll sind beziehungsweise einen Mehrwert für Eure Nutzer haben. Artikel, die mittlerweile ihre Relevanz verloren haben (etwa weil das darin behandelte soziale Netzwerk nicht mehr existiert) oder nur noch aus toten Links bestehen, gehören eindeutig nicht in diese Kategorie. Aber: Bitte diese Beiträge auch nicht im Zuge einer Aufräumaktion löschen, da damit unter anderem wertvolle Backlinks verloren gehen können.

Tipp: Das Recycling alter Beiträge geht sicherlich schneller, als einen neuen, umfassenden Beitrag zu verfassen. Es klappt aber nicht unbedingt im Handumdrehen. Plant deshalb für das Durchforsten des Archivs und eine gründliche Betrachtung Eurer Artikel genügend Zeit ein, um keine halbgaren Lösungen zu produzieren. Macht Euch eine Checkliste, um die Recycling-Tauglichkeit systematisch zu überprüfen.

Ist ein Artikel-Update möglich?

Nehmen wir als Beispiel den checkdomain-Blog. Unser Archiv umfasst mittlerweile mehr als 500 Beiträge. Viele davon könnten mit Sicherheit ein Update brauchen, weil sich in der Zwischenzeit so viel neues getan hat. Aber wo anfangen? Am besten mit einem Blick auf die Zahlen: Die Beiträge, die noch immer viel Traffic bringen, kommen nach ganz oben auf die Liste.

Im zweiten Schritt überprüft Ihr, ob und wie ein Update möglich ist:

  • Lassen sich Informationen aktualisieren?
  • Können zusätzliche Informationen hinzugefügt werden?
  • Müssen tote Links ausgetauscht werden?
  • Gibt es neue Links, die dem Thema eine zusätzliche Facette verleihen?

Überarbeitet alte Artikel wirklich gründlich, schreibt Passagen um, fügt neue Bilder ein – dann werden sie sogar für die Nutzer interessant, die Euch schon seit langem treu sind und die Beiträge bereits in ihrer alten Version kennen.

Noch mehr Tipps zum Entstauben, Aufräumen und Neuordnen Eures Archivs findet Ihr  – für Zeiten, in denen Ihr Leerlauf habt – in unserer Serie rund um die Blogpflege.

Neue Ideen rund um alte Postings entwickeln

Zusätzlich solltet Ihr Euch überlegen, ob sich aus den überarbeiteten Artikeln nicht noch neue Beiträge ergeben könnten. Ein Beispiel: Ihr habt vor drei Jahren eine zehnteilige Serie zum Thema „Soziale Netzwerke für Einsteiger“ geschrieben und diese aktuell komplett überarbeitet.  Die Serie könntet Ihr jetzt mit einer zweiten Reihe fortsetzen, die sich an fortgeschrittene Nutzer wendet – die Blogthemen wachsen also quasi mit Euren Nutzern und Euch selbst mit. Oder schicker ausgedrückt: Ihr hebt das Thema auf eine neue Ebene.

Eine weitere Variante der Neu-Nutzung: Präsentiert den Inhalt älterer Artikel noch einmal in einer neuen Form. Macht aus einem Text zum Beispiel einen Podcast oder ein Video. Vielleicht lässt sich aber auch eine Infografik basteln – da sind Eurer Fantasie nur durch Eure Fähigkeiten als Grafiker oder Filmer Grenzen gesetzt…

Wichtig: Verlinkt bei allen neuen Beiträgen auch immer auf die alten, ursprünglichen Artikel. Einerseits promotet Ihr diese damit natürlich und erhöht die Verweilzeiten auf Eurem Blog, andererseits bietet Euren Nutzern einen umfassenderen Blick auf das Thema. Falls Ihr das nicht händisch machen wollt, könnt Ihr ein sogenanntes Related Posts Plugin nutzen – diese gibt es in unterschiedlichsten Varianten kostenlos, zum Beispiel im Plugin-Verzeichnis von WordPress.

Transparenz ist wichtig

Einen alten Artikel unter dem aktuellen Datum einfach noch mal frisch publizieren ist sicherlich der einfachste Weg. Es ist aber gut möglich, dass Ihr Euch damit einen Splitter einfangt. Mal abgesehen vom duplicate content, der so entsteht und von den Suchmaschinen bestraft werden kann, mögen auch Nutzer solche Schummeleien nicht.

Besser ist es, den überarbeiteten Artikel zum Beispiel mit einem Zusatz zu versehen: „Beitrag wurde am xx.xx.2012 veröffentlicht und am 20.02.2015 überarbeitet“.  Dann gibt es keine Unklarheiten und Ihr müsst Euch weder mit doppelten Inhalten noch mit kritischen Nachfragen beschäftigen.

 

Noch keine Stimmen.
Bitte warten...

Ein Gedanke zu „Motiviert, produktiv und voll im Flow: Blogging-Tipps für Fortgeschrittene

  1. Hallo Sandra,
    puh solche lange Artikel habe ich schon lange nicht mehr gelesen :) aber interessant war es alle Male. Da bietest du ja allerhand nützlicher Tipps, wie man was machen kann. Ich bin eher ein Spontanblogger und mache es aus einem Hobby heraus. Wenn mir ein neues Thema eingefallen ist, dann wird es im Blog gebracht. Auch nutze ich gerne ältere Themen und frische sie auf, wenn es zum Beispiel ein Update eines OpenSource CMS gab und ich neue Informationen darüber habe.

    Ansonsten habe ich keinen wirklichen Blogplaner oder schreibe etwas im Kalender. Zum Bloggen muss ich mich nicht zwingen und poste nur, wenn ich die Lust darauf habe. Sicherlich kann man so auch wochenlang pausieren, weil es bequem ist. Das kommt aber selten vor und meistens blogge ich täglich, um so auf meinen etlichen Blogprojekten Content zu produzieren.

    Ich kann mich noch an die Anfänge meiner Blogger-Laufbahn vor 8 Jahren entsinnen. Da konnte man so viel bloggen wie man wollte, weil es eben um einen herum extrem viele neue Themen gab. Mit der Zeit und den Jahren verändert sich das recht schnell und man muss für ein neues Thema umso mehr recherchieren, was aber so auch ok ist.

Schreibe einen Kommentar

Die von Ihnen hier erhobenen Daten werden gemäß unserer Datenschutzerklärung zur Veröffentlichung Ihres Kommentars in unserem Blog verarbeitet.