FileZilla ist das bekannteste kostenlose FTP-Programm — und für die meisten Website-Betreiber der einfachste Weg, Dateien auf den eigenen Webspace zu bekommen. Ob du ein WordPress-Theme hochlädst, ein Backup ziehst oder eine kaputte Datei ersetzen musst: Mit einem FTP-Client wie FileZilla siehst du deinen Server wie einen zweiten Ordner auf deinem Rechner.
In diesem Artikel erfährst du, was hinter FTP steckt, wie du FileZilla einrichtest und warum du dabei möglichst immer SFTP statt klassischem FTP nutzen solltest.
Inhaltsverzeichnis
Was ist FTP?
FTP steht für File Transfer Protocol — ein Netzwerkprotokoll für die Übertragung von Dateien zwischen deinem Computer und einem Server. Das Protokoll ist eines der ältesten des Internets und stammt aus den Anfängen der Netzwerktechnik. Der Grund, warum es sich bis heute gehalten hat: Es macht genau eine Sache, und die macht es zuverlässig.
Technisch läuft eine FTP-Verbindung über zwei getrennte Kanäle. Über den Befehlskanal schickt dein FTP-Programm Anweisungen an den Server („zeig mir den Ordner", „lösche diese Datei"), über den Datenkanal laufen die Dateien selbst. Für dich als Anwender ist davon nichts zu sehen — du ziehst eine Datei per Drag-and-drop von links nach rechts, und der Client erledigt den Rest.
Um dich verbinden zu können, brauchst du vier Angaben:
| Angabe | Beispiel | Wo du sie findest |
|---|---|---|
| Server / Host | ftp.deinedomain.de | Kundenbereich, Bereich FTP-Zugänge |
| Benutzername | deinbenutzer | Kundenbereich, Bereich FTP-Zugänge |
| Passwort | — | Von dir vergeben |
| Port | 22 (SFTP), 21 (FTP/FTPS) | Abhängig von der Verbindungsart |
Bei checkdomain findest du Benutzername, Servername, verfügbare Ports und die möglichen Verbindungsarten im Kundenbereich unter Webhosting → FTP- & SSH-Zugänge. Das bestehende Passwort wird dort aus Sicherheitsgründen nicht angezeigt — wenn du es nicht mehr kennst, vergibst du einfach ein neues.
FTP, FTPS oder SFTP: der Unterschied
Diese drei Abkürzungen sehen ähnlich aus, sind aber nicht dasselbe. Der Unterschied entscheidet darüber, ob dein Passwort verschlüsselt übertragen wird oder nicht.
FTP ist die unverschlüsselte Urform. Benutzername, Passwort und Dateiinhalte gehen im Klartext über die Leitung. In einem fremden WLAN ist das ein echtes Risiko. Nutze FTP nur, wenn es keine Alternative gibt.
FTPS ist FTP mit einer TLS-Verschlüsselung obendrauf — dasselbe Verfahren, das auch Websites per HTTPS absichert. Läuft in der Regel weiter über Port 21, verschlüsselt aber die Verbindung.
SFTP steht für SSH File Transfer Protocol und ist trotz des ähnlichen Namens ein komplett eigenes Protokoll, kein „FTP mit Verschlüsselung". Die Verbindung läuft über einen SSH-Tunnel auf Port 22, und dabei werden sowohl die Zugangsdaten als auch die Dateien selbst verschlüsselt übertragen.
Die kurze Empfehlung: Wähle SFTP, wenn dein Tarif es anbietet, sonst FTPS. Unverschlüsseltes FTP ist die letzte Wahl.
Was ist FileZilla?
FileZilla ist ein kostenloser, quelloffener FTP-Client, der FTP, FTPS und SFTP unterstützt und für Windows, macOS und Linux verfügbar ist. Genau diese Kombination macht ihn für Hosting-Kunden so praktisch: ein Programm für alle drei Verbindungsarten, unabhängig vom Betriebssystem.
Die Oberfläche ist zweigeteilt. Links siehst du die Ordner deines Computers, rechts die deines Webspace. Dateien überträgst du per Drag-and-drop zwischen den beiden Fenstern. Im Servermanager (auch Site Manager) speicherst du Verbindungen dauerhaft ab, sodass du dich beim nächsten Mal mit einem Klick verbindest.
Neben der kostenlosen Version gibt es FileZilla Pro, das zusätzlich Cloud-Dienste wie Amazon S3, Google Drive oder Dropbox anbindet. Für den normalen Webhosting-Alltag brauchst du das nicht — die kostenlose Version deckt FTP, FTPS und SFTP vollständig ab.
Achtung beim Download: Lade FileZilla ausschließlich von der offiziellen Projektseite. Auf Download-Portalen kursieren Versionen, die zusätzliche Software mitinstallieren.
FileZilla installieren
- Öffne die offizielle FileZilla-Projektseite und wähle FileZilla Client (nicht Server — den brauchst du nur, wenn du selbst einen FTP-Server betreiben willst).
- Lade die Version für dein Betriebssystem herunter.
- Starte die Installation und lies die Schritte aufmerksam — deaktiviere angebotene Zusatzsoftware, falls welche vorgeschlagen wird.
- Starte FileZilla nach der Installation.
FileZilla einrichten: Verbindung anlegen
Du kannst dich über die Schnellverbindungsleiste ganz oben verbinden. Besser ist der Servermanager: Dort bleibt die Verbindung gespeichert, und du kannst die Verbindungsart sauber festlegen.
- Öffne Datei → Servermanager (Tastenkürzel Strg + S, unter macOS Cmd + S).
- Klicke auf Neuer Server und gib der Verbindung einen Namen, zum Beispiel den deiner Domain.
- Wähle im Feld Protokoll die passende Verbindungsart:
- SFTP – SSH File Transfer Protocol für eine SSH-verschlüsselte Verbindung
- FTP – File Transfer Protocol mit der Verschlüsselungsoption „Explizites FTP über TLS" für FTPS
- Trage bei Server den Hostnamen aus deinem Kundenbereich ein.
- Lass den Port frei, wenn du den Standardport nutzt (22 für SFTP, 21 für FTP/FTPS). Nur wenn dein Zugang einen abweichenden Port vorgibt, trägst du ihn hier ein.
- Setze die Verbindungsart auf Normal und trage Benutzername und Passwort ein.
- Klicke auf Verbinden.
Beim ersten Verbindungsaufbau per SFTP zeigt FileZilla den Hostschlüssel des Servers an und fragt, ob du ihm vertraust. Das ist normal. Bestätige die Meldung und setze das Häkchen, damit der Schlüssel gespeichert wird — taucht die Meldung später unerwartet wieder auf, ist das ein Warnsignal.
Nach dem Verbindungsaufbau siehst du rechts die Verzeichnisstruktur deines Webspace. Das Verzeichnis, in dem deine Website liegt, heißt je nach Hosting-Umgebung meist htdocs oder httpdocs. Dateien, die außerhalb dieses Verzeichnisses liegen, sind über den Browser nicht erreichbar.
Dateien hoch- und herunterladen
Navigiere links zu dem Ordner auf deinem Rechner und rechts zu dem Zielverzeichnis auf dem Server. Dann:
- Hochladen: Datei von links nach rechts ziehen — oder Rechtsklick → Hochladen.
- Herunterladen: Datei von rechts nach links ziehen — oder Rechtsklick → Herunterladen.
- Mehrere Dateien: mit Strg beziehungsweise Shift markieren und gemeinsam übertragen.
Unten siehst du die Warteschlange. Große Uploads laufen dort nacheinander ab; Dateien, bei denen etwas schiefgeht, landen im Reiter Fehlgeschlagene Übertragungen und lassen sich von dort erneut anstoßen.
Ein Hinweis, der viel Ärger spart: Ändere Dateien nach Möglichkeit lokal und lade sie dann hoch, statt sie direkt auf dem Server zu bearbeiten. So hast du immer eine funktionierende Kopie, falls etwas schiefgeht.
Typische Fehler und ihre Lösung
„Verbindung vom Server zurückgewiesen"
Meist stimmt die Kombination aus Protokoll und Port nicht. Prüfe, ob du SFTP mit Port 21 oder FTP mit Port 22 versuchst — die gehören nicht zusammen.
Login schlägt fehl, obwohl die Daten stimmen
Häufigste Ursache sind kopierte Leerzeichen am Anfang oder Ende von Benutzername und Passwort. Tippe die Daten testweise manuell ein. Wenn das Passwort tatsächlich nicht mehr passt, vergib im Kundenbereich ein neues.
Verbindung steht, aber die Verzeichnisliste bleibt leer
Das ist oft ein Problem mit dem Verbindungsmodus. Stelle unter Bearbeiten → Einstellungen → FTP von Aktiv auf Passiv um. Im aktiven Modus baut der Server die Datenverbindung zu dir auf, was Firewalls und Router regelmäßig blockieren.
Website zeigt nach dem Upload immer noch die alte Version
Prüfe zuerst, ob du wirklich im richtigen Verzeichnis gelandet bist — nicht daneben. Danach den Browser-Cache leeren.
Übertragung bricht bei großen Dateien ab
Manche Server trennen inaktive Verbindungen. Reduziere in den Einstellungen die Zahl gleichzeitiger Übertragungen und starte fehlgeschlagene Dateien erneut.
Sicherheitstipps für den FTP-Zugang
Ein FTP-Zugang ist ein Vollzugriff auf deine Website-Dateien. Entsprechend solltest du damit umgehen:
- Verschlüsselt verbinden. SFTP, ersatzweise FTPS. Unverschlüsseltes FTP nur, wenn es keine Alternative gibt.
- Eigene Zugänge für Dienstleister. Wenn eine Agentur Zugriff braucht, lege einen separaten Benutzer an, statt deine eigenen Daten weiterzugeben — und lösche ihn nach Projektende.
- Passwörter nicht im Klartext teilen. Nicht per Mail, nicht im Chat.
- Vorsicht beim Speichern im Client. FileZilla speichert Verbindungsdaten lokal. Auf einem geteilten Rechner ist das ein Risiko — nutze dort die Option, ein Master-Passwort zu setzen.
- Alte Zugänge aufräumen. Zugänge, die niemand mehr braucht, gehören gelöscht.
FAQ
Ist FileZilla kostenlos?
Ja. Der FileZilla Client ist quelloffen und kostenlos und unterstützt FTP, FTPS und SFTP. Kostenpflichtig ist nur FileZilla Pro, das zusätzlich Cloud-Speicherdienste anbindet.
Brauche ich für FileZilla ein Webhosting-Paket?
Um dich mit deinem Webspace zu verbinden, ja. FileZilla ist nur das Programm — die Zugangsdaten kommen von deinem Hosting-Anbieter.
Was ist der Unterschied zwischen FileZilla Client und FileZilla Server?
Der Client verbindet sich mit einem Server, um Dateien zu übertragen. Der Server macht deinen eigenen Rechner zum FTP-Server. Für Webhosting brauchst du ausschließlich den Client.
Welchen Port muss ich in FileZilla eintragen?
Standard ist Port 22 für SFTP und Port 21 für FTP und FTPS. Bei Standardports kannst du das Feld leer lassen; FileZilla wählt den passenden automatisch.
Gibt es Alternativen zu FileZilla?
Ja — WinSCP (Windows), Cyberduck (Windows und macOS) oder Transmit (macOS) sind gängige Alternativen. Funktional nehmen sie sich für den Webhosting-Alltag wenig.
Kann ich per FTP auch WordPress-Dateien bearbeiten?
Ja. FTP ist sogar der übliche Rettungsweg, wenn das WordPress-Backend nicht mehr erreichbar ist — etwa um ein fehlerhaftes Plugin per Umbenennen des Ordners zu deaktivieren.
E-Mail-Login, IP-Check & mehr: Unsere meistgesuchten Ratgeber
Millionen Nutzer greifen täglich auf ihr E-Mail-Postfach zu – und nicht immer klappt der Login auf Anhieb. In unseren ausführlichen Anleitungen zeigen wir dir, wie du dich problemlos bei Web.de einloggst, den Hotmail-Login meisterst oder schnell auf dein GMX.de-Postfach zugreifst – inklusive Hilfe bei Störungen und vergessenen Zugangsdaten. Ebenso häufig gefragt: „Wie ist meine IP?" Unser Ratgeber erklärt dir, wie du deine IP-Adresse in Sekunden herausfindest und was sie über deinen Internetanschluss verrät. Du möchtest eine neue E-Mail-Adresse erstellen? Wir erklären dir Schritt für Schritt, wie du ein professionelles Postfach einrichtest – ob privat oder geschäftlich. Und wer schnell etwas übersetzen muss, findet in unserem Guide zum Google Übersetzer die wichtigsten Tipps und Tricks. Ist Dein Facbook Konto gehackt? In unserem Artikel findest du alles, was du dazu wissen musst.