Facebook ganz privat – so schützt Ihr Eure Daten

Anfang Oktober war es soweit: Facebook verkündete, jetzt eine Milliarde Nutzer weltweit zu haben. Das soziale Netzwerk zieht immer mehr Menschen rund um den Globus an. Gleichzeitig werden immer wieder Stimmen laut, die vor der Datenkrake Facebook warnen. Doch wie bei so vielen Dingen im leben gilt auch bei Facebook: Es kommt darauf an, was man daraus macht – auch, wenn es um das Thema Datenschutz und Privatsphäre geht. Denn eine ganze Menge Dinge haben User auch selbst in der Hand. Deshalb zeigen wir Euch heute, wie Ihr mit ein paar Häkchen und Klicks einfach und schnell steuern könnt, was Facebook über Euch wissen darf und was lieber nicht.

Privatsphäre – nicht immer leicht zu finden

Etliche Milliarden Fotos, unzählige Informationen auch privatester Natur: Die Facebook-Nutzer laden monatlich unfassbar große Datenmengen hoch. Klar ist: Diese Daten werden in den Rechenzentren von Facebook gespeichert. Aber was dort mit ihnen passiert, ist leider deutlich weniger klar (mal abgesehen von der bekannten Tatsache, dass Facebook Eure Daten liebend gerne für Werbezwecke nutzt). In diesem sensiblen Bereich gibt sich Facebook äußerst zugeknöpft. Wer als Nutzer auf Nummer Sicher gehen will, kommt daher nicht darum herum, sich mit den Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook zu beschäftigen.

Der kleine Haken daran: Es gibt etliche Privacy-Einstellungen. Allerdings sind sie selbst für erfahrene Nutzer oft nur schwer zu entdecken, für Einsteiger sind sie somit quasi überhaupt nicht auffindbar. Manche Menschen behaupten, das wäre Absicht, um es den Usern so schwer wie möglich zu machen, ihre Daten zu kontrollieren. Sicherlich spielt aber auch die Entstehungsgeschichte von Facebook dabei eine Rolle. Das Netzwerk ist aus einer vergleichsweise einfachen Idee zunächst als kleines Projekt entstanden, doch dann explodierten die Nutzerzahlen innerhalb kürzester Zeit regelrecht. Aus Facebook wurde ein global agierender Konzern, der – je nach Land – die unterschiedlichsten rechtlichen Anforderungen erfüllen muss. Auch deshalb gleichen die Einstellungsoptionen mittlerweile einem Flickenteppich.

Screenshot: Sandra Cantzler

Erste Schritte: Alle, Freunde oder definierte Benutzer?

Der Weg zu mehr Privatsphäre beginnt mit einem Klick auf den Pfeil oben rechts auf Eurer Facebook-Startseite (oder auch auf dem Profil, das ist in diesem Fall egal). Geht dann auf den Punkt Privatsphäre-Einstellungen. Hier habt Ihr die Möglichkeit, zwischen den Einstellungen „Öffentlich“, „Freunde“ und „benutzerdefiniert“ zu entscheiden. Öffentlich bedeutet, alle können alles von Euch lesen – Eure Inhalte stehen dann weltweit und sogar für unregistrierte Nutzer im Netz zur Verfügung.

Mit der Einstellung „Freunde“ begrenzt Ihr die Sichtbarkeit auf Euren Facebook-Freundeskreis. Mehr Feintuning erlaubt „benutzerdefiniert“: Darüber lassen sich bestimmte Kontakte ein- oder auch ausschließen, es können also nur jeweils ausgewählte Personen einen Text, ein Foto oder auch ein Video von Euch sehen.

Screenshot: Sandra Cantzler

Das macht zum Beispiel Sinn, wenn Ihr Onkel, Tante, Oma und Opa das neueste lustige Bild Eures Sprößlings zeigen wollt. Ihr stellt dann sicher, dass es nicht in die falschen Hände geraten kann. Voraussetzung für die Nutzung dieser Einstellung ist im Prinzip aber, dass Ihr Eure Facebook-Freunde in Listen unterteilt habt. Wie das funktioniert, wird zum Beispiel hier erklärt.

Posten – tatsächlich ganz privat

Die gerade geschilderten Einstellungen waren wirklich erst die ersten Schritte. Wer es ernst meint mit dem Schutz seiner persönlichen Daten, kann noch wesentlich mehr tun. Zum Beispiel kann bei jedem einzelnen Post entschieden werden, für wen dieser zu sehen sein soll – auch hier kommen dann wieder die Freundeslisten zum Einsatz. Solltet Ihr es ganz privat mögen: Ihr könnt auch Posts verfassen, die nur Ihr allein sehen könnt…

Screenshot: Sandra Cantzler

Den Freundeskreis begrenzen

Wer Facebook intensiv nutzt bzw. viele Freunde hat, wird schnell feststellen: Wo viele Kontakte sind, kommen sehr schnell noch viel mehr Kontakte dazu. Denn es gibt laufend Anfragen von Menschen, die man nicht persönlich geht, die aber aus was für Gründen auch immer mit einem befreundet sein wollen. Wer auf diese Anfragen keine Lust hat, kann sie zumindest etwas eingrenzen.

Screenshot: Sandra Cantzler

Auch dafür müsst Ihr wieder in den Bereich Privatsphäre-Einstellungen gehen. Scrollt runter zur Option „Funktionsweise von Verbindungen“ und klickt dann auf „Bearbeiten“. Hier habt Ihr jetzt die Möglichkeit, zwischen „Alle“, „Freunde“ oder „Freunde von Freunden“ auszuwählen. Anfragen ganz abszustellen geht (leider) nicht, da das dem Netzwerk-Prinzip von Facebook widersprechen würde.

Persönliche Infos geschützt vor fremden Blicken

Um Facebook richtig nutzen zu können, muss man registriert sein. Was vielen Usern aber nicht klar ist: Sehr viele persönliche Infos auf Facebook sind auch für nichtregistrierte Nutzer sichtbar. Um das zu verhindern bzw. nur die Daten preiszugeben, die Ihr möchtet, muss die Auffindbarkeit entsprechend eingestellt werden.

Standard ist derzeit: Über die Suche kann jeder Nutzer gefunden werden – macht ja auch Sinn in einem sozialen Netzwerk. Aufrufbar sind dann alle öffentlichen Informationen wie Name, Geschlecht und das Profilbild. Habt Ihr Posts als „öffentlich“ publiziert, sind auch diese für alle zu sehen. Ratsam ist deshalb auch in diesem Zusammenhang die Einstellung „Freunde“. Dann können Fremde und Nicht-Registrierte diese Posts nämlich schon mal nicht sehen.

Außerdem könnt Ihr noch einmal auf die Option „Funktionsweise von Verbindungen“ gehen. Hier könnt Ihr die Auffindbarkeit einschränken, indem Ihr zum Beispiel nicht über Eure E-Mail-Adresse und Eure Mobilnummer gefunden werden könnt.

Fotos und Filme: Nicht jeder muss alles von Dir sehen

Zum Schluss noch ein paar Tipps zu dem Thema, das beim Thema Privatsphäre am häufigsten auftaucht: Wie kann ich verhindern, dass Fotos und Videos von mir/meinen Freunden/meiner Familie ungewollt den Weg durch das Netz machen? Klar, man kann solche Posts ganz lassen, um auf der absolut sicheren Seite zu sein. Aber in der Regel ist man ja in einem sozialen Netzwerk, um Infos auszutauschen. Deshalb ist es auch hier wieder sinnvoll, die Privatsphäre-Einstellungen entsprechend zu definieren. Das funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie bei den geposteten Texten.

Screenshot: Sandra Cantzler

Tipp: Die Einstellungen lassen sich auch im Nachhinein ändern – das kann hilfreich sein, wenn Euch beispielsweise ein Bild oder ein Video plötzlich doch peinlich vorkommt. Dafür geht Ihr auf Eurer Chronik in den Bereich Fotos. Ihr bekommt dann eine Übersicht über alle Fotos, die Ihr auf Facebook hochgeladen habt (auch mobil). Bei einzeln hochgeladenen Bildern auf Eurer Pinnwand müsst Ihr jedes Bild einzeln aufrufen, auf „Bearbeiten“ gehen und dann die jeweils passende Privatsphäre-Einstellung anklicken. Bei Alben könnt Ihr das für das gesamte Album tun.

Und damit wäre der Einstieg in ein etwas privateres Facebook-Dasein geschafft. Natürlich könnt Ihr noch viel mehr tun, um Eure Daten besser zu schützen – die regelmäßige Kontrolle der angewendeten Facebook-Apps wäre in diesem Zusammenhang auch noch ein Thema. Was aber auf jeden Fall wichtig ist: Die Einstellungen anzupassen ist eine Sache – beim Posten lieber einmal mehr nachzudenken eine andere…

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