SEO für Anfänger – 10 Dinge, die jeder SEO Anfänger unbedingt beachten sollte

Unter Suchmaschinenoptimierung (engl.: Search Engine Optimization, Abkürzung: SEO) versteht man klassischerweise alle Maßnahmen, um die Rankings der eigenen Webseite in den Suchergebnissen der Suchmaschinen zu verbessern. Die technische Optimierung erfolgt dabei auf den Seiten selbst und wird als OnPage Optimierung bezeichnet.

In diesem Artikel zeigen wir Euch zehn wichtige Maßnahmen, die jeder SEO Anfänger unbedingt kennen sollte.

Voraussetzungen schaffen: Wie wird gesucht?

Um besser in den Suchmaschinen gefunden zu werden, solltet Ihr Euch zunächst Gedanken darüber machen, wofür Ihr gefunden werden möchtet. Verkauft Ihr mit Eurer Webseite Produkte oder Dienstleistungen? Oder besitzt Ihr einen Blog, dessen Inhalte besser gefunden werden sollen?

Die Optimierung von Seiten kann anhand von zentralen Schlüsselbegriffen (Keywords) ausgerichtet werden. Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Keywords auf einer Seite unterzubringen. Vielmehr ist es wichtig, dass das Thema (das Keyword) so auf der Seite präsentiert wird, dass der Besucher genau die Information erhält, wonach er gesucht hat.

1. Keywords und Themen definieren

  • Macht Euch eine Excel-Liste mit allen Seiten Eurer Webseite.
  • Definiert für jede Seite ein Hauptkeyword.
  • Sucht für jedes Hautpkeyword nach passenden Fragen, die sich ein Nutzer zu diesem Thema stellen könnte.
  • Versucht anschließend, mit Eurem Content (Bildern, Text, Video etc.) diese Fragen bestmöglichst zu beantworten.

Voraussetzung fürs Ranking: Erreichbarkeit und Crawlbarkeit

Damit eine Webseite in den organischen Suchergebnissen gelistet werden kann, muss sie zunächst von der Suchmaschine gecrawlt und indexiert werden. Google und andere Suchmaschinen verwenden dafür sogenannte Bots, auch Spider oder Crawler genannt. Diese Programme arbeiten sich durch das Web und lesen die Webseiten aus. Dabei folgen sie den Verlinkungen und hangeln sich so von Seite zu Seite.

Je besser Ihr dem Googlebot Eure Inhalte bereitstellt, desto leichter hat er es, die Seiten zu crawlen und zu indexieren.

Es gibt einige wichtige Dateien, womit das Crawling und die Indexierung gesteuert werden können z.B.:

2. robots.txt

Die robots.txt ist eine einfache Textdatei, die dem Googlebot zeigt, welche Verzeichnisse der Seite er crawlen darf und welche nicht. Bevor der Googlebot auf eine Seite kommt, ruft er die robots.txt-Datei ab. Die einfachste Form der robots.txt sieht so aus:

User-agent: *

Der Platzhalter * besagt, dass alle Anweisungen innerhalb der Datei für alle Bots gelten. Steht danach nichts mehr, dürfen alle Bots alle Bereiche der Webseite crawlen. Hinweis: Mit Hilfe der robots.txt können auch bestimmte Bots gesperrt werden.

So erstellt und hinterlegt Ihr eine robots.txt-Datei:

  1. Startet einen Texteditor und hinterlegt im Textdokument entsprechenden Anweisungen für die Bots.
  2. Speichert die Datei mit dem Namen robots.txt ab.
  3. Ladet die Datei auf dem Server ins Hauptverzeichnis (root) der Domain. Die robots.txt sollte dann zum Beispiel so abrufbar sein: http://www.eureseite.de/robots.txt

3. sitemap.xml

Die Sitemap.xml ist eine Datei im XML-Format, bei der es sich um eine maschinenlesbare Auflistung aller URLs einer Webseite handelt. Diese Datei kann dazu verwendet werden, um Google auf alle wichtigen URLs Eurer Webseiten hinzuweisen.

Eine Sitemap.xml ist immer ähnlich aufgebaut:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">
<url>
<loc<http://www.meineseite.de.de/seite1.html</loc>
<priority<1.02016-04-01</lastmod>
</url>
</urlset>

Am Anfang der Datei wird auf die verwendete XML-Version sowie die Codierung verwiesen.

Viele Content Management Systeme (CMS) wie WordPress, TYPO3 oder auch manche Shopsysteme verfügen über einen integrierten Sitemap-Generator. Sobald Eure Sitemap.xml erstellt wurde, könnt Ihr diese in der Google Search Console hochladen. Eine ausführliche Anleitung zu Sitemap.xml findet Ihr auch hier.

Tipp: Ein umfangreiches Tutorial zur Indexierbarkeit findet Ihr auf OnPage.org.

4. & 5. Title und Description optimieren

Beim Meta Title handelt es sich um den Titel eines HTML-Dokuments. Er gibt in kurzer Form eine Zusammenfassung des Inhalts wieder. Der Seitentitel wird in den Kopfdaten des Dokumentes notiert. Er darf im gesamten Dokument nur ein Mal vorkommen und sollte einzigartig sein.

Die Bedeutung des Meta Titles für die Suchmaschinenoptimierung ist sehr hoch. Er gilt neben dem Content als eins der wichtigstes Rankingsignale und sollte mit Bedacht gewählt werden. Bei der Erstellung eines Meta Title sind folgende Aspekte sehr wichtig:

Er sollte

  • den Content kurz und prägnant beschreiben
  • die wichtigsten Keywords aufweisen
  • nicht mehr als 70 Zeichen beinhalten
  • zum Klicken animieren und
  • einzigartig sein.

Die Description ist nicht rankingrelevant, allerdings kann damit die Klickrate erhöht werden. Denn je ansprechender die Description formuliert wird, desto besser ist die Chance, dass ein Nutzer auf das Suchergebnis klickt. Die Länge beträgt maximal 155 Zeichen.

Nehmen wir als Beispiel die Seite: https://www.checkdomain.de/ssl/zertifikat/ssl-lite/. Im Quelltext finden wir den Title innerhalb des-Bereichs ganz oben. Die Description ist unten zu finden.

<!doctype html>
<html lang="de">
<head>
<title>Positive-SSL – das SSL-Zertifikat für kleine Webseiten</title>
<meta charset="ISO-8859-1">
<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=ISO-8859-1" />
<meta http-equiv="content-language" content="de" />
<meta http-equiv="imagetoolbar" content="false" />
<meta name="description" content="Vertrauen im Internet schaffen ist nicht so schwer wie es scheint. Sichern Sie sich Ihr Positive-SSL Zertifikat und stärken Sie das Vertrauen Ihrer Kunden." />

Bei Google wird das Suchergebnis demnach so angezeigt:

Das SERP Snippet der checkdomain SSL-Seite

Abbildung 1: Suchtreffer in der organischen Google-Suche.

6. Interne Verlinkung + Navigation

Eine Webseite besteht üblicherweise aus mehreren, fallweise sogar aus tausenden Unterseiten. Damit sich die Nutzer und Suchmaschinenbots in Eurem Webangebot zurechtfinden, sollte die interne Verlinkung optimiert werden. Dabei handelt es sich um Links, die innerhalb einer Webseite auf andere Unterseiten verweisen.

Um Besuchern und Crawlern nicht unnötig viel Arbeit zu machen, sollte die Hierarchie der Webseite möglichst flach gehalten werden. Ein Nutzer sollte in der Regel nicht mehr als 3 Klicks benötigen, um von jeder Stelle der Seite zum gewünschten Ziel oder der gewünschten Information zu gelangen.

Hands-On Tipps für die interne Verlinkung

  • Verwendet am Besten das Hauptkeyword der entsprechenden Zielseite im Linktext.
  • Verwirrt Suchmaschinen nicht mit identischen oder sehr ähnlichen Linktexten für verschiedene Zielseiten.
  • Verwendet eine Breadcrumb-Navigation, über die Besucher oder Crawler die Möglichkeit haben, den Weg zurück zur Einstiegsseite zu finden oder andere Ebenen der Webseite schnell zu erreichen.
  • Entfernt Links auf weitergeleitete oder nicht mehr erreichbare (404, 500) Seiten schnellstmöglich.

7.+ 8. Duplicate Content: Canonical Tags und Weiterleitungen

Duplicate Content (dt. Doppelter Inhalt) entsteht immer dann, wenn identische Inhalte über verschiedene URLs erreichbar sind. Um internen Duplicate Content vorzubeugen, bietet es sich an, die Seitenhierarchie genau zu planen. So lassen sich im Vorfeld bereits mögliche Quellen für doppelte Inhalte ermitteln.

Technische Gründe für doppelte Inhalte liegen zum Beispiel vor, wenn eine Webseite mit www. und ohne www. die gleichen Inhalte ausliefert. Ebenso ist Duplicate Content möglich, wenn die https-Version gleichen Content liefert wie die http-Version.

Darüber hinaus kann Duplicate Content auch entstehen, wenn Ihr in einem Shop zum Beispiel ein Produkt in mehreren Kategorien abgespeichert habt und für das gleiche Produkt mehrere URLs verfügbar sind.

Tipps zum Umgang mit Duplicate Content::

  1. Richtet Weiterleitungen über die .htaccess-Datei ein: Diese Datei wird überwiegend für Apache-Server verwendet und gibt an, welche Regeln der Server vor dem Abruf der Seite befolgen soll. In dieser Datei kann beispielsweise festgelegt werden, dass die Seiten-Version ohne www. auf die Version mit www. umgeleitet wird.
    Da sich vor allem Anfänger nicht ohne Vorkenntnisse an die Bearbeitung der .htaccess wagen, findet Ihr in diesem Tutorial von OnPage.org alle wichtigen Hinweise zur .htaccess-Datei.
  2. Canonical Tags: Bei einem Canonical Tag handelt es sich um ein Meta Element im HTML-Quelltext. Mit diesem Tag wird von einer Webseite auf deren Original-URL verwiesen. Wenn es keine Original-Quelle gibt, verweist eine Seite mit dem Canonical Tag auf sich selbst.
    Beispiel:
    Zwei identische Seiten: www.seite.de/original und www.seite.de/kopie auf www.seite.de/kopie wird folgender Code eingefügt:

    <link rel="canonical" href="http://www.seite.de/original">

9. Überschriftenstruktur

Im Quellcode einer Webseite werden Überschriften mit sogenannten „h Tags“ ausgezeichnet. Jedes HTML-Dokument sollte über genau eine h1-Überschrift verfügen. Darin verwendet Ihr am besten das zentrale Keyword der entsprechenden Seite.

Beachtet bei der Verwendung der h Tags, dass sie in logischer Abfolge (h1, h2, h3,…) auftreten. Alle Headlines außer der h1-Überschrift können dabei mehrfach auftreten.

Hinweis: Es ist empfehlenswert, das Hauptkeyword in den weiteren Überschriften thematisch zu erweitern oder sogenannte „Nebenkeywords“ zu verwenden.

Beispiel: Unterseite www.meineseite.de/domainwechsel


<h1>Domainwechsel leicht gemacht</h1>
<h2>So kannst Du Deine Domain wechseln</h2>
<h3>Kosten für eine neue Domain</h3>

10. Bilder mit Title und Alt Tags auszeichnen

Bilder werden gerne bei der Optimierung von Webseiten unterschätzt. Dabei zählen sie ebenso wie der Text zu den wichtigen Content-Elementen. Grafiken verfügen über zwei wichtige Tags, die Ihr mit wenigen Handgriffen optimieren könnt: Alt und Title Tags.

Alt Tags (Abkürzung für „Alternative Tags“) dienen dazu, einen Text anzuzeigen, wenn ein Bild aus technischen Gründen von einem Browser nicht dargestellt werden kann. Darüber hinaus werden die Alt Tags von Lesegeräten für blinde Nutzer ausgelesen, um Bildinhalte wiedergeben zu können. Auch Suchmaschinencrawler ziehen diese Tags heran, um Bildinhalte interpretieren zu können. Wenn Ihr Alt Tags verwendet und optimiert, helft Ihr damit nicht nur den Nutzern, sondern auch Suchmaschinencrawlern.

Hands-On Tipps für Alt Tags:

  • Beschreibt ein Bild mit Hilfe des Alt Tags so kurz, aber so genau wie möglich.
  • Versucht dabei das Hauptkeyword in den Text einzubinden.
  • Verwendet einzigartige Beschreibungen für die Bilder.

Der Title Tag wird immer dann angezeigt, wenn ein Nutzer mit der Maus über das Bild fährt. Wenn Bilder verlinkt sind, könnt Ihr mit dem Title Tag zum Beispiel einen Hinweis auf das Linkziel geben oder auch wichtige Zusatzinformationen zum Bild hinterlegen. Ebenso wie der Alt Tag können die Meta Angaben von Title Tags von Suchmaschinen ausgelesen werden.

Fazit

Wer sich zum ersten Mal mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigt, kann schnell überfordert sein. Deshalb haben wir in diesem Beitrag die Basics in aller Kürze zusammengestellt. Für einen dauerhaften und nachhaltigen Erfolg im Web solltet Ihr bei der Suchmaschinenoptimierung jedoch stets am Ball bleiben. Das Internet und damit auch seine Nutzer entwickeln sich kontinuierlich weiter. Nur wer sich auch weiterbildet und sein Webangebot stets an die neuen Anforderungen anpasst, sorgt damit für nachhaltigen Weberfolg.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim erfolgreichen Optimieren!

Über die Autorin

Eva Wagner von onpage.org
Eva Wagner ist Superhero im Online Marketing Team von OnPage.org, dem Softwareanbieter von innovativen Tools für bessere Webseiten. Nach Ihrem Studium der Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften an der Universität Konstanz arbeitete Sie bereits zwei Jahre im Online Marketing bei der getmobile GmbH.

Bildquelle: varijanta / 123RF Lizenzfreie Bilder

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