How to: Druckdaten richtig anlegen

Viele von Euch betreiben eine Webseite, einen Blog oder einen Online-Shop und bewerben diese(n) online. Das macht für Online-Angebote ja auch durchaus Sinn. Habt Ihr dennoch schon mal daran gedacht, Euer Internetprojekt zusätzlich in der Offline-Welt mit Werbemitteln wie Flyern oder Aufklebern zu promoten? Tatsächlich  erreicht Ihr damit möglicherweise noch einmal ein völlig neues Publikum. Die größte Herausforderung ist dabei für „Druckneulinge“ das Anlegen der korrekten Druckdaten. Doch keine Sorge, mit ein paar Profi-Tipps sind die verschiedenen Anforderungen in Sachen Format, Datei & Farben viel leichter zu verstehen als viele denken.

Unsere nachfolgenden Tipps haben wir mit Cornelia Hell von PrintCarrier.com, einer renommierten Online-Druckerei, zusammengetragen. Durch Ihr Expertenwissen bekommt Ihr schnell ein Gespür für die Grundbegriffe und erhaltet wichtige Hinweise für Eure perfekte Druckdatei. Ein optimales Ergebnis kann mit Hilfe unserer Checkliste dann zumindest nicht mehr an den fehlerhaften Druckdaten scheitern.

Immer das richtige Format anlegen

Zugegeben, beim Format müsst Ihr etwas um die Ecke denken – was bei ausgefallenen Flyerformaten durchaus auch mal etwas komplizierter sein kann. Wichtig ist zu entscheiden, welche Größe Euer Endprodukt haben soll.

Welches Format muss ich bestellen?

Hierbei wird zwischen dem offenen und dem geschlossenen Endformat unterschieden. Das offene Endformat ist, wie der Name bereits verrät, das Format, welches entsteht, wenn Ihr Eurer Endprodukt komplett aufklappt.

„Stellt Euch einfach ein DIN A4-Heft vor. Klappt Ihr dieses auf, liegt vor Euch ein DIN A3 Bogen – das wäre in diesem Fall das offene Endformat.“

Das geschlossene Endformat bezeichnet die letztendliche Größe Eures gewünschten Produktes. Dieses Format gebt Ihr in der Regel auch bei der Bestellung an. Bezogen auf das zuvor genannte Beispiel wäre das dann also DIN A4.  Falls Ihr Euch unsicher seid, welches DIN-Format Euer Produkt hat, schnappt Euch das Lineal zum ausmessen und schaut anschließend in dieser Tabelle nach, welches Datenformat Ihr bei der Bestellung angeben müsst.

Welches Format muss ich anlegen?

Habt Ihr Euch für ein Endformat entschieden, geht es darum die Datei im richtigen Format am PC anzulegen – die sogenannte Datenformat-Datei. Diese muss immer im Endformat zuzüglich der Beschnittzugabe angelegt werden. Das heißt, dass über den eigentlichen Rand hinaus ein gefüllter Bereich notwendig ist. Wichtig ist, dass dieser Bereich mit der Hintergrundfarbe oder der jeweiligen Grafik gefüllt ist. Dadurch kann gewährleistet werden, dass beim Beschnitt während des Druckvorgangs keine unschönen weißen Ränder an der Schnittkante entstehen.

Texte, Bilder und Logos solltet Ihr generell immer mindestens drei Millimeter vom Rand des Endformats entfernt platzieren, damit diese beim Beschnitt nicht beschädigt werden. Damit auch die Leserichtung übereinstimmt, muss überprüft werden, ob das Layout und die Datei gleich ausgerichtet sind. Ansonsten kann es passieren, dass nachher die Rückseite auf dem Kopf steht.

„Möchtet ihr beispielsweise einen A6 Flyer drucken, so ist das Endformat 105 x 148 mm. In der Regel sind für ein perfektes Ergebnis umlaufend 2mm Beschnittzugabe notwendig. Euer Datenformat ist dann also 109 x 152 mm. Informiert Euch bezüglich der Maße der Beschnittzugabe & des Sicherheitsabstandes aber vorab immer nochmal in der jeweiligen Produktbeschreibung. Merkt Euch außerdem, dass alle Seiten entweder im Hoch- ODER Querformat angelegt werden sollen.“
Beispiel von Beschnittmarken eines A6-Flyers
Beispiel von Beschnittmarken eines A6-Flyers

Farben, die strahlen

Damit Eure Produkte auch in gewünschter Qualität strahlen und die Farben entsprechend gedruckt werden, sind bereits beim Anlegen Eurer Druckdaten einige wichtige Faktoren zu beachten.

Generelle Unterschiede: CMYK oder RGB

Im RGB-Farbraum werden Wahrnehmungen aus den Farben Rot, Grün und Blau nachgebildet. Ihren Einsatz finden die RGB-Farben beispielsweise auf TV-Geräten oder Computermonitoren.

Druckprodukte werden generell im CMYK-Modus angelegt. Beim Vierfarbdruck werden die Farben aus Cyan, Magenta, Yellow und Black zusammengesetzt und Ihr erhaltet die beste Farbtreue. Die jeweilige Farbe werden in Prozent in den Kanälen Cyan, Magenta, Yellow & Key (Schwarz) eingestellt. Bedenkt bitte: Auch wenn Ihr Eure Datei im CMYK-Modus anlegt, kann das endgültige Farbergebnis im Druck von den Farben auf Eurem PC-Bildschirm leicht abweichen.

Schwarz wie die Nacht

Ein tiefdunkles Schwarz zu drucken ist schwieriger als es vermuten lässt. Hierbei wird unterschieden, ob Ihr einen schwarzen Text oder eine Farbfläche braucht.

„Möchtet Ihr schwarze Texte auf Eurem Produkt, erhaltet Ihr mit einem reinen Schwarz (100% im K-Kanal) das optimale Ergebnis. Bei einer schwarzen Fläche empfiehlt sich eine Mischung der CMYK-Anteile (60/60/60/100).“

Die richtige Auflösung

Die Auflösung Eurer Druckdatei wird in dpi (dots per inch) angegeben. Euer Bild wird im Laufe des Druckprozesses gerastert. Für eine entsprechend feine Rasterung braucht Ihr eine gewisse Mindestanforderung. Hierbei wird unterschieden, ob die Grafiken später auf PC-Bildschirmen, Plakaten oder beispielsweise auf Flyern zu sehen sind. Am PC wird in der Regel eine Auflösung von 72dpi verwendet – was für den Druck viel zu gering wäre.

Die Mindestanforderungen werden je nach Printprodukt unterschieden. Möchtet Ihr beispielsweise einen Flyer drucken, der von Nahem betrachtet wird, braucht ihr mindestens eine Auflösung von 300dpi. Größere Poster oder Plakate werden normalerweise mit einem gewissen Abstand angeschaut, hier ist eine Auflösung von 240dpi ausreichend.

„Als Faustregel könnt Ihr Euch merken: Je höher die Auflösung der Druckdatei, desto feiner und detaillierter ist das letztendliche Druckergebnis. Bitte legt Eure Datei von Anfang an in der richtigen Auflösung an. Spätere Anpassungen oder Skalierungen können zu erheblichen Qualitätseinbußen führen.“

Schriften immer einbetten

Wie bereits oben erwähnt, solltet Ihr Schriften immer mit mindestens drei Millimeter Abstand vom Seitenrand einbauen. Außerdem ist es wichtig, dass Ihr die Schriften direkt in das Dokument einbettet. Nicht auf jedem Computer sind alle Schriften vorhanden und so stellt Ihr sicher, dass Eure gewünschte Schrift in bester Qualität gedruckt wird. Viele Software-Anwendungen (zum Beispiel Adobe InDesign) integrieren die ausgewählten Schriften automatisch in der Datei.

„Entscheidet Euch je nach Druckprodukt für eine gut lesbare und ausreichend große Schriftart. Bei der Schriftfarbe solltet Ihr stets auf einen angenehmen Kontrast zum Hintergrund achten.“

Speichern der Datei

Ihr habt es fast geschafft – Eure Druckdaten sind so gut wie fertig. War doch gar nicht so schwer, oder? Der vorerst finale Schritt ist das speichern Eurer Datei. Bitte kontrolliert vorher nochmal alle oben genannten Punkte und die Rechtschreibung. Reduziert anschließend alle Ebenen auf eine Hintergrundebene. Benennt die Datei bitte eindeutig und speichert diese unbedingt in einem geschlossenen und nicht mehr bearbeitbarem Format. Dazu gehören PDF, PG, TIFF, EPS & PS.

Checkliste

Alle wichtigen Punkte nochmal auf einen Blick:

  • Auswahl des geschlossenen Endformates
  • Die Datenformat-Datei immer mit Beschnittmarken anlegen
  • Texte, Bilder & Logos mindestens drei Millimeter vom Rand entfernt platzieren
  • Durchgängig im Hoch- oder Querformat anlegen
  • Druckdateien immer im CMYK-Modus anlegen
  • Grafiken mit einer Auflösung von mindestens 300dpi anlegen
  • Schriften müssen immer eingebettet werden
  • Druckdatei immer als geschlossenes Format speichern

Mit unseren Tipps steht der Produktion Eurer Offline-Werbemittel nichts mehr im Wege. Und Ihr werdet sehen – zweimal angelegt und die Anforderungen sitzen wie das kleine 1×1.

Cornelia Hell

Unsere Expertin

Cornelia Hell ist im Online Marketing Team von PrintCarrier.com tätig. Sie ist für alles, was Content und Social Media angeht, verantwortlich. Neben der Unterstützung des SEO-Teams betreut sie mit großer Freude den firmeninternen Blog & Co.

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