Reine Spekulation? Wie sich mit Domains Geld verdienen lässt

Viel Geld verdienen und dafür wenig tun: Mit diesem Ziel starten viele Einsteiger in den Domainhandel. Aber lassen sich mit Domain-Spekulation wirklich noch die ganz großen Summen verdienen? Und wie funktioniert das überhaupt genau mit dem Domainhandel? Wo kann ich Domains anbieten und woher weiß ich, wie viel eine Domain wert ist? Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen gibt es in diesem Blogbeitrag.

Domains als Spekulations-Objekt

Es gab und gibt sie tatsächlich: Domains, mit denen sich Millionenbeträge verdienen lassen. Dabei gilt die Regel „Je kürzer der Name, desto wertvoller“. Ebensfalls wertsteigernd ist die Endung .com, die nach wie vor allen anderen Top Level Domains (TLD) den Rang abläuft. .com-Domains mit drei Zeichen werden im Millionenbereich gehandelt und sind aktuell besonders in China nachgefragt. Experten gehen davon aus, dass aufgrund des knappen Angebots die Preise in Zukunft weiter anziehen werden.

Offiziell die teuerste .de-Domain: kredit.de

Im siebenstelligen Bereich soll sich der Preis für die teuerste .de-Domain bewegen. Welche das ist und wem sie gehört, wissen wir leider nicht – denn bei Domain-Deals, die sich jenseits der Millionengrenze bewegen, gibt es meist ein Verschwiegenheitsabkommen aller Beteiligten. Entsprechend listet das Ranking der Top-.de-Domains der Domain-Handelsplattform Sedo auch nur die teuersten veröffentlichten .de-Deals auf. Da liegt kredit.de mit 892.500 Euro auf Platz 1, gefolgt von aktien.de (500.000 Euro) und software.de (235.025 Euro).

Grundsätzlich ergeben sich Gewinne derzeit eher aus der Masse an verkauften Domains als aus spektakulären Einzelverkäufen. Sprich: Der Traum vom schnellen, leicht verdienten Geld ist mit Domains kaum noch zu verwirklichen. Stattdessen ist Fleißarbeit gefragt, um viele Domains zu vergleichsweise niedrigen Preisen an den Interessenten zu bringen.

Gute Gewinnaussichten plus niedrige Einstiegshürden

Derzeit wächst die Zahl der registrierten .de-Domains um ca. 150.000 pro Jahr. Viele davon werden tatsächlich für eine Webseite genutzt – viele aber auch als Handelsobjekt gesichert. Denn auch wenn der Goldrausch vorbei ist und es nur noch sehr wenige Domains gibt, mit denen Höchstpreise erzielt werden können, gilt der Markt noch immer als attraktiv.

Zudem erfordert das Spekulieren mit Domains nur einen geringen Kapitaleinsatz. Mit ein paar Euros im Jahr ist man bei allen Webhostern dabei. Selbst wenn sich eine Domain entgegen der ursprünglichen Einschätzung als Ladenhüter entpuppt, halten sich die Verluste also in Grenzen.

Alternative zum Domainverkauf: Domains parken

Das Prinzip des Domainhandels ist klar: Domains, die eine Wertsteigerung versprechen, registrieren und mit Gewinn weiterverkaufen. Neben dem Domainhandel lässt sich aber auch mit dem sogenannten Domain-Parking Geld verdienen. Dabei wird auf ungenutzten Domains anstelle des Hinweises „Hier entsteht demnächst…“ thematisch zum Domainnamen passende Werbung eingeblendet, kombiniert mit einer Anzeige, dass die Domain zum Verkauf steht.

In der Praxis funktioniert das Domain-Parking so: Die Werbe-Links werden von spezialisierten Parking-Providern zur Verfügung gestellt, die dafür wiederum auf einen Anzeigenpool ihrer Werbepartner wie etwa Google zurückgreifen. Damit die Klickrate steigt und die Werbelinks auf die Zielgruppe ausgerichtet werden können, setzen Domain-Parking-Anbieter in der Regel ein Keyword in Anlehnung an den Domainnamen fest.

Klickt ein Besucher der geparkten Seiten auf einen Werbelink, zahlt das werbende Unternehmen dafür. Den durch den Klick generierten Erlös teilt sich der Seiteninhaber mit dem Domain-Parking-Anbieter sowie dem Werbepartner.

Domain-Parking-Anbieter finden

Ihr möchtet eine Domain parken, wisst aber nicht wo? Kein Problem – eine große Zahl von professionellen Anbietern hilft euch gerne dabei,  aus Eurer stillgelegten Seite finanziell etwas herauszuholen. Europaweiter Platzhirsch ist Sedo, weitere Dienstleister sind zum Beispiel  Domainsponsor und Namedrive.

Über den jeweiligen Anbieter könnt Ihr Templates für die Gestaltung Eurer geparkten Seite nutzen, die sich in unterschiedlichen Abstufungen individualisieren lassen. Meistens wird das Domain-Parking als eine Übergangslösung genutzt. Sedo und Co. bieten deshalb entsprechend auch Möglichkeiten zum Verkauf der Domain an.

Das Domain-Parking beschert Euch vermutlich keine Reichtümer, kann sich aber durchaus auszahlen.  Auf der einen Seite verdient Ihr damit Geld durch Werbung. Auf der anderen Seite erhöhen sich die Chancen auf einen guten Verkauf. Statistiken zeigen, dass geparkte, online-erreichbare Domains sich doppelt so schnell verkaufen wie Offline-Domains.

Domains verkaufen – wie und wo?

Genau genommen geht es beim Domainhandel nicht um einen Verkauf, sondern um die „Übertragung der Inhaberschaft“. Da eine Domain ein rein ideelles Gut ist, wechseln lediglich die Rechte am Domainnamen den Besitzer. Solange Ihr Marken- und Namensrechte berücksichtigt, könnt Ihr mit jeder Domain in den Handeln einsteigen.

Aber: 100 Domains kaufen und dann abwarten, dass sich potenzielle Käufer per Mail bei einem melden? Kann man natürlich machen, verspricht aber keine allzu hohen Erfolgschancen. Der gängigste und einfachste Weg führt auch beim Domainhandel über einschlägige Plattformen wie Sedo.

Ursprünglich als „Search Engine for Domain Offers“  – also als „Suchmaschine für Domainangebote“ gestartet, ist das Unternehmen heute die weltweit größte Online-Plattform für den Handel mit Webadressen. Aktuell sind dort mehr als 18 Millionen Domains und 2 Millionen Kunden gelistet. Neben dem Domain-Marktplatz bietet Sedo weitere Dienstleistungen wie Domain-Parking und professionelle Wertgutachten an. Übrigens könnt Ihr ganz einfach und vollautomatisch Eure bei uns registrierten Domains über den checkdomain-Kundenbereich bei SedoMLs verkaufen.

30 Euro oder eine halbe Million: Wie viel wert ist eine Domain?

Diese Frage ist gar nicht so leicht zu beantworten, hängt das Ergebnis doch von vielen Faktoren ab. Zahlreiche Onlinetools- und Webseiten u.a. auch Sedo bieten die Erstellung eines Gutachtens zum Wert einer Domain als Dienstleistung an. In ihren genauen Kriterienkatalog lassen sich die Anbieter jedoch meistens nicht schauen, was zu unterschiedlichen Bewertungen führen kann.

Die folgenden Faktoren beeinflussen den Wert einer Domain:

  1. Name und Länge der Domain: Je kürzer und prägnanter, desto wertvoller. Außerdem sollte die Domain (falls möglich) aus nur einem Wort bestehen.
  2. Domainendung: Klassiker wie .com sind deutlich lukrativer als unbekannte Endungen, aber eben auch schwieriger zu finden.
  3. Alter der Domain: Wie bei einem guten Wein gilt auch für Domains: Je älter, desto wertvoller.
  4. SEO: Ist die Domain bereits über Suchmaschinen auffindbar und bietet sie Potential sich leicht optimieren zu lassen?
  5. Backlinks: Externe Links, die auf diese Domain verweisen sorgen für eine zusätzliche Wertsteigerung.
  6. Marktsituation: Wie hoch ist die Nachfrage nach solchen Domains? Wie entwickelt sich die Branche, für die diese Domain gedacht ist?

In die neuen Top Level Domains investieren?

Mit dem Start der neuen Top Level Domains (nTLD) haben sich für Domain-Investoren zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnet. Domains mit neuer Endung locken als eine attraktive Alternative für vergleichsweise kleines Geld. Noch ist die Nachfrage danach nicht allzu hoch – dennoch schätzen Experten, dass mit etwas Glück und Geduld auch in diesem Bereich die Möglichkeit besteht, Domains für das Vielfache des ursprünglichen Preises zu verkaufen.

Als Investoren solltet Ihr dabei zunächst immer prüfen, ob die angepeilte TLD-Domain nicht auch als freie .com-Domain verfügbar ist. Ist diese auf dem Markt, senkt das die Erfolgschancen, die Domain gewinnbringend verkaufen zu können, erheblich. Dann lieber die .com-Domain erwerben!

Der richtige Mix macht’s

Genau wie bei der Spekulation mit Aktien gilt auch beim Domain-Handel: Immer schön auf eine gute Mischung achten. Konkret bedeutet das, dass Euer Domain-Portfolio sowohl Domains mit etablierten Endungen  wie auch Adressen mit neuen Endungen beinhalten sollte.

Klassiker wie die .com-Domains erfordern zwar höhere Investitionen, versprechen aber auch gute Gewinnmargen und bieten eine große Sicherheit. Die Auswahl an guten nTLD-Domains ist aktuell noch sehr groß. Im Vergleich zu den begehrten .com-Domains setzen die nTLDs also ein kleineres Investment voraus. Allerdings halten sich dafür die Gewinnmargen in der Regel in einem deutlich kleineren Rahmen und das Risiko, eine Domain nicht wiederverkaufen zu können, ist höher. Zudem ist hier wesentlich mehr Geduld gefragt, da die Nachfrage nach diesen Domains laut Experteneinschätzung erst in den kommenden Jahren merklich ansteigen wird. Sie sind also eher eine Investition in die Zukunft.

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