Alles so schön bunt hier – Farbpaletten online erstellen

Ihr wollt das Layout für Euren Blog harmonisch gestalten, eine schicke Einladung basteln oder einfach nur ein Dokument optisch aufwerten: Ein wesentlicher Part ist in allen Fällen die farbliche Gestaltung. Die Farben sollen zueinander passen, aber natürlich auch auf die anderen Elemente Eures Projekts abgestimmt sein. Manchen Menschen ist ja ein angeborener Sinn für optimale Farbkombinationen gegeben. Für alle anderen gibt es Nachhilfe im Netz – kostenlos und meistens ganz einfach zu bedienen. In diesem Sinne: Hier kommen die besten Tools und Seiten für Eure individuelle Farbfindung.

Ein Moodboard anlegen

Ein Moodboard kann dabei helfen, Wünsche und Vorstellungen zu sortieren - auch im Hinblick auf Farben.
Ein Moodboard kann dabei helfen, Wünsche und Vorstellungen zu sortieren – auch im Hinblick auf Farben.

Bevor es mitten rein in die Suche nach der besten Farb-Kombi geht, vorab noch der Tipp, sich ein sogenanntes Moodboard anzulegen, entweder offline (= Pinnwand) oder online. Wer die Online-Variante wählt: Zum Sammeln bietet sich natürlich Pinterest an, es gibt mittlerweile aber auch eine ganze Reihe Moodboard-Apps für Smartphones und Tablets. Das Moodboard hilft dabei, Ideen, Inspirationen und Vorbilder zusammen zu bringen – Fotos, Logos, Flyer… Auf diese Weise kommt man der angestrebten Richtung oft schon ein bisschen näher.

Wisst Ihr schon sehr konkret, wohin es farblich gehen soll, könnt Ihr diesen Schritt natürlich auslassen. Um online Farbpaletten zu erstellen, braucht Ihr aber auf jeden Fall ein Foto oder eine andere Vorlage als Grundlage. Habt Ihr? Dann kann es losgehen!

Das Basismodell: colr.org

Schnell, einfach und ohne jeglichen Schnickschnack: Bei colr.org ladet Ihr ein Foto hoch (entweder per URL oder von Eurem Rechner), wartet kurz und bekommt das Bild dann nach Farben zerlegt auf den Bildschirm. Jetzt klickt Ihr einfach auf eines der Farbquadrate. Der Dienst zeigt Euch dann den Hex-Wert der Farbe an. Im nächsten Schritt könnt Ihr auf „matching colours“ klicken und bekommt dann eine ganze Palette mit Farben, die zum ersten Ton passen.

Bild hochladen - Farbe anklicken - Farbpalette wird automatisch erstellt: colr.org ist einfach zu bedienen, aber vergleichsweise karg in den Möglichkeiten.
Bild hochladen – Farbe anklicken – Farbpalette wird automatisch erstellt: colr.org ist einfach zu bedienen, aber vergleichsweise karg in den Möglichkeiten.

col.org könnt Ihr kostenlos nutzen. Eine Registrierung ist nicht nötig. Allerdings lassen sich die hochgeladenen Bilder auch nicht speichern, was die Arbeit gerade bei größeren Projekten wie der Gestaltung einer Webseite mühsam machen kann.

Community inklusive: photocopa

Der Dienst photocopa ist Teil der Farb-Enthusiasten-Community Colour Lovers. Um das Tool in seinem ganzen Umfang nutzen zu können, müsst Ihr Euch zunächst registrieren und erhaltet dann sofort den Zugang. Auf photocopa könnt Ihr leider keine Bilder direkt vom Rechner hochladen. Ihr braucht eine URL-Adresse oder Ihr sucht Euch bei Flickr Motive heraus.

Für photocopa ist eine Registrierung nötig - dafür sind die angebotenen Funktionen aber auch umfangreich.
Für photocopa ist eine Registrierung nötig – dafür sind die angebotenen Funktionen aber auch umfangreich.

Sobald ein Bild hochgeladen ist, erstellt photocopa eine Palette mit allen Farben aus dem Foto. Dazu kommen automatisch unterschiedliche alternative Farbpaletten, etwa mit Variationen der hellen und der dunklen Töne. Aus den Paletten kann man als Nutzer seine eigene Wunschpalette zusammenstellen. Die Farbwerte werden sowohl in Hex wie auch in RGB und HSV angegeben. Als registriertes Mitglied kann man die Ergebnisse anschließend abspeichern und sie so zum Beispiel Freunden oder auch Kunden zeigen, um die Auswahl weiter einzugrenzen.

Die Profi-Variante: Color Explorer

Für alle, die es beim Thema Farbe ganz genau wissen wollen, empfiehlt sich der Color Explorer mit seinen umfangreichen Funktionen. Ihr habt hier die Wahl, mit bereits vorhandenen Paletten zu arbeiten, Euch Farben in sogenannten Bibliotheken auszuwählen oder Euer eigenes Bildmaterial hochzuladen. Achtung: Bilder dürfen nicht größer als 250 kb sein!

Darf es ein bisschen mehr sein? Mit dem Color Explorer kommt richtig viel Farbe ins Spiel.
Darf es ein bisschen mehr sein? Mit dem Color Explorer kommt richtig viel Farbe ins Spiel.

Verwendet Ihr eigene Fotos, extrahiert der Color Explorer zügig die Farben aus den Bildern und setzt sie in eine Palette um. In der Standardeinstellung werden nur 10 Farben angezeigt. Die Darstellung lässt sich aber über „Analyse-Optionen“ verfeinern auf bis zu 50 Farben. Die Farbwerte werden in RGB und Hex dargestellt, lassen sich aber mit wenigen Klicks zum Beispiel auch in RAL-Angaben konvertieren.

Zu den weiteren Funktionen des Color Explorers gehören unter anderem ein Color Picker und ein Color Matching. Mit dem Color Picker lässt sich eine Farbe aus der eigenen Palette auswählen. Das Programm liefert dann verschiedene Paletten als Vorschlag. Über den Farbwähler kann man auch ganz einfach immer neue Töne ausprobieren.

Mit dem Color Picker lassen sich Variationen einer ausgewählten Farbe erstellen.
Mit dem Color Picker lassen sich Variationen einer ausgewählten Farbe erstellen.

Per Color Matching werden passende Farben zu einem ausgewählten Ton vorgeschlagen. Zusätzlich können Einstellungen wie Farbsättigung, Helligkeit oder Rot-/Grün-/Blau-Komponenten feingetunt werden. Praktisch ist, dass die eigenen Farbpaletten in Programme wie Photoshop, Illustrator und InDesign exportiert werden können.

Die Funktion Color Matching liefert passende Farbtöne zu einer ausgewählten Farbe - zusätzliches Feintuning ist möglich.
Die Funktion Color Matching liefert passende Farbtöne zu einer ausgewählten Farbe – zusätzliches Feintuning ist möglich.

Color Explorer könnt Ihr ohne oder mit Registrierung nutzen. Wer sich registriert, bekommt zusätzliche Funktionen zur Verfügung gestellt (etwa das Abspeichern von Paletten). In beiden Fällen ist die Nutzung kostenlos und sehr komfortabel. Es kann Euch bei diesem Programm nur leicht passieren, dass Ihr Euch in den unzähligen Möglichkeiten komplett verliert – es gibt einfach eine Menge Dinge, die man hier ausprobieren kann.

Hübsch und inspirierend: Design Seeds

Zum Schluss noch ein Tipp für alle, die schon zumindest eine grobe Idee davon haben, welche Farbrichtung es sein soll, sich aber noch unsicher bei der Gesamtzusammenstellung sind. design-seeds liefert Tag für Tag anhand von Fotos Farbinspirationen, kombiniert mit einer kleinen Palette mit den wichtigsten Farbtönen. Zu jeder Farbe in den Paletten gibt es den entsprechenden Hex-Wert.

Kräftige Farben, übersichtliche Paletten: Auf design seeds werden täglich Farbtrends aufgegriffen und analysiert.
Kräftige Farben, übersichtliche Paletten: Auf design seeds werden täglich Farbtrends aufgegriffen und analysiert.

design-seeds ist weniger funktional als die anderen hier vorgestellten Dienste. Dafür ist es optisch wirklich ein Genuss und es hilft einem sehr dabei, trendige Farbkombinationen zu finden. Hinter design seeds steckt die Designerin Jessica Colaluca, die beruflich schon immer Farbbücher erstellt hat – mit design seeds hat sie ihre Leidenschaft für Farben ins Netz gebracht und für alle zugänglich gemacht.

Die hier vorgestellten Anwendungen sind tatsächlich nur ein kleiner Ausschnitt aus einer Vielzahl an Angeboten. Der Vollständigkeit halber hier noch ein paar Links zu weiteren Tools, die ich allerdings noch nicht ausgestestet habe:

Und jetzt stürzt Euch rein in die Welt der Farben – selbst wenn Ihr kein konkretes Projekt auf dem Tisch habt: Es macht ganz einfach Spaß, eigene Fotos mal aus einem anderen Aspekt zu sehen und auszuprobieren, welche Farbkombinationen gehen und welche überhaupt nicht.

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